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Nachricht vom 20.09.2020    

Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis jr. im Kulturwerk zu Gast

Wohl dem, der sich ein Ticket für die Show „That’s amore“ mit dem „Swinging Comedy Theatre“ im Kulturwerk in Wissen besorgt hatte. Wer dies versäumt hat, der ist selbst schuld und hat eine außergewöhnliche Show verpasst. Immerhin gaben sich Weltstars und Showgrößen wie Frank Sinatra, Sammy Davis jr., Dean Martin, Michael Bublé und Robbie Williams die Ehre.

Ein besonderes Programm gab es mit „That’s amore – Swinging Comedy Theatre“ im Kulturwerk. (Fotos. wear)

Wissen. Die Musik der 1920er, 30er und 50er Jahre stand im Mittelpunkt der Show, der Mix aus Swing, Seemanns-Romantik und Jazz ließ den nostalgischen Gefühlen des Publikums freien Lauf. Zu der beeindruckenden Show gehörten neben den musikalischen Highlights auch Szenen aus Musicals, Akrobatik, Pantomime, Slapstick und Stepptanz. Insgesamt lebte das Programm von der Abwechslung, die dem Publikum immer wieder Szenenapplaus abforderte. Das dezente Bühnenbild harmonierte mit den kleinen Lichtern, die auf den Tischen standen, und in der Dunkelheit des Saales eine Kaffeehaus-Atmosphäre schufen.

Ein Programm der Spitzenklasse, gespielt und gesungen mit Herz und Freude
Patrick Lück, in der Region Westerwald/Sieg als Sänger der Band „Streetlife“ wahrlich kein Unbekannter, erwies sich einmal mehr als Allrounder, der moderierte und sang. Kurz ging er bei der Begrüßung auf die Probleme durch die Pandemie ein, wischte die aber schnell zur Seite und gab das Motto des Abends aus: „Wir sind nicht hier, um zu jammern, wir wollen das ihr alle Sorgen vergesst, und mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause geht.“ Vorab kann bestätigt werden, dass dieses Vorhaben hundertprozentig gelang.

Um Patrick Lück herum gesellten sich weitere Künstler/innen, die den Vergleich mit anderen Show-Stars nicht zu scheuen brauchen: Tanja Roll, eine bekannte Schauspielerin und Musical-Darstellerin, die in vielen TV-Serien zu sehen war, zudem in der „Rocky-Horror-Picture-Show“ und im Musical „Swinging St. Pauli“ viele Auftritte absolvierte. Ralf „Rudi“ Ringsdorf war für Comedy, Slapstick und Akrobatik zuständig, dabei schlüpfte er in verschiedene Rollen, mal als tollpatschiger Charlie Chaplin, mal als Zauberer, oder als Akrobat auf einem Einrad. Die unglaubliche Mimik, mit der er die Besucher/innen immer wieder zum Lachen brachte, hat er auf der Desmond School in London gelernt, an der man sich zum Clown ausbilden lassen kann. „Rudi“ steht auch im Guinness-Buch der Rekorde: Er hält den Weltrekord im Halten von einem „Bembel“ gefüllt mit Apfelwein, zwei Stunden hat er den „Bembel“ mit ausgestrecktem Arm gehalten. Er hofft natürlich, dass diese Disziplin bald olympisch wird. Wichtiger Bestandteil des Quartetts ist natürlich auch Elmar Hüsch, der die musikalischen Parts der Show einfach grandios am Klavier begleitete. Elmar kann es einfach, ist er doch Keyboarder in der Band „Streetlife“, in der er zusammen mit Patrick Lück spielt.



Ein Programm ohne Schwachpunkte
Nach der Begrüßung folgte ein zweieinhalbstündiges Programm nonstop, welches keinerlei Schwachpunkte zeigte, und absolut begeisterte. Patrick Lück moderierte, sehr gut kam an, dass er zu einigen Künstlern und deren Songs, kurze Statements abgab. Zu Frank Sinatra gab er zum Besten, dass dieser in den 1950ern ein absoluter „Womanizer“ gewesen sei, dem unter anderem Affären mit Promis wie Marylin Monroe und Grace Kelly nachgesagt wurden, er hatte aber auch eine bedenkliche Nähe zur Mafia. Mit „Something stupid“, gelang „Frankie Boy“, wie er auch genannt wurde, zusammen mit seiner Tochter Nancy (These boots are made for walking ) der einzige Nummer Eins-Hit, gesungen von Vater und Tochter.

Ein musikalisches Highlight war die Performance von Tanja Roll, die mit „La vie en rose“ die unvergessliche Edith Piaf leibhaftig auferstehen ließ. Tanja begab sich auf die sieben Weltmeere, als sie erzählte, was für stramme Kerle Matrosen wären, leider hielten diese es nicht so mit der Treue, weil sie in jedem Hafen eine Braut hätten. „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ von Lolita erklärte jedoch, dass die wahre Liebe der Matrosen nur dem Wind und dem Meer gehört. Als Patrick Lück „Mr. Bojangles“ anstimmte, sah jeder im Saal Sammy Davis jr. vor sich, dem diese Rolle bei Auftritten des „Rat Packs“ auf den Leib geschnitten schien.

Dean Martin gab den immer Whiskey trinkenden Charmeur auf der Bühne ab, an Lässigkeit und Lebenslust kaum zu überbieten. Als Patrick Lück „That’s Amore“ anstimmte, schwelgte der ganze Saal in Nostalgie, und es überkam das Gefühl der Leichtigkeit des Seins. Weitere Songs, wie „New York, New York“, Dream a little dream“, „Save the last dance“, „Fever“, von Robbie Williams „Supreme“ und „Home“ von Michael Bublé rundeten die gefeierte Show ab. Stürmisch geforderte Zugaben erfüllten die Künstler nur allzu gerne: „Over the rainbow“ und das unvermeidliche „My way“, von Frank Sinatra, ließen glückliche Künstler und ein beseeltes Publikum zurück. Unter dem Eindruck des Erlebten, blieb ein Großteil des Publikums noch lange auf ihren Plätzen sitzen – und hatte ein Lächeln im Gesicht. (wear)


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