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Nachricht vom 26.10.2020    

Leserbrief zu schützenden Flächen im Kreisgebiet

Leserbrief zum Artikel „Achtsamkeit und Natur: Naturprojektwoche im Hasselwald“ vom 20. Oktober: „Seit Jahren mache ich fast täglich meine Spaziergänge und Wanderungen im Hasselwald. Jedes Jahr sehe ich mit Freude und mit meinem laienhaften Blick, dass die Orchideen noch immer blühen, jedoch jedes Jahr weniger. Auch beobachte ich, dass die Biodiversität von Jahr zu Jahr weniger wird.

Zunächst ist die Anzahl der Blühpflanzen (Wiesenschaumkraut, Ehrenpreis, Sumpfdotterblume, Distel,..) geschrumpft. Auch die Anzahl der Insekten (Heupferdchen, Grashüpfer, Schmetterlinge, Falter, Libellen, Fliegen und Wildbienen) ist deutlich reduziert.

Allerdings beobachte ich auch, dass sich der Adlerfarn die Seggen und Simsen sowie Binsen (Sauerpflanzen) stark ausbreiten und die Orchideen quasi einkesseln.

Daher ist es begrüßenswert, dass sich ehrenamtliche Helfer unter der Leitung der Unteren Naturschutzbehörde dafür einsetzen, ihre Zeit investieren und sich an der getanen Arbeit freuen, da sie ja Gutes für den Erhalt der offenen Flächen der Birkenbach-Aue tun.
Wenn ich jedoch wie dieses Jahr beobachtet, sehen muss, dass in der Hochphase der Orchideenblüte alles von Schafen niedergetrampelt und abgefressen wird, stelle ich mir schon die eine oder andere Frage, weshalb das so ist.

Dieses Jahr wurden die Schafe mindestens dreimal in relativ kurzen Abständen in der Birkenbachaue auf den Flächen eingesetzt, ebenso so im Habitat des Igelbachs bei der Werfener Mühle. Auch dort ist die Biodiversität stark reduziert – und die Gemeinde Windeck lässt obendrauf noch „sehr großzügig“ die Blühstreifen an den Straßenrändern mehrfach mähen.

Im Artikel AK-Kurier ist zu lesen, dass die Flächen der Birkenbachaue „Flachlandmähwiesen“ dem Flora-Fauna-Lebensraumtyp 6510 zugeordnet sind und entsprechend geschützt werden sollten. Hierzu setzt die Untere Naturschutzbehörde auf angepasste extensive Schafbeweidung (Umtriebsweiden) und Handmahd.

Die Realität sieht jedoch so aus, dass die Schafe (mehr als 100 Tiere) nicht auf Umtriebsweiden eingesetzt werden, sondern in einer Art Pferchhaltung ohne Trennung von Futter- und Nachtpferchfläche und Trieb- bzw. Triftwegen nur auf den zu schützenden Flächen eingepfercht werden.



Dieses geschieht so, dass die hohe Anzahl von Tieren zunächst auf einer relativ kleinen Fläche eingepfercht werden und dort mindestens ein bis zwei Tage verbleiben. In dieser Zeit werden zunächst alle Nichsauer-Pflanzen bodentief abgefressen, wenn Nichts anderes mehr da ist, wird auch ein kleiner Teil der oberen Pflanzenteile der Simsen und Seggen gefressen. Alles wird jedoch aufgrund der sehr hohen Anzahl der Tiere zertrampelt und niedergewalzt. Kot und Urin werden auf den Magerflächen in hoher Konzentration aufgrund der fehlenden Nachtfläche und der Triebwege abgesetzt (Stickstoffeinbringung) und somit das Wachstum der Simsen und Seggen gefördert, während die bodentief abgefressenen schutzbedürftigen Pflanzen keine Chance mehr haben; wenn sie es denn noch einmal geschafft haben, kommen nach kurzer Zeit die Schafe wieder.

Übrig bleiben Farn, Wald-Sime (Scirpus sylvaticus), Binsen und jede Menge Brombeeren. Disteln und Brennnesseln werden vom Schäfer abgeschlagen, da die Schafe diese nicht fressen.

Ich freue mich darauf im nächsten Jahr endlich eine frische grüne Birkenbachaue (ohne Feuchtwiesen, da in diesem Jahr wieder Entwässerungsgräben gezogen wurden, vorzufinden, ohne Schmetterlinge und anderen Insekten.

Insgeheim hoffe ich, dass die Untere Naturschutzbehörde sich Ihres Handelns besinnt und den irrsinnigen Einsatz von Schafen einstellt und die vielen ehrenamtlichen Helfern auch die richtige, sinnvolle Hilfe bietet, die diese Menschen und Flächen verdient haben. Vielleicht erblüht ja auch die Birkenbach-Aue dann erfolgreich wieder.

In Anerkennung der vielen Stunden Arbeit und des großen Engagements“
Axel Scholz, Windeck

Lesen Sie auch:
Achtsamkeit und Natur: Naturprojektwoche im Hasselwald


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