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Nachricht vom 15.09.2010    

Dr. Matthias Krell nicht mehr SPD-Kreisvorsitzender

Dr. Matthias Krell (MdL) ist nicht mehr Kreisvorsitzender der SPD. Er trat von seinem Amt zurück. In einer ersten Stellungnahme bedauerte die Kreis-SPD Krells Schritt. Krell hatte den Rücktritt seinen drei Stellvertretern am Freitag mitgeteilt. Krell fühlt sich offenbar von seinem Kollegen Thorsten Wehner aus dem Wahlkreis 2 demontiert.

Fühlt sich von Wehners Wahlkreis 2 demontiert und warf als Kreisvorsitzender der SPD die Brocken hin - Dr. Matthias Krell (MdL). Foto: Reinhard Schmidt

Kreis Altenkirchen. Der SPD-Kreisvorstand bedauert den Rücktritt des Kreisvorsitzenden Dr. Matthias Krell. In seiner Sitzung am Dienstag, 14. September, habe der geschäftsführende Kreisvorstand die Lage analysiert. Der Vorstand führe den Entschluss von Krell auf eine offensichtlich "tiefe persönliche Enttäuschung" zurück. Hintergrund ist die Rangfolge auf der Landesliste, die der Wahkreis 2 (Unterkreis) geändert haben möchte, um den dort ansässigen Landtagsabgeordneten Thorsten Wehner sicher in den neuen Landtag zu bringen, da man mit einer absoluten Mehrheit in Mainz wohl nicht mehr rechnet.

Es bestehe Einigkeit unter den ehemaligen Vorstandskolleginnen und -kollegen, dass Matthias Krell die Aufgabe des Kreisvorsitzenden sehr gut und professionell erfüllt habe.
Ziel der Kreis-SPD sei es nach wie vor, dass beide Wahlkreiskandidaten, Dr. Matthias Krell im Wahlkreis 1 und Thorsten Wehner im Wahlkreis 2, im kommenden Frühjahr den Wiedereinzug in den Mainzer Landtag schaffen.

Der Vorstand blicke nach vorn, heißt es in der Erklärung. Voraussichtlich bereits am 12. November werde eine Konferenz zur Wahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers stattfinden. Bis dahin, so die Mitteilung der SPD, führen die drei stellvertretenden Vorsitzenden, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Horst Klein und Bernd Becker die Geschäfte des Kreisverbands.


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Kommentare zu: Dr. Matthias Krell nicht mehr SPD-Kreisvorsitzender

4 Kommentare
Es ist doch schon bezeichnend, dass Thorsten Wehner die Absicherung über die Landesliste sucht - er hat wohl bereits jetzt jede Hoffnung aufgegeben, sich im direkten Zweikampf gegen die CDU vor Ort durchzusetzen. Muss man ihm also nun Feigheit vorwerfen? Was man auf jedenfall sagen kann: Wer als Hinterbänkler wie Wehner den politischen Zweikampf vor Ort scheut und nur auf eigene Absicherung setzt, dem traut man wohl kaum zu, dass er für die Bürger vor Ort auch gegen seine Partei mal Stellung bezieht. So ein Politiker verkriecht sich... - oder haben wir vor Ort in den letzten Jahren irgendwo feststellen können, dass Herr Wehner sich mit Erfolg eingesetzt hat? Weder in der Sozialpolitik hat er vor Ort irgendetwas bewegt, in der Verkehrspolitik mussten die Bürger mit der CDU auf die Straße gehen, gleiches gilt für die Gesundheit im Kreis - und in der Bildungspolitik zeigt er pure Ahnungslosigkeit.
#4 von Christian Breuer, am 17.09.2010 um 08:42 Uhr
Das hat Tradition, quasi ist es SPD-Brauchtum, typisch „demontagedemokratisch“. Wenn es ans eigene Hemd geht, haben die Verschwörer Hochkonjunktur. Erinnern wir uns: Scharping, Mannheimer Parteitag; Beck, gekentert am Schwielowsee; Müntefering, der über Frau Nahles stolperte, dann noch mal wieder kommen durfte, um eine saftige Wahlniederlage einzufahren; selbst Steinmeier hätte es fast erwischt im letzten Jahr, wenn er sich nicht schnell die Fraktionsführung unter den Nagel gerissen hätte. Warum soll das im Kreis Altenkirchen anders laufen? Am Ende steht man vielleicht ganz ohne Abgeordnetenmandat im Kreis da. Dann dürfte man die Demontage Dr. Krells wohl als „T(h)orheit des Jahres“ bezeichnen. Übrigens lieben die Menschen noch immer den Verrat, aber niemals den Verräter - frei nach Gaius Julius Caesar.
#3 von Anja Müller-Gerhardse, am 16.09.2010 um 12:54 Uhr
„Ach wie gut, daß niemand weiß ..." ist der Titel einer wissenschaftlichen Arbeit Dr. Krells, die im Jahr 2000 erschien. Darin geht es um politische Kommunikation, mithin um Machtkommunikation. Hier hat die heimische SPD offenbar Nachholbedarf, denn augenscheinlich wird bei den Genossen mit Verve aneinander vorbei kommuniziert, wenn nicht gegeneinander. Nun gut, als eiskalter Rechner und realitätsnaher Pragmatiker wird Krells Wissener Pendant die Lage überblicken und die richtige Formel für die Gleichung mit so vielen, vielen Unbekannten finden. Da kommt er ja schließlich vom Fach!
#2 von Mirko Czentovic, am 16.09.2010 um 08:05 Uhr
Hat jemals irgendwer behauptet, Politik sei ein schmutziges Geschäft? Das war nun wirklich eine kluge Erkenntnis. Leider fallen dieser Entwicklung immer wieder sachorientierte und engagierte Volksvertreter zum Opfer, während andere, die durch vieles, aber kaum durch Leistung auffallen, ihr Ego, ihre Geltungssucht, ihre populistische Politik und ihen eigenen Vorteil über alles, Anstand und Moral, Gemeinwohlinteressen und den so genannten Wählerwillen indes in den Hintergrund stellen. Die einen können im Zweifel in ihren angestammten Beruf zurückkehren, für andere dient der bequeme Sitz im Landtag leider der Existenzsicherung.
#1 von Katja Schmelzle, am 15.09.2010 um 12:24 Uhr


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