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Nachricht vom 25.10.2020    

Selbach pflegt Brauch zum „Wurzeln schlagen“ für Neugeborene

Auch Louis und Mika, die beiden Neugeborenen aus dem Jahr 2019, haben jetzt ihren Geburtsbaum. Seit nunmehr sechs Jahren pflegt die Ortsgemeinde Selbach den traditionsreichen Brauch, für jedes neugeborene Kind im Ort einen Baum zu pflanzen, um damit symbolisch auszudrücken, dass sie in Selbach Wurzeln schlagen sowie wachsen und gedeihen mögen.

In Selbach wurden wieder Obstbäume für die im Jahr 2019 neu geborenen Erdenbürger gepflanzt, auf das sie Wurzeln schlagen, wachsen und gedeihen. 1. Beigeordneter Michael Gotto (5. v.r.) und Ortsbürgermeister Matthias Grohs (9.v.r.) hießen die kleinen Bürger nochmals herzlich willkommen. (Foto OG Selbach)

Selbach. Die langanhaltende Trockenheit im Frühling und Corona ließ die Baumpflanz-Aktion für Neugeborene in diesem Jahr später ausfallen. Doch nachdem es in den letzten Wochen viel geregnet hatte, wurden am Samstag (24. September) zwei Apfelbäume für Louis und Mika gepflanzt, die im Jahr 2019 das Licht der Welt erblickten. Damit pflegte die Ortsgemeinde den traditionsreichen Brauch nun zum sechsten Mal.

Für die Neupflanzungen der Geburtsbäume wurde diesmal die gemeindeeigene alte Streuobstwiese an der Schulstraße ausgemacht. Dort stehen sehr alte und auch teilweise schon abgestorbene Zwetschgenbäume, daher sind auch noch einige zusätzliche Fällungen erforderlich. Doch zusammen mit den noch vitalen alten Zwetschenbäumen und den nun neu gepflanzten Apfelbäumen, werde der erste Grundstein für eine schöne Obstbaum-Mischung auf der Wiese herbeigeführt, so Ortsbürgermeister Matthias Grohs.

Denn auch die Tier- und Pflanzenwelt erfreut sich an solch vielfältigen Streuobstwiesen. Sie bieten Lebensraum, Nahrung und sind somit auch für seltene Tierarten relevant. Ihr Erhalt und Schutz sowie die Pflege von Neuanlagen ist neben dem alten Brauch, einen Baum für jedes neugeborene Kind zu pflanzen, ein wichtiger Bestandteil des Naturschutzes und sorgt für Biodiversität.

Vier weitere Obstbäume wurden ersetzt
Auf der Streuobstwiese oberhalb der Kirche, wo die neuen Erdenbürger bisher mit der Baumpflanzung herzlich willkommen geheißen wurden, erfolgten zudem vier Ersatzpflanzungen von je zwei Apfel- und zwei Zwetschgenbäumen. Leider konnten die vier erst im letzten Jahr gesetzten Bäume der extremen Trockenheit nicht standhalten.

An der Baumpflanzung am Samstag nahmen so insgesamt sechs Familien teil und freuten sich über die schöne Geste, die im Ort Selbach gepflegt wird. Michael Gotto (1. Beigeordneter des Ortsgemeinderates) begrüßte die Familien mit ihren Kindern herzlich und hofft auf einen klimatisch „normalen Sommer“ im nächsten Jahr, damit die Bäume allesamt gut anwachsen können. Er hieß die Neugeborenen nochmals besonders herzlich willkommen, auf dass sie langfristig im Ort wurzeln schlagen, gedeihen und wachsen mögen. Zudem sollen die Bäume die Verbundenheit der jungen Bürger mit dem Heimatort symbolisieren.

OG-Rat will neue Plätze für den den schönen Brauch suchen
Da auf der Streuobstwiese oberhalb der Kirche kein weiterer Platz mehr ist für neue Bäume und an der Schulstraße nur noch bis zu vier weiteren Bäumchen eine Fläche geboten werden kann, will sich der Ortsgemeinderat überlegen, welche weitere öffentliche Parzellen geeignet sind, damit die schöne Tradition in Selbach auch weiterhin Bestand haben wird.
Denn eines ist sicher: Da in diesem Jahr bereits elf Kinder in der Ortsgemeinde Selbach das Licht der Welt erblickt haben, wird es im nächsten Jahr viele Obstbäumchen zu pflanzen geben, die dann auch ihre Wurzeln schlagen wollen. (KathaBe)




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