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Nachricht vom 17.09.2010 - 15:28 Uhr    

CDU-Kreisverband beschäftigte sich mit Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt im Kreis Altenkirchen war Thema der jüngsten Sitzung des CDU-Kreisvorstandes in Horhausen. Im Fokus stand das "10-Punkte-Programm gegen Nachwuchs- und Fachkräftemangel" der CDU-Landtagsfraktion.

Horhausen/Kreis Altenkirchen. In der jüngsten Sitzung des CDU-Kreisvorstandes in Horhausen war das Diskussionspapier "10-Punkte-Programm gegen Nachwuchs- und Fachkräftemangel" der CDU-Landtagsfraktion ein Tagesordnungspunkt. Passend dazu referierte Vorstandsmitglied Jessica Wallenborn zur derzeitigen Situation am Arbeitsmarkt im Kreis Altenkirchen. Zunächst einmal war es für die Vorstandsmitglieder interessant zu erfahren, wie die Statistiken der Arbeitsagentur aufgebaut sind und vor allem wer unter den Begriff "arbeitslos" fällt.
Mit Stand vom Juli 2010 waren im Kreis Altenkirchen 4412 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 52 Prozent Männer und 48 Prozent Frauen. Ein Drittel davon sind Langzeitarbeitslose, das heißt, sie sind über ein Jahr arbeitslos. Der größte Anteil der Langzeitarbeitslosen im Kreis, 31,8 Prozent, ist zwischen 25 und 50 Jahre alt.
Teils erschreckende Zahlen kamen dabei zur Sprache. So sind fast 50 Prozent der Arbeitslosen ohne Ausbildung und daher nur sehr schwer vermittelbar. Zwar hat sich die Lage am heimischen Arbeitsmarkt gegenüber dem Vorjahr verbessert, jedoch sind die Auswirkungen der Wirtschaftskrise noch immer spürbar. Viele Firmen stellen wieder ein und auch das Modell Kurzarbeit ist nur noch wenig im Einsatz.
Für viele Unternehmen ist das Modell Zeitarbeit zurzeit sehr attraktiv. Die betroffenen Arbeitnehmer hingegen werden dabei aber zunehmend zum Spielball von Kosteneffizienz und Lohndumping. Eine Lockerung des Kündigungsschutzes wäre sicherlich gerade für kleinere Unternehmen ein Anreiz wieder Personal auf eigene Rechnung einzustellen und das Modell Zeitarbeit zu ignorieren.
Besonders die Gruppe der Alleinerziehenden hat es auf dem Arbeitsmarkt schwer. Derzeit sind über 800 alleinerziehende Frauen und etwa 40 alleinerziehende Männer im Kreis Altenkirchen im Arbeitslosengeldbezug. Aufgrund fehlender Ganztagsplätze in Kindergärten und Schulen und der häufig verlangten Flexibilität bei den Arbeitszeiten ist eine Wiedereingliederung dieser Personengruppe sehr schwierig.
Bei aller Statistik wurde aber auch die fehlende Motivation bei einigen Langzeitarbeitslosen angesprochen. Vielfach fehle hier auch die nötige Qualifikation, um in den immer höher qualifizierten Berufen mitzuhalten. Wer 2 bis 3 Jahre aus dem Berufsleben durch Arbeitslosigkeit ausgeschieden sei, der finde oftmals den Anschluss nicht mehr. Die Folgen seien Frustration und Verzweiflung. Sicherlich könnten nicht alle Betroffenen nachqualifiziert werden, aber mit dem zu Beginn angesprochenen 10-Punkte-Programm bestünde die Möglichkeit, dieser Entwicklung frühzeitig entgegenzusteuern.
"Das Thema Arbeitsmarkt wird uns auch weiterhin beschäftigen", so der Kreisvorsitzende Dr. Josef Rosenbauer abschließend. In einem Kreisparteiausschuss im Herbst will sich die CDU im Landkreis Altenkirchen nochmals ausführlicher mit der Situation am Arbeitsmarkt befassen.



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Kommentare zu: CDU-Kreisverband beschäftigte sich mit Arbeitsmarkt

1 Kommentar

Zeitarbeit = Lohndumping? Die Gleichung stimmt einfach nicht, liebe Realitätsverweigerer der Union. Es zeugt von wenig Kenntnis der Materie, wenn man nicht berücksichtigt, dass ungezählte Unternehmen überleben, weil sie hochqualifizierte Ingenieure, Facharbeiter, Projektleiter, IT-Spezialisten etc. über Zeitarbeitsmodelle einstellen. In vielen Bereichen ist der Arbeitsmarkt einfach leergefegt! Außerdem gibt es viele Zeitarbeiter gerade in diesem Bereich, die die wechselnden Einsätze als zusätzliche Lernzeit werten. OK, das können sich staatlich besoldete Parteiführer, Beamte, Lehrer, Bundeswehrärzte und Co. schwerlich vorstellen. Gleichwohl bleibt es erschreckend, in welchem Schwarz-Weiß-Stil die Kreis-CDU hier den heimischen Arbeitsmarkt beschreibt. By the way: Wieviele Vollzeitstellen schaffen denn die Partei und Abgeordnete so im Schnitt? Und noch eins: Natürlich haben es die Alleinerziehenden schwer. Aber auch Familien, die bei der CDU ja immer, wenn es passt, wie der heilige Gral aufs Schild gehoben werden, haben es schwer, Arbeit und Kinder unter einen Hut zu bringen. Und das liegt nicht nur an fehlenden Kindergartenplätzen. Auch hier gilt: Mehr Bürgernähe statt statistikbasiertes Gutmenschengeschwätz!
#1 von Fabian, am 20.09.2010 um 22:47 Uhr

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