Werbung

Nachricht vom 14.07.2020    

Rüddel: „Keine fünf Krankenhäuser in Gefahr bringen!“

Bei der aktuellen Planung zum neuen Krankenhaus Altenkirchen/ Hachenburg steht der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag, Erwin Rüddel, derzeit aus Sorge um die Krankenhausversorgung der Region „quer im Stall“.

Symbolfoto

Altenkirchen/Hachenburg. Grundsätzlich befürwortet der CDU-Wahlkreisabgeordnete Erwin Rüddel die Idee, die derzeitigen wirtschaftlichen Probleme in den Krankenhäusern Altenkirchen und Hachenburg durch einen 100-Millionen-Neubau in den Griff zu bekommen.

„Entsetzt bin ich über die unprofessionellen Planungsvorgaben durch das Land. Wenn man 50 Millionen Euro vom Bund als Hauptfinanzier erwartet, muss man auch eine regionale Versorgungsplanung vorlegen, die nicht am Ende mehr Krankenhäuser in Gefahr bringt, als sie rettet“, fordert der CDU-Gesundheitspolitiker.

Rüddel sieht die Gefahr, dass durch „Rosinenpickerei“ bei der Planung für den Standort Hachenburg-Hattert die Existenz der Krankenhäuser in der Nachbarschaft aufs Spiel gesetzt wird. Das gilt an erster Stelle für das Verbundkrankenhaus Selters-Dierdorf, da sich zwei Stroke Units auf diesem engen Raum gegenseitig „kannibalisieren“ würden. Eine ähnliche Konkurrenzsituation sieht der heimische Abgeordnete zwischen der Gynäkologie in dem neuen Krankenhaus und der Gynäkologie mit der Kinderklinik in Kirchen.

Dieser befürchtete ruinöse Wettbewerb um Patienten des neuen Krankenhauses in Hattert könnte die bestehenden Kliniken in Kirchen, Selters, Dierdorf und eventuell Asbach in der Existenz gefährden und die medizinische Versorgungslandschaft im Westerwald erheblich belasten und durcheinander bringen.

Aber auch das neue Krankenhaus in Hattert mit geplanten 262 Betten ist nach Rüddels Ansicht in dieser Größenordnung nicht auf die Zukunft vorbereitet. Allen Krankenhausexperten von Mainz bis Berlin sei bewusst, dass neue Kliniken mit weniger als 400 Betten keine wirtschaftliche Zukunftsperspektive haben.

„Mit dem Neubau will man eine wirtschaftliche Baustelle überwinden und schafft dafür mehrere neue. Hingegen müsste gerade bei einer Investition von 100 Millionen Euro, mit der man zwei Millionen Euro jährliche Defizite beseitigen will, eine langfristige Perspektive gegeben sein“, kritisiert Erwin Rüddel die kurzsichtige Planung aus Mainz.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Fachkraft für Arbeits- und Gesundheitsschutz (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof

Gruppenleitung (m/w/d) in der Landschaftspflege

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Gruppenleitung Wohnstätte (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Meister/Techniker/Obermonteur für Elektrotechnik (m/w/d)

Alhäuser + König Ingenieurbüro GmbH
57627 Hachenburg

Sanitär-Ausstellungsfachberater (m/w/d) in Andernach

Dr. Kurt Korsing GmbH & Co. KG
56626 Andernach

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Die derzeitige Planung entspricht nach Meinung des erfahrenen Gesundheitspolitikers auch nicht den aktuellen Standards für ein gestuftes System von notwendigen Notfallstrukturen. Hiernach braucht ein Krankenhaus in dieser Lage neben der Inneren Medizin, Chirurgie und Anästhesie zusätzlich weitere Fachabteilungen. Für die Vereinbarung von gestaffelten Zuschlägen für diese Kliniken sind besondere Mindestanforderungen zu erfüllen.

