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Nachricht vom 25.11.2020    

Schwierige Zeiten für die Gastronomie führen auch zu Problemen bei den Lieferanten

Der Vorsitzende der DEHOGA-Kreisgruppe Altenkirchen, Uwe Steiniger, zeigte sich im Gespräch mit dem AK-Kurier offen für neue Wege. Er mahnt allerdings an, nicht immer nur die Gastronomie zu sehen, sondern auch die Zulieferer. „Die Gastronomie braucht Klarheit, um sich auf die neue Situation einzustellen“, fordert Steiniger.

Uwe Steiniger, Kreisvorsitzender der DEHOGA (Foto: Archiv kkö)

Region. Der DEHOGA-Kreisvorsitzende Uwe Steiniger stand für ein Gespräch zu den Problemen der heimischen Gastronomie zur Verfügung. Ein wichtiges Thema dabei war die Frage nach der Planungssicherheit. Steiniger hält es für notwendig den Gastronomen und damit auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Perspektive aufzuzeigen. Es stehe sonst zu befürchten, dass am Ende die Betriebe öffnen dürfen, aber kein Personal mehr haben, um die Gäste zu bedienen. Dies betreffe insbesondere die zahlreichen Aushilfen. Diese, so Steiniger weiter, planen mit dem Verdienst. Wenn der in der Gastronomie wegbricht, werden sich viele anderweitig orientieren, was nachvollziehbar sei.

„Im Kreis Altenkirchen haben wir eine gesunde Mischung aus Eigentums- und Pachtbetrieben. Allerdings sehen wir als DEHOGA die Gefahr, dass ältere Eigentümer, die schon jetzt kaum Nachfolger finden, im Rahmen dieser Maßnahmen aufhören. Das würde in vielen Ortsgemeinden das Aus für die Gaststätte vor Ort und damit auch den Treffpunkt im Dorf sein“, so Steiniger. Es dürfe nicht vergessen werden, dass eine funktionierende Gastronomie auch für die Bemühungen um die touristische Belebung der Region wichtig sei. Es sei elementar gemeinsame Konzepte zu entwickeln. Wichtig sei vor allem, dass auch Konzepte für die Wintermonate entwickelt werden, so Steiniger. „Wir alle wissen um die Schönheit unserer Region und um unsere Sehenswürdigkeiten. Allein mit der Ausweisung zahlreicher Wanderwege ist es nicht getan“, so Steiniger weiter.

Welche Möglichkeiten gibt es?
Dem Kreisvorsitzenden der DEHOGA ist es wichtig, dass das „Kirchtumsdenken“ aufhört. Es bedarf gemeinsamer Lösungen innerhalb der Verbandsgemeinden und der Region. Hierzu zählt auch, dass die Einheit von Touristik und Gastronomen viel mehr in den Mittelpunkt gerückt wird. Die Wanderwege müssen mit einem gastronomischen Angebot unterlegt werden, um den Gast auch beköstigen zu können. Wie der „Hammer Kultur- und Genusssommer“ gezeigt hat, wird mit dieser und vielen anderen Veranstaltungen bereits viel getan. „Leider“, so Steiniger, „scheitert es manchmal an dem Willen zur Zusammenarbeit. Dies betrifft sowohl die Gastronomen als auch die zuständigen Verwaltungen.“ Ein Blick über den Tellerrand hinaus zeige gelungene Konzepte. So führt Andernach den Beinamen „essbare Stadt“. Hier hat man die Bepflanzung weg von den bekannten Geranien hin zu Erdbeeren und anderen Leckereien geändert. Dies führe auch zu wesentlich weniger Vandalismus im Stadtgebiet.

Die Weinrebe des Westerwaldes sind Kräuter. „Es sollte doch möglich sein 'Paten' für entsprechende Bepflanzungen zu finden. Mit geringem Kostenaufwand wird eine attraktive Umgebung geschaffen“, ist sich Steiniger sicher. Wenn sich eine Region gemeinsam auf den Weg macht, brauche es keine teuren Gutachten zu Dingen, die den Bewohnern lange bekannt seien. Es gilt den Sachverstand der Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu nutzen, um kreative und vielleicht einzigartige Attraktionen entstehen zu lassen. Verschiedene Förderungsmöglichkeiten sollten für ortsnahe und von Bewohnern entwickelten Projekten zugutekommen, findet Steiniger.

Ausblick auf die nächsten Monate
Nachdem sich die Gastronomen derzeit eher wie ein Bauernopfer vorkommen, müsse nun eine Wiederaufbauhilfe folgen. „Die sogenannte 'saure Gurkenzeit' kommt erst noch. Das erste Quartal eines Jahres ist seit jeher schwierig für die Gastronomen“, so Steiniger. Da in 2021 auch die Karnevalsveranstaltungen wegfallen, sehen viele kaum Möglichkeiten Einnahmen zu generieren. Das hat auch Auswirkungen auf die Personalsituation. Festangestellte und Aushilfen orientieren sich zu anderen Möglichkeiten und sind damit für die Gastronomie verloren. „Wir sind mit rund 2,4 Millionen Arbeitnehmern in der Gastronomie der zweitgrößte Arbeitgeber im Land nach dem Staat. Hinzu kommen noch viele bei den Zulieferern, was auch die Brauereien sind“, so Steiniger. Es gelingt nicht, anders als vielleicht im produzierenden Gewerbe, die Gastronomie innerhalb weniger Tage von null auf hundert hochzufahren. Der DEHOGA-Kreisverband stehe für Gespräche über Konzepte immer zur Verfügung. Wichtig sind die gemeinsamen Anstrengungen, dann kann eine solche Krise wirklich, wie oft beschrieben, eine Chance sein. (kkö)


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