Werbung

Nachricht vom 01.10.2020    

Spannende Verbindung von Kunst und Industrie in der Sayner Hütte

Von Helmi Tischler-Venter

Die Bendorf-Sayner Eisenkunstgusshütte ist die kongeniale Galerie für die Landeskunstausstellung „FLUX4ART“, die alle zwei Jahre gestaltet wird. Steffi Zurmühlen, Geschäftsführerin der Stiftung Sayner Hütte ist sich mit dem Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Konrad Wolf einig, dass die Industrie-Architektur einlädt zu künstlerischer Nutzung.

"Sprechblase des Feuerlöschers" von Burghard Müller-Dannhausen. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Bendorf. In der Pressekonferenz am 1. Oktober erläuterte der Minister den Werdegang des „Experiments FLUX4ART“, das mit 4.000 Besuchern vor zwei Jahren so großen Erfolg zeitigte, dass das Konzept nun die zweite Auflage erlebt:

An drei verschiedenen, spannenden Orten in Rheinland-Pfalz werden erneut ausgewählte Werke von insgesamt 60 Künstler/innen präsentiert. Aktuell wurde das Budget für Materialien, Transport und Werbung vom Ministerium auf 200.000 Euro erhöht. Mit dem einzigartigen Format soll Künstler/innen die kostenlose Möglichkeit der Präsentation geboten werden und der Öffentlichkeit das breite Spektrum rheinland-pfälzischer Kunst nahegebracht werden. Nicht zuletzt will man auch die ausstellenden Orte stärken. Neben Bendorf sind im Herbst 2020 Pirmasens und Wittlich Ausstellungsorte.

Wolf vermerkte stolz, dass in Rheinland-Pfalz, dem Bundesland mit 2.000 Jahren Kulturgeschichte in allen Teilen des Landes, der besondere Aspekt der Industriegeschichte einbezogen wird und die Verknüpfung für mehr Akzeptanz letzterer beitragen soll.

Träger der FLUX4ART 2020 ist der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Rheinland-Pfalz im Bundesverband e.V. – BBK RLP. Die Künstlerische Leitung hat in diesem Jahr die Kunsthistorikerin Christina Körner, der auch die Ausstellungskonzeption obliegt. Sie stellte erfreut fest, dass etliche Künstler ehemalige Stipendiaten des Landes seien, was als gelungene langfristige Konzeption betrachtet werden könne.

Projektleiter Carsten Schneider-Wiederkehr betonte, das Konzept sei als Ganzes an jedem Standort zu sehen. Das mehrmonatige Kunstereignis wird Qualität und Vielfalt zeitgenössischer Kunst in und aus Rheinland-Pfalz sichtbar machen, wobei sowohl bereits etablierte als auch ganz aktuelle, junge Positionen in einer spannenden Gegenüberstellung mit den historischen Kontexten korrespondieren.

Christina Körner ergänzte, es seien mehr Frauen als Männer vertreten, was die Gesellschaft proportional abbildet. Wichtig seien ihr Diversität und Vielfalt und auch ein Begleitprogramm, das unterschiedliche Menschen anspricht. Die wunderbare 250 Jahre alte Gießhalle, die an ein Kirchenschiff erinnere, eigne sich für große Formate, Licht- und Video-Kunst und plastische Arbeiten. Die Künstler/innen schaffen, indem sie mit Farben, Formen und Atmosphäre experimentieren, neue Sehgewohnheiten und machen Räume neu erfahrbar.

Bei einem Rundgang durch die Gießhalle, in der noch fleißig ausgepackt und aufgebaut wurde, erläuterte die Kuratorin die schon sichtbaren Kunstwerke.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Fachkraft (m/w/d) für die Wohnstätte Flammersfeld

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57532 Flammersfeld

pädagogische Fachkraft als Nachtwache (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Vorarbeiter / Teamleiter Fahrzeugbeschriftung & Folientechnik (m/w/d)

BeschriftungsMeister.de
56593 Horhausen (Westerwald)

Hilfskraft (m/w/d) Wohnstätte Flammersfeld

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Gruppenleitung (m/w/d) in der Werkstatt

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Wissen

⇒ Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Die Künstlerin Sonja Alhäuser bearbeitet das Thema „Essen“: In Tortenvitrinen modelliert sie Plastiken aus Margarine und drei Schokoladekugeln, von denen jede aus 35 bis 40 Kilogramm Schokolade besteht, verströmen einen verführerischen Duft im Raum.

Im Kontrast dazu stehen die unheimlichen, raumgreifenden Insektenwaben von Jachim Fleig in Nachbarschaft zu den eisernen Objekten von Madeleine Dietz, die Natur und Kunst, Erstarrung und Leben, Vergessen und Erinnern vereinen. Extra für die Sayner Hütte wurden Bögen aus Eisen gebogen und verflochten.

