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Nachricht vom 16.11.2020    

Scheuerfeld-Wallmenroth: Magnet-Angler fischen Panzer-Sprenggranate aus Sieg

Von Daniel-David Pirker

Da staunten die Magnet-Angler nicht schlecht, was sie da für einen „Fisch“ am „Haken“ hatten. Männer aus Windeck hatten gestern (15. November) von der Brücke am Bahnhof Scheuerfeld aus nach Metallteilen mit einem Magneten gefischt. Ein Fund lässt den Atem stocken: eine alte Panzer-Sprenggranate. Mittlerweile wurde das Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg fachmännisch entsorgt. Der Kurier sprach mit den Findern.

Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg in der Sieg zwischen Scheuerfeld und Wallmenroth. (Fotos: privat/ Manuel W.)

Scheuerfeld/Wallmenroth. Gullideckel, Stücke von Eisenbahnschienen, Campingstühle. Und eine Sprenggranate. Seit einiger Zeit teilt Manuel W. (Name der Redaktion bekannt) aus Windeck mit zwei Freunden eine nicht alltägliche Leidenschaft: Magnet-Fischen. Auch aus Umweltschutzgründen gehen die Kumpels dieser Freizeitbeschäftigung nach, wie W. dem Kurier sagt.

Jede Menge Schrott lässt sich laut W. aus den heimischen Gewässern ziehen, so auch bei ihren letzten Touren in Gebiet der Alt-Verbandsgemeinde Betzdorf. Doch solch ein Fund wie letzten Sonntag an der Brücke zwischen Wallmenroth und Scheuerfeld war noch nie dabei. Wie immer hatten sie den am Seil befestigten Magneten durch das Wasser gezogen. Doch diesmal „biss“ etwas sehr Schweres an. Das Metallteil stellte sich später als Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg heraus, wie die Polizei in einer Meldung schreibt.

Mit ihrer Vermutung, dass es sich um eine Granate handelt, sollten die Freunde also recht behalten. Sofort hatten sie die Polizei informiert, die wiederum den Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz anforderte. Mittlerweile ist die fachgerechte Entsorgung der Sprenggranate mit 7,5 Zentimeter Durchmesser erfolgt.



Offenbar haben die Männer aus Windeck richtig gehandelt aus Sicht der Polizei. Sie appelliert an die Bürger, dass entsprechende Funde der Polizei gemeldet werden sollten, die wiederum eine fachgerechte Bewertung und anschließende Entsorgung der Kampfmittel in die Wege leitet. Denn auch 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs tauchten immer wieder „Hinterlassenschaften aus dieser Zeit“ auf. Dabei sei nicht ausgeschlossen, dass die Kampfmittel noch funktionstüchtig sein könnten – auch wenn dies nicht so wirkt aufgrund von starken Korrosionen.
Die etwas anderen Angler aus Windeck wollen auf jeden Fall demnächst wieder an der Brücke zwischen Scheuerfeld und Wallmenroth ihren Magneten auswerfen. Rund 900 Kilo konnten sie bei den letzten Touren im Gebiet der Alt-Verbandsgemeinde Betzdorf herausfischen. (ddp)


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