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Nachricht vom 20.08.2020    

Busbranche darf kein Verlierer durch Corona sein

Der Öffentliche Personennahverkehr hat durch die Corona-Pandemie eine große Herausforderung zu meistern. Mobilität und gute Standards der Fahrzeuge bei angemessener Vergütung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen auch die Politik vor Aufgaben, wie der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel bei einem stellvertretenden Informationsbesuch der Martin Becker GmbH & Co. KG in Altenkirchen betont.

Geschäftsführer Rolf Tödtmann und CDU-Bundestagsabgeordneter Erwin Rüddel tauschten sich über die Corona bedingte Situation der ÖPNV-Busbranche aus. (Foto: Reinhard Vanderfuhr/Büro Rüddel)

Altenkirchen. Da sei insbesondere auch der Gesundheitsschutz für die Busfahrerinnen und -fahrer zu nennen. „Wir haben, damit das Personal unbesorgter ohne Mund-Nasenschutz fahren kann, zunächst auf Folien gesetzt. Inzwischen haben wir Busse mit richtigen Trennscheiben für den Fahrerarbeitsplatz ausgestattet. Mit dieser Maßnahme sehen wir uns in der Pflicht gegenüber unserem Personal und unseren Fahrgästen“, ließ mb-Bus Geschäftsführer Rolf Tödtmann wissen.

Er berichtete weiter von den Schwierigkeiten, Einbußen und erforderlichen Maßnahmen mit denen die Busbranche konfrontiert ist. Durch die Pandemie seien dem hauptsächlich auf ländliche Verkehre und Stadtverkehre ausgerichteten Unternehmen 25 Prozent der Kunden verloren und an die unternehmerische Substanz gegangen, weil durch diesen Umstand die Kosten hochgeschnellt sind: „Die Fahrzeugauslastung ist massiv eingebrochen.“

Dies auch bei der Schülerbeförderung, u.a. bedingt durch Schulausfall. „Dabei sind ja Schüler das Rückgrat der Demografie“, erwähnte der mb-Geschäftsführer. Hinzu komme, dass sich kaum mehr bundesdeutsche Busfahrer/-innen fänden, um den verantwortungsvollen Job auszuüben. „Wir finden keine Busfahrer und wir finden kein Werkstattpersonal. Viele von unserer Chauffeur-Mannschaft kommen inzwischen aus Serbien. Wir müssen im Ausland anwerben, damit hier unsere Aufgaben personell sichergestellt werden können“, konstatierte Tödtmann mit dem Hinweis, dass die Busbranche eine der personalkostenintensivsten Branchen sei: „52 Prozent der Kosten machen Personalkosten aus.“



Erwin Rüddel merkte an, dass gerade in der Krise der Busbranche vom Bund unter die Arme gegriffen werde, auch um Arbeitsplätze zu retten: „Der Bund hat ein 170 Millionen Euro-Paket aufgelegt. Die Busbranche ist Mittelstand pur. Häufig handelt es sich um Familienunternehmen, für die es um die Existenz geht. Bisherige Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld oder finanzielle Soforthilfe konnten die Branche allein nicht retten. Auch stehende Busse verursachen weiter hohe Fixkosten.“

Ein besondere Herausforderung seien, gerade jetzt zum Schuljahresbeginn, Hygieneschutzmaßnahmen. Da sei eine länderübergreifende Angleichung der Schutzmaßnahmen im Öffentlichen Personennahverkehr ganz wichtig. Die Hauptschutzmaßnahme im ÖPNV bleibe der Mund-Nasenschutz. „Daran werden wir auch die Fahrgäste immer wieder erinnern, aufklären und darauf hinweisen, bis es zur Gewohnheit wird, solange es noch keinen Impfstoff gibt“, so der Vertreter der Busbranche. Allerdings zeigten Studien, dass nur zehn Prozent aller Corona-Ansteckungen im ÖPNV erfolgen.

„Der Bund hat den durch Corona bedingten Ernst der Lage für die Busbranche nicht bloß erkannt, sondern auch gehandelt. Jetzt wiederum sind die Länder am Zug, das Ihrige zur Entspannung und Verbesserung der Situation beizutragen. Ich nenne als Stichwort ‚Rettungsschirm‘. Wer eine Verkehrswende auch zur Stärkung und Verbesserung des ÖPNV will, muss das auch mit umsetzen“, bekräftigte Erwin Rüddel. (PM)


Mehr zum Thema:    Erwin Rüddel   
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