Werbung

Nachricht vom 14.07.2020    

Expert Klein beklagt „fehlende Wahrnehmung“ in Altenkirchen

Wahrgenommen zu werden ist mitunter immenser Bestandteil des geschäftlichen Erfolges. Wenn die Lage eines Fachmarktes nicht unbedingt zur Topkategorie zählt, ein monströser Altbau den Blick auf das nach wie vor geöffnete Ladenlokal verdeckt und schließlich die Ansiedelung in einer Senke erschwerend für das Ins-Auge-stechen hinzukommt, sind Sorgen des Betreibers durchaus verständlich.

Die Filiale von Expert Klein in Altenkirchen stellt zurzeit den einzigen geschäftlichen Anziehungspunkt im Altenkirchener Weyerdamm dar. Das wird sich mit dem neuen Fachmarktzentrum in gut zwei Jahren wieder ändern. (Foto: hak)

Altenkirchen. Die Geschichte des Rewe-Centers im Altenkirchener Weyerdamm ist längst zu Ende geschrieben, der Markt seit Ende April geschlossen. Die Konstruktion aus Fertigteilen wird irgendwann in gar nicht allzu ferner Zukunft der Abrissbirne zum Opfer fallen, wenn die Grundlagen für das neue Fachmarktzentrum an gleicher Stelle geschaffen werden. Der leer stehende Komplex aus den 1970er-Jahren spiegelt aber nicht stellvertretend die Situation des Handels an einem der tiefsten Punkte der Kreisstadt wieder. Sozusagen Tür an Tür mit dem ehemaligen Jumbo oder Interkaufpark betreibt die Firma Expert Klein weiterhin ihren nach wie vor geöffneten Elektrofachmarkt. "Wir liegen im Schatten, in einem tiefen Tal. Von oben, von der Quengelstraße, und vom Dammweg aus sieht man uns nicht. Wir dürfen auch keine Leuchtreklame aufs Dach machen", beschreibt der Regionalleiter der Kette mit Stammsitz in Burbach (Siegerland), Sven Engert, die Situation und beklagt einen deutlichen Rückgang der Kundenfrequenz, seit die Türen des ehemaligen Vollsortimenters, der in allernächster Nachbarschaft residierte, geschlossen sind. "Uns fehlt ganz einfach die Laufkundschaft, es sind weniger Menschen da", ergänzt er und spielt damit auf diejenigen an, die auf einen "Abstecher" von Lebensmittel, Bekleidung und Co. zu Computern, Staubsaugern und Co. Wert gelegt hatten.

Banner an neuralgischen Punkten
"An den Expert Klein denkt man nicht, wenn der Platzhirsch geschlossen ist", führt Engert weiter aus. Mit Bannern an neuralgischen Punkten wird inzwischen darauf hingewiesen, dass nach wie vor ein Verkauf stattfindet. "Wir wollen den Standort so lange wie möglich offen halten", ergänzt er, wohl wissend, dass für den Neubau des aus vier Ladeneinheiten bestehenden Konsumensembles das eigene, angemietete Gebäude ebenfalls weichen muss. Für eine Übergangsphase soll das Geschäft an einem Ausweichstandort in Altenkirchen fortgeführt werden, eine Fläche in vergleichbarer Größe muss noch gefunden werden, um das knappe Jahr, das für den Bau des Fachmarktzentrums unter Obhut der Widerkehr-Unternehmensgruppe aus Stuttgart veranschlagt wird, zu überbrücken. Ein finales Okay, dass Expert Klein weiterhin am Weyerdamm residiert, steht offenbar noch aus, wie Engert darlegt. Für ihn gibt es indes keine Zweifel: "Wir wollen in Altenkirchen an Bord bleiben. Wir glauben an diesen Standort. Aber es ist noch nichts mit Brief und Siegel versehen." Für eine temporäre Verlagerung müssen weitere Vorgaben wie ausreichender Parkraum und gute Zufahrtsmöglichkeiten gegeben sein. Für Engert kommt nicht in Frage, sich für die Dauer der Errichtung eines Discounters, eines Vollsortimenters und zweier Fachmärkte, die noch vor Weihnachten des Jahres 2022 eingeweiht werden sollen, komplett aus Altenkirchen zu verabschieden und die Kunden beispielsweise die Filiale in Hachenburg aufsuchen zu lassen. Das macht laut Engert, der für elf Niederlassungen zuständig ist, gar keinen Sinn.

