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Nachricht vom 14.09.2020    

Altenkirchen wird in weiteres Förderprogramm aufgenommen

Stillstand bedeutet bekanntlich Rückschritt: Die Stadt Altenkirchen hat Aufnahme in ein weiteres Förderprogramm des Landes gefunden, das sich beinahe nahtlos an die große Stadtsanierung anschließt, die zwischen 1993 und 2018 das Gesicht des Mittelzentrums in der Innenstadt und im Umfeld des Bahnhofes erheblich und gelungen verändert hat.

Ein guter Tag für die Stadt Altenkirchen - das meinten (von links): Rüdiger Trepper, Matthias Gibhardt, Heijo Höfer, Paul-Josef Schmitt, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Burkhard Heibel und Rainer Düngen. (Foto: hak)

Altenkirchen. Auf geht's, es darf und muss wieder angepackt werden: In den kommenden zehn Jahren profitiert die Stadt Altenkirchen vom Förderprogramm des Landes unter der Überschrift "Wachstum und nachhaltige Entwicklung - Nachhaltige Stadt". Damit ist beinahe übergangslos der Anschluss an die große Stadtsanierung gelungen, die zwischen 1993 und 2018 vom Land mit 9,4 Millionen Euro gefördert wurde und die nachhaltig und sehr gut das Aussehen in weiten Teilen der Innenstadt und im "Bahnhofsviertel" verändert hat. Den Topf, den Mainz zur Verfügung stellt, ist mit 10 Millionen Euro gedeckelt, die Förderquote beträgt 70 Prozent, so dass auf die Stadt in der nächsten Dekade jeweils pro Jahr 300.000 Euro entfallen. Der allererste Schritt ist nun die Erstellung eines Konzeptes. Dieser Auftrag muss ausgeschrieben werden. Anhand einer ersten 60 Seiten umfassenden Vorlage, die das Büro für Städtebau und Umweltplanung "Stadt-Land-plus" aus Boppard-Buchholz im Herbst vergangenen Jahres vorgestellt hatte, war im Groben skizziert worden, in welche Richtung sich die Stadt zu entwickeln gedenkt.

Demografie ist großes Thema
Sabine Bätzing-Lichtenthäler überreichte als Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie und in Vertretung von Innenminister Roger Lewentz den Förderbescheid an Altenkirchens Stadtbürgermeister Matthias Gibhardt. "Demografie ist ein großes Thema", sagte Bätzing-Lichtenthäler im inzwischen schmuck daherkommenden Ratssaal in der Altenkirchener Stadthalle am Montagmittag (14. September), "die Menschen sollen gut leben im ländlichen Raum, die Menschen sollen gut leben in Rheinland-Pfalz. Das Programm ist gelebte Demografiepolitik." Nach wie vor sei sie an der Entwicklung Altenkirchens, "meiner Heimstadt", interessiert: "Mein Herz schlägt hier", fügte sie an. Solche Programme, die sehr flexibel ausgelegt seien, "sind gezielt für solche Städte gemacht, um sie weiter zu entwickeln. Altenkirchen passt da gut rein". Im Rückblick auf die 25-jährige Aufarbeitung meinte sie im positiven Sinn: "In Altenkirchen sieht man, wo es hingegangen ist".

Lust und Bock, Zukunft zu gestalten
"Altenkirchen gestaltet die Zukunft, der Stadtrat hat Lust und Bock darauf, die Zukunft zu gestalten", führte Gibhardt aus. Die Attribute, die das Motto des Handelns beschreiben, nämlich "regional", "nachhaltig" und "fair", passten zu dem Programm. Ganz wichtig ist für Gibhardt, dass die Einwohner in den Prozess eingebunden werden. Er deutete Schwerpunkte an, die in den kommenden Jahren verwirklicht werden könnten: das "grüne" Band, eine attraktive Anbindung der Unterstadt an das Naherholungsgebiet "Parc de Tarbes" und am neuen Fachmarktzentrum entlang (gegebenenfalls als "Promenade"); eine größere Klimasensibilität ("Altenkirchen möchte eine grüne Stadt sein"); die stärkere Herausarbeitung eines "blauen" Bandes, weil Altenkirchen eine Stadt am Wasser mit mehreren Bächen und einem Flüsschen ist (bessere Verknüpfung der Innenstadt mit der Wiedaue); die Belebung der Innenstadt mit dem Transfer von Geschäften von der zweiten in die erste Reihe, um weiteren attraktiven Wohnraum schaffen zu können; Gedanken über die Installation eines City-Managers; Gedanken über die Zukunft einer möglichst noch viel lebendigeren Stadthalle.




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Höfers Beharrlichkeit gelobt
Gibhardt lobte zudem seinen Vorgänger, den jetzigen MdL Heijo Höfer, für dessen Engagement und Beharrlichkeit, damit Altenkirchen ins Förderprogramm aufgenommen wurde. "Er hat maßgeblich dazu beigetragen", resümierte Gibhardt, "er hat immer wieder in Mainz nachgehakt." Höfer selbst, Bürgermeister der Stadt vom 5. März 1992 bis 2. Juli 2019 und mit den damaligen Gremien der "Architekt" der Sanierung, wandelte die Anerkennung ohne Umschweife ab und gab sie in neuen und angepassten Worten an die Mitarbeiter im Rathaus weiter: "Ich bin der Verwaltung dankbar. Wenn sie nicht so super gearbeitet hätte, wäre das nicht möglich gewesen." Er zitierte den von der Aufwertung beindruckten Lewentz beim Rundgang zum Finale der Aufpäppelung im Sommer 2018: "Ihr müsst unbedingt weitermachen. Ihr müsst die inneren Werte bearbeiten. Das ist jetzt genau der passende Zeitpunkt." Es sei richtig, diesen neuen Schritt zu wagen. Gibhardt habe so viele Themen beschrieben, die angepackt werden müssten. Noch einmal meinte er in Richtung Verwaltung: "Es geht mit der Arbeit weiter. Die Verwaltung wird wieder viel Arbeit haben." An die Adresse von Burkhard Heibel, Leiter des Fachbereichs 3 (Infrastruktur, Umwelt und Bauen), gerichtet, erklärte Höfer: "Sie sind ein Stadtsanierungsprofi."

Bescheid zur rechten Zeit
Rückblickend sah sich Heibel, schon seit 1993 in die Sanierung involviert, bis 2018 "voll eingespannt. Wir sind noch nicht am Ende". Die Probleme der Fußgängerzone seien erkannt. Das neue Fachmarktzentrum, das noch vor Weihnachten 2022 seine Pforten öffnen möchte, sei gut für die Entwicklung. Rainer Düngen, Zweiter VG-Beigeordneter und Vertreter von Bürgermeister Fred Jüngerich, erteilte der Verwaltung gleichfalls hohe Noten. Sie habe eine sehr gute Arbeit gemacht. Selbst wenn es schnell gehen müsse, "fluppt das immer. Wir sehen in der Stadt, wie es voran geht; wir sehen in den Dörfern, wie es voran geht". Paul-Josef Schmitt, Erster Beigeordneter der Stadt, stimmte Heibel zu: "Der Handel in Altenkirchen hat ein Problem. Wir müssen irgendwie an die Problematik herankommen." Deswegen sei es gut, dass "wir jetzt planen können". Der Bescheid sei zur rechten Zeit gekommen, befand der Zweite Stadtbeigeordnete Rüdiger Trepper. Seinem Schlusssatz "Packen wir es an" wollte niemand mehr etwas hinzufügen. (hak)


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