Werbung

Nachricht vom 15.11.2020    

„Friedensglocke“ wieder in Daaden nach Deutschland-Stationen des Stolzes und der Schuld

Frieden, Freiheit und Freundschaft. Eine besondere Glocke verbreitete diese Botschaft von zwei Orten aus, die stellvertretend für stolze wie schuldbeladene Kapitel deutscher Geschichte stehen. Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Wäschenbach (CDU) war die Glocke aus Daaden seit Februar auf „Friedensmission“. Der Wallmenrother handelte als Botschafter einer Arbeitsgemeinschaft der Realschule plus Daaden.

Von einer „Friedensmission“ kehrte nun eine besondere Glocke zurück zur Realschule plus in Daaden. Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach (CDU) hatte sie Halt im Hambacher Schloss und in Freiburg gemacht. (Foto: Michael Wäschenbach)

Daaden/Neustadt-Hambach/Freiburg. Von einer „Friedensmission“ kehrte nun eine besondere Glocke zurück zur Realschule plus in Daaden. Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach (CDU) hatte sie Halt im Hambacher Schloss und in Freiburg gemacht. Eine Pressemitteilung der Schul-AG für Friedenserziehung-Geschichte erklärt die Hintergründe zur „Friedensglocke“ und ihrer Reise, die offenbar bereits im Sommer stattfand.

Demnach war die Glocke auf Vermittlung Wäschenbachs ab Februar drei Monate Teil einer Dauerstellung im Hambacher Schloss – „im Herzen der deutschen Demokratie“. Viele Besucher läuteten auch in Corona-Zeiten die Daadener „Friedensglocke“ und „verschafften sich so Gehör für Frieden, Freiheit und Freundschaft“, schreibt die AG. Bevor sie Wäschenbach die Heimreise antreten ließ, nahm er sie mit Richtung Süden.

Nächste Station war die alte Synagoge Freiburgs, die in der Nacht vom 9. auf 10. November 1938 in Brand gesetzt worden war von der SS. Zwischenzeitlich hatten sich Wäschenbach zwei weitere Mitstreiter angeschlossen: sein Sohn, der vor Ort studiert, und dessen Kommilitone. Die drei „Friedensbotschafter“ gedachten an der Synagoge der Opfer des Nationalsozialismus – insbesondere der 6.500 jüdischen Kindern, Frauen und Männern, die 1940 aus der Pfalz, dem Saarland und Baden in das Konzentrationslager Gurs in Südfrankreich deportiert worden waren. Darunter waren der AG zufolge über 379 aus Freiburg stammende Juden. Im KZ starben viele an den katastrophalen hygienischen Umständen, mangelnder medizinischer Versorgung und Hunger. Den Überlebenden blieben nur noch zwei Jahre, bis auch sie den Tod fanden. Diesmal direkt verursacht durch Menschenhand.



1942 wurden sie überwiegend nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurden sie ermordet. Gerade vor dem Hintergrund des Anschlags von Halle und den Anfeindungen jüdischer Mitbürger sei es laut AG „wichtig, immer wieder an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte zu erinnern“. Man müsse sich „der Wahrheit stellen, dass es in unserer Gesellschaft immer noch Rassismus, Antisemitismus, Hass und Hetze gibt, auch wenn dies teils verborgen scheint“, fordert die AG.

Vor diesem Hintergrund sei die letzte Station der Daadener „Friedensglocke“ passend gewählt worden. So läutete sie vor der Albert-Ludwig-Universität in Freiburg. Über dem Hauptgebäude der Universität steht ein Bibelzitat aus dem die AG eine Mahnung für heute ableitet mit Blick auf „Verfälschung durch ‚Fakenews‘, Verschwörungstheorien und Hassparolen“. Der „Schlüssel zu einem Leben in Freiheit“ sei laut AG, die Wahrheit zu erkennen und für sie einzustehen, auch wenn sie unbequem sei. (PM/ddp)


Lokales: Daaden & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Sparkassenstiftung unterstützt IGS Betzdorf-Kirchen mit 10.000 Euro

Die Sparkassenstiftung der ehemaligen Kreissparkasse Altenkirchen hat der IGS Betzdorf-Kirchen eine großzügige ...

Kinderfest in Freudenberg: Abenteuer mit Paw Patrol und Ponys

Am 25. Juli 2026 verwandelt sich das Sängerheim Freudenberg in einen Ort voller Spiel und Spaß für die ...

Gemeldeter Dachbrand in Leuscheid führte zur Alarmierung zahlreicher Feuerwehrkräfte

Am Samstag (11. Juli 2026) wurden die Freiwilligen Feuerwehren Leuscheid, Herchen sowie der Einsatzleitwagen ...

Kleine Entdecker ganz groß: Elio und Soleil suchen ihren Platz fürs Leben

Wenn Elio und Soleil die Pflegestelle aufmischen, bleibt kein Spielzeug an seinem Platz und kein Herz ...

Nicole nörgelt...über die Abschaffung der Minijobs

Da ist sie wieder – die weltfremde Ansicht der Politik über das Leben des steuerzahlenden Bürgers. Da ...

Innovationsraum in Koblenz stärkt Klimahandwerk und Berufsbildung

Ein halbes Jahr nach der Eröffnung zeigt der Innovationsraum erneuerbare Energien der Handwerkskammer ...

Weitere Artikel


Wenn das „Straße-Fegen“ eine Selbstverständlichkeit im Alltag ist

Eine Selbstverständlichkeit? Für viele Bürgerinnen und Bürger gehört das Fegen der Straße, an der sie ...

Volkstrauertag 2020: Kranzniederlegung am Ehrenmal in Katzwinkel

Alljährlich wird am Volkstrauertag den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaften gedacht. In stillen Gedenken ...

Sanierung der Holzbachtalbahnstrecke hat begonnen

Die Zukunft hat begonnen: Die Holzbachtal-Eisenbahnstrecke, einst im Besitz der Westerwaldbahn und somit ...

„Zusammen sicher online“ – kostenloses Online-Seminar für Eltern und Grundschulkinder

Wie ist das eigentlich mit Google oder Kindersuchmaschinen? Und grundsätzlich: Was macht mein Kind da ...

Ehrenamt in Corona-Krise: Besondere Anstrengungen der Feuerwehren

Der Landesfeuerwehrverband (LFV) Rheinland-Pfalz weist auf die besondere Leistung der Feuerwehren in ...

Buchtipp: „Fürstin Pauline – Europäische Akteurin und lippische Landesmutter“

Das abbildungsreiche Buch ist Begleitband der Pauline-Ausstellung des Lippischen Landesmuseums anlässlich ...

Werbung