Diese Zuschläge ermöglichen eine wirtschaftlich tragfähige Vorhaltung von Ressourcen für die Notfallversorgung der Bevölkerung. Die Krankenhäuser, die diese Mindestanforderungen nicht erfüllen und sich damit nicht ausreichend an der stationären Notfallversorgung beteiligen, erhalten dementsprechend auch keine Zuschläge. Die derzeitigen Notfallstrukturen würden in Gefahr gebracht, ohne neue, wirtschaftlich-tragfähige aufzubauen.

„Mit einer 262-Bettenplanung bringt das 100-Millionen-Projekt nicht nur sich selbst mittelfristig in Gefahr, sondern gefährdet durch die Doppelstrukturen auch die anderen Kliniken in der Region“, so Rüddel, der dringend dazu rät, mit den anderen Krankenhausträgern der Region einvernehmliche Projekt- und Zukunftslösungen zu finden oder sich auf die Sanierung der beiden Standorte in Altenkirchen und Hachenburg zu konzentrieren. „Hier unterstütze ich den Krankenhausträger gern“, bekräftigt Erwin Rüddel. (PM)


Mehr dazu:   Erwin Rüddel  
Lokales: Altenkirchen & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Politik


CDU und SPD in Rheinland-Pfalz: Der Weg zur ersten großen Koalition

Die CDU und SPD in Rheinland-Pfalz haben sich auf ihren ersten gemeinsamen Koalitionsvertrag geeinigt. ...

Koalitionsverhandlungen in Rheinland-Pfalz: CDU und SPD ringen um Schlüsselthemen

In Rheinland-Pfalz laufen die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD auf Hochtouren. Die Parteien ...

Rheinland-Pfalz plant Verfassungsänderung zur Kontrolle von Untersuchungsausschüssen

In Rheinland-Pfalz soll die Landesverfassung geändert werden, um die Anforderungen für die Einsetzung ...

Krisengespräch zur Pflegekammer Rheinland-Pfalz stößt auf Skepsis

In Rheinland-Pfalz steht die Pflegekammer erneut im Zentrum der Kritik. Ein anberaumtes Krisengespräch ...

Mehr Frauen in die Kommunalpolitik: Eine Veranstaltungsreihe im Kreis Altenkirchen

Im Kreis Altenkirchen sind Frauen in der Kommunalpolitik unterrepräsentiert. Eine neue Veranstaltungsreihe ...

Frühkindliche Bildung in Rheinland-Pfalz: Eltern fordern konkrete Umsetzung von Wahlversprechen

In Mainz hat der Landeselternausschuss der Kitas in Rheinland-Pfalz (LEA RLP) die künftigen Koalitionspartner ...

Weitere Artikel


7,6 Millionen Euro für Breitband- und Glasfaserausbau im Kreis

„Im Landkreis Altenkirchen wird der Bund insgesamt 7,6 Millionen Euro für Breitband-Projekte und beschleunigten ...

Expert Klein beklagt „fehlende Wahrnehmung“ in Altenkirchen

Wahrgenommen zu werden ist mitunter immenser Bestandteil des geschäftlichen Erfolges. Wenn die Lage eines ...

Produkte aus 3D-Drucker bieten Corona-Schutz: Hands-Free-Türöffner und mehr

Mitarbeiter, Kunden und Besucher optimal schützen und gleichzeitig den Betrieb von Unternehmen, Geschäften ...

Corona: Weitere Lockerungen im Kontaktsport

Mit den neuen Anpassungen der Corona-Bekämpfungsverordnung werden das gemeinsame sportliche Training ...

Abschlussprojekt der Vorschulkinder der Kita Hand in Hand

Die Vorschulkinder der Kita Hand in Hand der Lebenshilfe GmbH in Alsdorf durften sich doch noch Anfang ...

Die Hachenburger Erlebnis-Brauerei öffnet wieder

Passend zu den Sommerferien und den vielen Tagesausflüglern ist auch der Besuch der Hachenburger Erlebnis-Brauerei ...

Werbung