Talsohle ist durchschritten
Laut Engerts Aussage hat sich die geschäftliche Situation in Corona-Zeiten wieder eingependelt. "Die Talsohle ist durchschritten", erklärt er. Nach der erzwungenen Schließung und der Wiedereröffnung habe sich vor allem der Bereich "Home Office" gut entwickelt. "Manchmal konnten wir den Bedarf nicht decken, weil die Hersteller schlecht geliefert haben", blickt Engert auf die schwierige Zeit des Neustarts vieler Sparten zurück. Zum Glück hätten sich die Kunden inzwischen ebenfalls an das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gewöhnt. Die Zahl der Artikel, die Expert Klein in Altenkirchen anbietet, siedelt Engert im fünfstelligen Bereich an.

Seit 2013 in Altenkirchen
Seit Oktober 2013 ist Expert Klein auf rund 1525 Quadratmetern fester Bestandteil des Einzelhandels in Altenkirchen. Das nunmehr in fünfter Generation familiengeführte Unternehmen, dessen Geschichte bis ins Jahr 1882 zurückreicht, übernahm das Geschäft, das zuvor unter der Bezeichnung Pro Markt firmierte und mit dem Angebot ähnlich ausgerichtet war, von der Rewe-Group, die sich komplett von ihrem defizitären Ableger trennte. Inzwischen betreibt Expert Klein 25 Filialen, bietet in der Kreisstadt 21 Arbeitsplätze (hauptsächlich in Vollzeit) und ist eine eigenständige Gesellschaft unter dem Dach der Handelsverbundgruppe Expert SE mit Sitz in Langenhagen. An der Stelle des heutigen Expert-Klein-Ablegers stand früher das Altenkirchener Feuerwehrgerätehaus, das für die Erweiterung der Shopping-Möglichkeiten am Dammweg weichen musste und das an der Kumpstraße in neuem und größeren Gewand wieder entstand. Der Umzug des Löschzuges erfolgte im Oktober 1995. (hak)


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Altenkirchen-Flammersfeld auf Facebook werden!


Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Ballenpresse und 2.500 Quadratmeter Feld geraten in Brand

In Orfgen ist es am Mittwoch, 5. August, zu einem ausgedehnten Flächenbrand gekommen. Hier war eine Ballenpresse und eine rund 2.500 Quadratmeter große Fläche in Brand geraten. Die Leitstelle Montabaur alarmierte gegen 18.01 Uhr die freiwillige Feuerwehr Flammersfeld. Bei deren Eintreffen wurde schnell klar, dass die eigenen Kräfte nicht ausreichen würden.


37-jähriger Mudersbacher soll seine Mutter getötet haben

AKTUALISIERT | Im Mudersbacher Ortsteil Niederschelderhütte ist es am Dienstag, 4. August, zu einem Tötungsdelikt gekommen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft in Koblenz auf Anfrage des AK-Kuriers. Sie leitete ein Ermittlungsverfahren gegen einen 37 Jahre alten Mann ein.


Radfahren im Trend: Neuer Flyer der Naturregion Sieg

In Zeiten der Corona-Krise ist der Trend zu mehr Radfahren nochmals gestiegen. Da kommt der neue Radtouren-Flyer der Naturregion Sieg genau richtig. Die dort enthaltenen Touren-Tipps an der Sieg und dem angrenzenden Bergland bieten für Jeden etwas. Auch im Wisserland sind zwei Routen mit dabei.


