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Nachricht vom 25.11.2020    

Almersbach holt rechtskräftigen Bebauungsplan aus der Schublade

Es ist gut, wenn jemand fertige Dinge in der Schublade hat, die einst nicht zum Tragen kamen, nun aber gebraucht werden können. Die Ortsgemeinde Almersbach kann ein Lied davon singen. Sie möchte gerne das Baugebiet "Auf'm Eichhahn II" Realität werden lassen - wie sie es vor 15 Jahren schon einmal vorhatte.

Blick auf die Freifläche, die zum Baugebiet "Auf'm Eichhahn II" werden soll: Almersbach dehnt sich in Richtung Altenkirchen aus. (Foto: hak)

Almersbach. Die Planungen waren vor anderthalb Jahrzehnten schon weit fortgeschritten. Die Ortsgemeinde Almersbach wollte sich deutlich Richtung Altenkirchen mit der Erschließung des Baugebietes "Auf'm Eichhahn II" ausdehnen. Ein Bebauungsplan wurde im Jahr 2006 rechtskräftig und ist es immer noch. Die Parzellen sollten über eine neue Anbindung an die L 267 erreichbar werden. "Doch", so blickt Almersbachs Ortsbürgermeister Klaus Quast zurück, "konnten wir unser Vorhaben nicht realisieren. Wir befanden uns in einer Hochzinsphase, die Nachfrage nach Baugrundstücken hatte einen Tiefpunkt erreicht." Wie so oft im Leben, ändern sich die Zeiten. Die Banken sind inzwischen froh, immens billige Kredite an den Mann oder die Frau bringen zu können. Nach Quasts Auffassung hat sich das Blatt also komplett gedreht. Das macht er an Anfragen fest, die auf seinem Schreibtisch landen und die oft gleichen Inhalts sind: Wir suchen ein Baugrundstück! Vor diesem Hintergrund lag dem Ortsgemeinderat nichts näher, als die Erschließung der Fläche, die sich an "Auf'm Eichhahn" anschließt, wieder per Beschluss auf die Agenda zu setzen. Alternativen sieht Quast nicht: Weitere mögliche Baugebiete gebe es nicht. Und das propagierte Ziel, Baulücken in den Dorfzentren vorrangig zu schließen, greife nicht, da Almersbach innerorts lediglich über ein bebaubares Grundstück verfüge.

"Grundlegende Dinge" abarbeiten
Bevor es wirklich an die Umsetzung geht, sind noch Hausaufgaben zu erledigen, "grundlegende Dinge abzuarbeiten, die sich dank der Corona-Krise ein wenig verzögert haben". Die in Frage kommenden Ackerflächen, die derzeit von einem Landwirt aus einer Gemeinde in unmittelbarer Nähe zur Kreisstadt gepachtet sind, müssen noch den Besitzer wechseln. Das Okay der evangelischen Kirchengemeinde Almersbach als Eigentümerin stehe noch aus, so Quast, sie habe aber schon vor 15 Jahren ihre Bereitschaft zu einem Verkauf betont. Alles in allem geht er davon aus, das maximal 32 "kleinere" Grundstücke vermessen werden könnten. Für Quast ist es jedoch realistischer, größere Einheiten vorzusehen. "Bei 600 Quadratmetern im Durchschnitt sind zwischen 20 und 25 Parzellen möglich", ergänzt er und betont, dass er beinahe die Hälfte dieser Areale umgehend schon verkaufen könnte. Auf welchem Niveau letztendlich der Quadratmeterpreis angesiedelt sein wird, ist für Quast noch ein Stochern im Nebel. Als Referenzzahl nennt er 75 Euro als den Wert von 2006, der gewiss dank vieler Faktoren wie beispielsweise der allgemeinen Kaufpreisentwicklung nicht mehr im Rennen ist.

Entwicklung muss gestoppt werden
Hinter den erforderlichen Bemühungen, die im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen sein sollen, steht für Quast eine Entwicklung, die es zu stoppen gilt. "Die Ortsgemeinde verliert Einwohner - vor allem junge Leute-, sie wird immer älter, und somit gehen Einnahmen immer mehr zurück", beschreibt er die Lage, "wir müssen Anreize für Familien bieten, die sich in Almersbach niederlassen möchten, und neue Einnahmequellen auftun." Denn mit dem Zufluss aus der Gewerbesteuer ist es dank ganz weniger am Ort angesiedelter Unternehmen auch nicht weit her. Darüber hinaus kann Quast einer möglichen Fusion mit einer anderen Ortsgemeinde, um der monitären Schraubzwinge zu entgehen, absolut nichts abgewinnen. Momentan leben 420 Menschen in Almersbach, "es waren auch schon einmal über 500".



Gebietsänderung erforderlich
Zu einem ganz geringen Teil ist auch der große Nachbar mit im Boot. Um das Baugebiet nach den Vorstellungen der kleinen Ortsgemeinde entwickeln zu können, muss die Gemarkungsgrenze zwischen Altenkirchen und Almersbach ein wenig verschoben werden mit dem Ergebnis, dass die Fläche der Kreisstadt schrumpft. Einer solchen Gebietsänderung hatte der Stadtrat im September 2006 grünes Licht gegeben und den damaligen Stadtbürgermeister Heijo Höfer ermächtigt, den Vollzug dieses Beschlusses erst dann vorzunehmen, wenn Sicherheit über die Verwirklichung des Baugebietes bestehe. Als finales Datum war der 31. März 2012 festgelegt worden. Just zu diesem Fixpunkt schlummerte die Idee von einer Eichhahn-Erweiterung schon wieder in der Schublade. Einen guten Monat später wurde die Ortsgemeinde Almersbach davon in Kenntnis gesetzt, dass im Falle einer späteren "Geburt" ein neuer Antrag auf Verschiebung der Gemarkungsgrenzen an den Stadtrat zu stellen sei. In dem deswegen erneut zu durchlaufenden Verfahren sieht Quast aktuell nur "eine Formalie".

Platz genug für Zufahrt
Da die Zufahrt zu "Auf'm Eichhahn II" nicht über die des ersten Teilbereichs erfolgen soll, wird die L 267 aus Richtung Altenkirchen kommend eine Linksabbiegespur erhalten. "Alles kein Problem", meint Quast, der Raum, der für die Verbreiterung der Landesstraße an dieser Stelle benötigt werde, befinde sich im Besitz der Ortsgemeinde. Die Kosten für den Abzweig werden in die Erschließungskosten eingerechnet, die sich Ortsgemeinde und Grundstückseigentümer im Verhältnis von 10:90 teilen werden. Wie schon vor 15 Jahren rege sich, so berichtet Quast, erneut ein "rund eine Handvoll" umfassender Widerstand aus dem unmittelbar angrenzenden Umfeld gegen den Plan. Beispielsweise werde eine zu große Lärmbelästigung durch die notwendigen Arbeiten angeführt. Wie weitere Vorbehalte, bezeichnet Quast sie alle als "keine greifenden Argumente", wobei er deutlich macht, dass es "gutes Recht" sei, das Projekt kritisch zu sehen. Dennoch steht für Quast unumstößlich fest: "Wir werden alles daran setzen, das Baugebiet zu realisieren." (hak)


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