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Nachricht vom 26.09.2020    

„Ozzy Osbourne“ rockte den Stöffel-Park in Enspel

Man musste sich verwundert die Augen reiben, um zu glauben, wer in Enspel auf der Open-Air-Bühne stand, es war tatsächlich Ozzy Osbourne, der legendäre Sänger der Heavy Metal-Band „Black Sabbath“. Erst beim genauen Hinsehen konnte man erkennen, dass es sich um ein leibhaftiges Double handelte: Joe Mizzi, den Leadsänger von „Sabbra Cadabra“, der mit seiner Band ein vielumjubeltes Rock-Konzert gab.

„Sabbra Cadabra“ auf der neuen Stöffel-Freiluftbühne. Fotos: wear

Enspel. Die Veranstalter von der VG Westerburg und vom Stöffel-Park hatten zur Eröffnung der Open- Air-Bühne „Sabbra Cadabra“, die wohl beste „Black Sabbath“–Coverband Deutschlands eingeladen. Mit großer Liebe, aber auch mit viel Arbeit, wurde das Gelände im oberen Bereich hergerichtet. Viele aus Outdoor- Paletten zusammengezimmerte Sitzbänke warteten auf die Besucher, wegen der nasskalten Witterung loderten hohe Flammen aus mehreren Feuertonnen, zusammen ergab das eine schöne Atmosphäre, gemischt aus Konzert- und Lagerfeuerromantik.

Pünktlich zu Beginn des Konzertes durften die Besucher einen „Schutt“ von oben genießen, der sich aber nach wenigen Minuten „verdünnisierte“ und anderweitig für feuchte Füße und schlechte Stimmung sorgte. Doch einen Rocker kann kein Wetter schocken, wenn man sich die Bilder aus Wacken und von Rock am Ring vor Augen hält, wo der meiste Spaß bei den Wasserschlachten entsteht. Für einen echten Rocker gibt es kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. An der Kleidung der Besucher/innen war auszumachen, dass sie sich den 70ern verpflichtet fühlten, Leder war stark dominierend.

„Black Sabbath“ gelten als Erfinder des Heavy Metal, ihnen war der Mainstream-Rock, zum Beispiel von den Beatles, schlichtweg zu langweilig, darum legten sie beim Rhythmus, und natürlich bei der Lautstärke, noch eine Schippe drauf. Mit über 75 Millionen verkauften Alben dürfen sie sich vorbehaltlos zu den ganz Großen in diesem Genre zählen.

Dann war es endlich soweit, das Publikum wollte rocken und sich aufwärmen, zunächst betrat die Band die Freiluftbühne, die mit viel Beifall begrüßt wurde. Doch „Ozzy“ Joe Mizzi fehlte noch. Wie es sich für einen Superstar gehört, betrat er erst nach einigen Minuten die Bühne, typisch gewandet in einem langen schwarzen Mantel und schwarzem Shirt, auf der Brust ein mit silberfarbenen Pailletten besetztes großes Kreuz. Dazu die schulterlangen schwarzen Haare, und die für „Ozzy“ typische Nickel-Sonnenbrille. Mehr Ähnlichkeit zu „Ozzy“ kann eigentlich nicht erzeugt werden, es war aber nicht nur das Äußere, auch Gestik und Mimik, die eher schleppenden Bewegungen und natürlich die überragende Stimme ließen die Besucher echt zweifeln, ob nicht vielleicht doch……

Joe Mizzi ist der unbestrittene Star von „Sabbra Cadabra“, seine Band lässt ihm neidlos die Show, schließlich partizipieren sie von seiner Erscheinung. Jedes Mitglied der Band ist für sich selbst eine Extraklasse: Lea Fujiwara, jawoll, eine weibliche Gitarristin, zupfte den Bass mit stoischer Ruhe, entlockte diesem aber richtig wummernde Töne, die teilweise dominierten. Juan Roos prügelte auf seine Drums drauf los, als wenn es keinen Morgen mehr gäbe, bis ins kleinste Detail passte er sich trotzdem dem Rhythmus an. Wenn ein Drummer aus dem Takt gerät, kannste alles vergessen, dann verliert die gesamte Band den Rhythmus. Vervollständigt wurde „Sabbra Cadabra“ vom Leadgitarristen Sebastian Lies, der auch die schwierigsten Solo-Parts vom Tony Iommi, dem Gitarristen von „Black Sabbath“, meisterhaft performte und sogar Szenenapplaus dafür erhielt.

„Sabbra Cadabra“ hatten sich in ihrem Repertoire ausschließlich für Songs entschieden, die „Black Sabbath“ noch in ihrer Originalformation mit Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Bill Ward und Geezer Butler spielten. So waren die besten Songs aus den ersten sechs Alben und vom Abschiedsalbum „13“ zu hören. Einige Hits werden vorgestellt: „Loner“, Hand of Doom“, „Snowblind“, War Pigs“, Iron Man“, Children of the grawe“, „God is dead“, „Embryo“ und „Paranoid“. Der letzte Song hat Musikgeschichte geschrieben, als er 1970 weltweit in fast allen Ländern auf Platz 1 der Single-Charts stand, auch in Deutschland. Man stelle sich mal vor, in einer Zeit als Roy Black, Cindy & Bert, Heino, die Flippers und Christian Anders normalerweise die Nummer 1 waren, stand „Paranoid“ vor ihnen im Ranking. Mit „Paranoid“ endete das rund zweieinhalbstündige Konzert, welches nur verzückte Besucher/innen zurückließ. Zum Schluss rückten die Fans bis vor die Bühne, fingen an zu tanzen und versuchten gesangstechnisch die Band zu unterstützen. Joe Mizzi hatte seinen Spaß und beteiligte die Fans bei den Gesangseinlagen. Das war ein würdiges Konzert zur Eröffnung der Freiluft-Bühne, dem gerne in naher Zukunft weitere folgen dürfen.

Johannes Schmidt, der Kulturreferent der VG Westerburg, erklärte vor Beginn des Konzertes, dass die Bühne für längere Zeit aufgebaut bleibt und von Musikern, Vereinen, Künstlern, Theatergruppen und allen anderen Kunstschaffenden gratis genutzt werden kann. Anmeldungen werden unter Schmidt.J.@vg-westerburg.de oder www.stoeffelpark.de entgegengenommen. Durch diese Aktion sollen alle Kunstschaffenden im Westerwald während der Pandemie unterstützt werden. wear


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