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Nachricht vom 20.08.2010    

Die Renaissance des Genossenschaftsgedankens

Utopie oder Notwendigkeit? Es gibt viele Gründe, die für eine Wiederbelebung des Genossenschaftsgedankens sprechen. Bei Pro AK steht eine der weltweit größten Genossenschaften auf dem Programm. Am nächsten Donnerstag spricht Dr. Hans Harms aus San Sebastian im Waldhotel Imhäuser zum Thema: "Mondragon - Mehr als eine Utopie?"

Marienthal. Nicht erst mit der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise erlebt der Genossenschaftsgedanke eine neue Blüte. Im baskischen Mondragón findet sich eine der weltweit größten Genossenschaften, deren Anteil am baskischen Bruttoinlandsprodukt beachtlich ist. Die Mondragón Cooperative Corporation ist Thema beim Forum Pro AK am Donnerstag, dem 26. August, 19 Uhr, im Waldhotel Imhäuser in Marienthal. „Mondragón - Mehr als eine Utopie?“ ist der Vortragstitel des Sozialwissenschaftlers Dr. Hans Harms aus San Sebastian.
In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts von Pfarrer Don José María Arizmendiarrieta gegründet, ist Mondragón heute das größte Firmenkonglomerat des Baskenlandes, das siebtgrößte Spaniens und hat sich zu einem multinationalen Konzern gemausert, der in allen Kontinenten vertreten ist und inzwischen über knapp 95.000 Mitarbeiter verfügt. Im Selbstverständnis definiert das Unternehmen seine Ziele in der Verbesserung der Wettbewerbssituation und der Zufriedenheit seiner Kunden, um unter Berücksichtigung genossenschaftlicher Prinzipien gesellschaftlichen Wohlstand und Arbeitsplätze zu schaffen.
Referent Dr. Hans Harms, 1951 in Wilhelmshaven geboren, lebt seit rund 20 Jahren in Spanien, wo er zuerst eine Studie zur Einstellung der Basken zur Justiz und im Anschluss im Rahmen eines von der Volkswagenstiftung finanzierten und des Zentrums für Europäische Rechtspolitik (ZERP) der Universität Bremen koordinierten Forschungsprojektes über neue Phänomene auf dem Arbeitsmarkt forschte. Er veröffentlichte zahlreiche Artikel über Bürgerbeteiligung und den Arbeitsmarkt, vor allem über den immer klarer werdenden Widerspruch angesichts der sich abzeichnenden Umwelt- und Klimakatastrophe an einem gesellschaftlichen Organisationsmodell festhalten zu wollen, das weiterhin auf Wachstum, Konsum und Beschäftigung basiert.


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