Lukas Gartiser reagiert in seinen Zeichnungen immer auf Gegebenheiten. So entstanden aus Zufall die neu zusammengesetzten Menschenbilder an den Säulen, wie er erzählte. Der Zufall half auch dem Maler Julius Grünewald, der die interessanten Farbflecke auf den Teppichen in seinem Atelier zu Spielfiguren seiner Kindheit erweiterte.

Mit Bauschaum formt Julia Gerke auf Plexiglas, das Motto „Industrie“ zitierend. Das Industrieobjekt Hochofen beherbergt Lichtkunst von Ingo Wendt. Neben dem Ofen muss man kleine Artefakte finden, die ähnlich den Liebesschlössern an Brücken, Erinnerungsstücke darstellen.

Der Weg über die Treppe lohnt sich, weil er Durchblicke in die Gießhalle freigibt, die der Aufzug verwehrt. Im ersten Stock nimmt die farbintensive Wandmalerei von Burghard Müller-Dannhausen gefangen, die er als „Sprechblase des Feuerlöschers“ daneben gestaltet hat.

Das Skulpturenpaar „Eva und Adele“ von Birgid Helmy lässt den Betrachter schmunzeln. Staunen und Wiedererkennen sind die Reaktionen angesichts der schönen Nofretete mit dem Titel „Asyl“. Eine weibliche Figur spielt auch die Hauptrolle in Mwangi Hutters Video-Installation mit Klang.

Die großformatigen leuchtenden Gemälde, die Konstantin Voit mit Schablonen gestaltet hat, welche er am PC bearbeitete, kommen auf der schwarzen Wand großartig zur Geltung.

Die großen mit Schweißbrenner bearbeiteten Metallobjekte des bekannten Westerwälder Künstlers Erwin Wortelkamp finden sich drinnen und draußen, wie zufällig abgestellt. Vor der Halle abgestellt wurde auch der „Dirty Diesel“, der die Kunst der ganzen Welt transportiert.

Die erste Ausstellungseröffnung „FLUX4ART. KUNST IN RHEINLAND-PFALZ“ findet am Freitag, 2. Oktober mit Kulturstaatsminister Prof. Dr. Konrad Wolf um 18 Uhr in der Eisenkunstgusshalle Bendorf-Sayn statt. Bis 1. November kann sie besucht werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Es lohnt auch ein Besuch der Gießwerkstatt, wo die Eisenkunstgussobjekte in Zuckerguss nachgegossen werden. htv


Mehr dazu:   Veranstaltungen  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
       
       
       
       
       
       
     



Aktuelle Artikel aus Kultur


Katherine Priddy begeistert bei "Folk on the Rhine" in Schloss Engers

Mehr als 200 Besucher kamen zu Katherine Priddys Konzert im Keller von Schloss Engers. Die britische ...

Buchtipp: Heimatjahrbuch 2027 Landkreis Neuwied

Der Westerwälder Wilhelm Kötting als Soldat in China, Kaiser Hinrich IV. zu Besuch in Hammerstein, das ...

Südamerikanische Klänge verzaubern Neunkirchen

Am Samstag, dem 24. Oktober 2026, wird die Evangelische Johanneskirche in Neunkirchen zum Schauplatz ...

Spannung pur: Oliver Keller liest in Rennerod

Der Kulturkreis Hoher Westerwald e.V. lädt zu einem Literaturabend ein, bei dem der Autor Oliver Keller ...

Rock Rising bringt Rockklassiker in die Stadthalle Ransbach-Baumbach

Die siebenköpfige Band Rock Rising hat in der Stadthalle Ransbach-Baumbach Songs aus fünf Jahrzehnten ...

Rocktober Jam: Junge Talente erobern die Bühne in Wissen

Am Freitag, 23. Oktober 2026, wird das Foyer des Kulturwerks in Wissen wieder zum Schauplatz für den ...

Weitere Artikel


Positiver Corona-Fall am Westerwald-Gymnasium in Altenkirchen

Am Donnerstag, 1. Oktober, informiert das Kreisgesundheitsamt in Altenkirchen über einen weiteren Corona-Fall: ...

Gospelkonzert in Oberwambach

Am 18. Oktober findet in Oberwambach in der Kirche um 17 Uhr in der Kirchstraße ein Gospelkonzert mit ...

Stirbt der Westerwald den Hitzetod?

Zum Beginn der Veranstaltungsreihe „Wald. Werte. Wandel – Klimawandelfolgen im Westerwald“ referierte ...

Corona-Pandemie im Kreis Altenkirchen: Zwei neue Infektionen

Am Donnerstagnachmittag (1. Oktober, 15 Uhr) meldet das Altenkirchener Kreisgesundheitsamt zwei neue ...

Der Himmel lachte dazu: „Hecken und Zäune“ ging zu Ende

„Der Himmel meinte es aber wirklich gut mit euch,“ so die Reaktion einer Besucherin beim vorerst letzten ...

Kreisverwaltung empfiehlt Absage von Martinsumzügen

„Das Infektionsgeschehen im Kreis Altenkirchen ist zum Glück weiterhin auf einem niedrigeren Stand als ...

Werbung