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Nachricht vom 27.10.2020    

NABU: Fledermauswanderung und -balz in vollem Gange

Fledermäuse wie die Großen Abendsegler, Zweifarb- und Rauhhautfledermäuse befinden sich gerade auf dem Durchzug. Die Quartiere der drei Fledermausarten können mit über 1.500 Kilometern sehr weit auseinander liegen. Fledermäuse wechseln ihre Quartiere in den Sommer- und Wintermonaten entsprechend ihren Bedürfnissen. Ganz nebenbei müssen die kleinen Flatterer auch noch einen Partner finden.

Mausohr-Wochenstube im Dachstuhl. Foto: Heidrun Brieskorn, NABU

Mainz/Holler. In der Zeit der Partnerwahl besetzen die Männchen der waldbewohnenden und fernwandernden Arten wie Abendsegler, Rauhhaut- und Zweifarbfledermäuse die Baumhöhlen entlang der Zugrouten der Weibchen. Diese Höhlen werden nur kurz verlassen und gegen andere Männchen verteidigt. Während die Rauhhaut- und Zweifarbfledermäuse mit kunstvollen Balzflügen auf sich aufmerksam machen, rufen Abendsegler mit ihren typischen trillernden Balzrufen die Weibchen zu sich, um sich zu paaren. Die Sozial- und Balzlaute sind im Gegensatz zu den meisten Echoortungsrufen zum Teil auch für das menschliche Gehör wahrnehmbar. „In der langen Evolution der Fledermäuse ist bei der Verpaarung etwas Besonderes passiert“, kommentiert das Fiona Brurein, Mitarbeiterin des NABU Rheinland-Pfalz, „Fledermausweibchen tragen das Sperma des Männchens nach der Befruchtung bis zum Frühjahr mit sich. Erst dann geschieht, abhängig von der Nahrungsverfügbarkeit, die Befruchtung der Eizelle.“

Noch während die Fledermäuse mit der Familienplanung beschäftigt sind, dürfen sie jedoch eines nicht vernachlässigen: das große Futtern! Gemeinsam mit den Temperaturen sinkt im Herbst auch die Zahl der Insekten. Jetzt bleibt also nicht mehr viel Zeit, um sich ein energiereiches Fettpolster für den Winterschlaf anzufuttern. Von September bis etwa Ende Oktober müssen sie sich tüchtig ins Zeug legen, denn während des Novembers ziehen sie ins Winterquartier, um dort den Winter zu verschlafen. Alle heimischen Fledermäuse ernähren sich von Insekten. Abendsegler jagen bevorzugt im offenen Luftraum über den Baumkronen, ebenso wie die Zweifarbfledermaus, die zusätzlich auch über offenen Gewässern Insekten jagt. Rauhhautfledermäuse sind dagegen typische Korridorjäger, die Patrouille entlang von Gehölzstrukturen fliegen.




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Wer sich im Fledermausschutz einsetzt und Fledermäuse im eigenen Haus oder Garten beherbergt, kann sich beim NABU Rheinland-Pfalz um die Auszeichnung „Fledermäuse Willkommen!“ bewerben. Die Aktion „Fledermäuse Willkommen“ wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz im Rahmen der „Aktion Grün“ gefördert. (PM)


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