Region, Artikel vom 06.08.2020

Kommen nun doch Windräder auf den Hümmerich?

Kommen nun doch Windräder auf den Hümmerich?

Die Altus AG hat bei der Kreisverwaltung in Altenkirchen überarbeitete Antragsunterlagen zum Bau von Windkraftanlagen auf dem Hümmerich zwischen Gehardshain, Steineroth und Mittelhof eingereicht. Dies erfuhr die BI Hümmerich, die sich gegen diese industriellen Anlagen wehrt, auf Anfrage von der Kreisverwaltung.


Region, Artikel vom 05.08.2020

„Rad-/Wanderkarte Westerwald“ neu aufgelegt

„Rad-/Wanderkarte Westerwald“ neu aufgelegt

Der Westerwald Touristik-Service hat eine neue Auflage der Rad-/Wanderkarten herausgebracht. Die „Rad-/Wanderkarten Westerwald“ Nord und Süd vom Kompass-Verlag haben dieser Tage die Druckerei verlassen.




Aktuelle Artikel aus Wirtschaft


Seit über 50 Jahren Spezialist in der Herstellung von Gesenkschmiedestücken

Willroth. Zum Firmengelände in Willroth mit den früheren Grubenanlagen gehört auch der „stählerne Riese“ (Förderturm), der ...

Auch in 2020 findet das „Heimat shoppen“ in Daaden statt

Daaden. Wer am 11. und 12. September in einem Geschäft in Daaden einkauft oder eine Dienstleistung in Anspruch nimmt, hat ...

Online Vorträge der Verbraucherzentrale

Koblenz. Die Teilnahme ist kostenlos nach Anmeldung unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/online-vortraege möglich.

27. ...

Schwarzarbeit und Sozialbetrug am Bau auch im AK-Land

Kreis Altenkirchen. Demnach kontrollierten Beamte des Hauptzollamtes Koblenz, das auch für den Landkreis Altenkirchen zuständig ...

Benefizkonzert „Hachenburger Bier-Park live“ bringt über 3.500 Euro

Hachenburg. „Bei diesem Konzert sind so rund 3.574 Euro zusammen gekommen“, freut sich Vertriebsleiter Benny Walkenbach, ...

Corona prägt weiterhin den regionalen Arbeitsmarkt

Kreisgebiet. Wie stark sich Corona auf dem Arbeitsmarkt niederschlägt, zeigt sich deutlich im Vergleich mit dem Vorjahresmonat. ...

Weitere Artikel


Produkte aus 3D-Drucker bieten Corona-Schutz: Hands-Free-Türöffner und mehr

Wissen. Praktische Hilfe kommt von innovativen Unternehmen, die clevere und verlässliche Hygienehelfer schnell und unkompliziert ...

Fachkräftemangel wird zur Gefahr für Baubranche im Kreis

Kreis Altenkirchen. Danach gibt es in den Bauberufen immer größere Schwierigkeiten, Personal für offene Stellen zu finden. ...

Neue Schaukel am Sportplatz des SV Mittelhof

Mittelhof. Nachdem durch die Sammelaktionen „Scheine für Vereine“ von Rewe und „Aktion Heimatliebe“ der Sparkasse das Schaukelgerüst ...

7,6 Millionen Euro für Breitband- und Glasfaserausbau im Kreis

Kreisgebiet. Diese Gesamtsumme, die unter dem Titel „Wirtschaftlichkeitslücke Gewerbe“ vom Bund bereitgestellt werden, betrifft ...

Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage wichtig für Effizienz

Kreis Altenkirchen. Sie verbrauchen mehr Brennstoff als nötig. Insbesondere wird nach der Umrüstung auf Brennwerttechnik ...

Rüddel: „Keine fünf Krankenhäuser in Gefahr bringen!“

Altenkirchen/Hachenburg. Grundsätzlich befürwortet der CDU-Wahlkreisabgeordnete Erwin Rüddel die Idee, die derzeitigen wirtschaftlichen ...

Werbung