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Nachricht vom 20.10.2020    

Achtsamkeit und Natur: Naturprojektwoche im Hasselwald

Mitte Oktober fand die diesjährige Naturprojektwoche im Kloster Hassel statt. Dabei stand im Zentrum des Wirkens der ehrenamtlichen Helfer die Birkenbach-Aue. Immer wieder muss die Aue von lästigen Überwucherungen befreit werden, um der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren, die auf offene naturnahe Bachauen und Feuchtwiesen angewiesen sind, ein geeignetes Habitat zu bewahren.

(Fotos: privat)

Pracht. Dieses Jahr lag die Aufmerksamkeit auch auf der Auslichtung des Farns. Der Adlerfarn wurde mit Heugabeln niedergelegt. Diese von einem alten Bauern erzählte Technik, das erste Mal in der Bachaue angewandt, ermöglicht es, mit einem Streich ca. zwei Quadratmeter Adlerfarn, so auf die Erde zu legen, dass die Stängel dabei einknicken. Bereits Versuche im Sommer zeigten, dass der Farn danach nur spärlich wieder erschien. Bei dieser Aktion konnte an zwei Stellen der Tintenfischpilz entdeckt werden. Dieser wanderte Anfang des 20. Jahrhunderts von Australien und Neuseeland mit Schafwolltransporten nach Europa ein, wurde in Deutschland das erste Mal 1934 nachgewiesen und hat nun auch den Hasselwald entdeckt.

Damit die Arbeiten auch reibungslos voranschreiten konnten, trugen einige Ehrenamtliche z.B. durch die Zubereitung und Anlieferung von Mahlzeiten, die in der Birkenbach-Aue eingenommen wurden, maßgeblich zum Gelingen der Projektwoche bei.

Im Rahmen der jährlichen Naturprojektwoche fand auch in diesem Jahr wieder ein gemeinsamer Ortstermin des Vertragsnaturschutzberaters Peter Weisenfeld, von Jessica Gelhausen von der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Altenkirchen mit Ew. Dhamma Mahatheri von der Leitung des Klosters Hassel statt. Dabei wurden die Fortschritte bei der ökologischen Aufwertung des Birkenbachtals begutachtet:

„Das Birkenbachtal unterhalb des Klosters Hassel liegt im Landschaftsschutzgebiet ‚Wälder und Offenlandbereiche bei Ückertseifen/Kratzhahn‘ und ist darüber hinaus als geschützter Landschaftsbestandteil‚ Birkenbachtal‘ ausgewiesen. Im Laufe der letzten Jahre ist das Tal durch Freistellungsmaßnahmen und Abholzung von Fichten deutlich offener geworden. Die angepasste extensive Nutzung durch Schafbeweidung und Handmahd konnte die Habitatpotentiale des Birkenbachtals deutlich erhöhen, so dass heute rund um das Kloster wieder typische Vegetationseinheiten der Feucht-und Nasswiesen und einer naturnahen Bachaue Lebensraum für viele Amphibien- und Insektenarten wie z.B. den Mädesüß-Perlmuttfalter bieten.

Artenreiche, trockenere Grünlandbereiche um das Kloster, die teilweise schon dem geschützten Biotop ‚Flachlandmähwiesen‘ (Flora-Fauna-Lebensraumtyp 6510) entsprechen, werden ebenfalls als Umtriebsweiden mit Schafen gepflegt und sind in Teilbereichen auch gemäß § 15 Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) geschützt. Die artenreichen Blühaspekte bieten Nahrungsgrundlage für Bienenvölker. Alte Streuobstbäume wurden durch Sanierungsschnitt erhalten, die neu gepflanzten durch Pflegeschnitt gestärkt. Hochstämme alter Obstsorten sind ebenfalls ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere und erhöhen im Zusammenhang mit anderen, standortstypischen Laubbäumen die Qualität des Lebensraumes. Die Weiden und Streuobstbereiche werden vom Land durch Agrarumweltprogramme im Rahmen des Vertragsnaturschutzes entwickelt und gefördert.

Das weitgehend unberührte Tal sowie die angrenzende Kulturlandschaft stellen einen lokalen Kleinod dar, welcher einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Schaffung der biologischen Vielfalt leistet.“ (Zitat von Jessica Gelhausen und Peter Weisenfeld zur Begehung am 13.10.2020).

Fast am Ende der Woche, am Freitag, dem 16. Oktober, fand eine Kräuterwanderung mit Peter Krahwinkel auf den Wiesen des Hasselgeländes statt. Sie war reich an Funden von Blüten, Blättern, Nüssen und Wurzeln, woraus Ehrenamtliche ein köstliches und originelles Mittagessen für die Teilnehmer zauberten.

Den Teilnehmenden an der Naturprojektwoche gab das achtsame Wirken in der Natur Regeneration und Ruhe, gestützt am Abend durch lebensnahe Vorträge und begleitende Gespräche sowie kurzen Weisheitsgeschichten mit subtilem Humor. Wie nicht anders zu erwarten, wünschten die Teilnehmer am Ende der Projekttage, sich im nächsten Jahr wieder treffen zu wollen. (PM)


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