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Nachricht vom 29.11.2020    

„Kreits Ecke“ in Wissen: Neuer Eigentümer, neuer Geschäftsinhaber

Nach 34 Jahren hat die „Kreits Ecke“ in Wissen einen neuen Besitzer und auch einen neuen Mieter des Ladenlokals. Dass dies so schnell ging, nachdem die vorherigen Inhaber bekannt gaben, in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen und auch das Haus zu verkaufen, damit hätte wohl niemand gerechnet. Doch es gibt Investoren, die zum einen mit der Stadt Wissen sehr verbunden sind und vor allem einen Blick dafür haben, wie es bald in der Rathausstraße werden wird.

So kennt man die Kreits Ecke, das wunderschöne Haus findet man auf vielen Postkarten, Fotos und Ansichten aus Wissen (Foto: Thomas Broschk)

Wissen. Nachdem Frank und Beate Schneider nach 34 langen Jahren beschlossen, das besondere Bauwerk in der Wissener Rathausstraße 34, allen bekannt als „Kreits Ecke“ zu verkaufen und auch das Juwelier-Geschäft aufzugeben, um in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen, fand sich sehr schnell ein Käufer für das reizvolle Gebäude mit seinem auffallenden Flair. Es sei ihnen richtig schwer gefallen, dass Haus zu veräußern, beteuert Beate Schneider, denn sie hätten das Haus geliebt und es sei ihnen wichtig gewesen, jemanden zu finden, der dieses alte Schmuckstück hegt und pflegt, so wie sie es in all den Jahren getan hatten.

Mit Margit und Thomas Broschk aus Birken-Honigsessen, die die Kreits Ecke im August erwarben, konnten genau solche neue Eigentümer gefunden werden. Schon als Kind habe ihn dieses ausgefallene Haus fasziniert, so Thomas Broschk. In seinem Elternhaus habe immer eine Fliese mit Siebdruck von dem um 1913 errichteten Haus gehangen, welche sein Vater in handwerklicher Feinarbeit hergestellt hatte. Aber nicht nur dass den Eheleuten Broschk die historische Immobilie besonders gefällt, spielte eine Rolle – die familiären Wurzeln reichen mit Thomas Broschks Mutter und Großmutter nach Wissen.

Als sie erfuhren, dass das Haus zum Verkauf steht, vereinbarten die Broschks sofort einen Besichtigungstermin. Genau wie für die Schneiders hat die Kreits Ecke mit ihrem hohen Wiedererkennungswert nicht nur einen materiellen, sondern vor allem auch einen ideellen Wert für die neuen Eigentümer. Kein Wunder also, dass in dem schmucken Gebäude zur Zeit mit viel Liebe zum Detail schon kräftig renoviert wird. Gerade entsteht im zweiten Stock eine schöne helle rund 50 Quadratmeter große Wohnung mit Blick in die Rathaus- und Mittelstraße. Voraussichtlich noch im Dezember kann hier jemand einziehen. Eine weitere Wohnung wurde nach Renovierung bereits bezogen und wie bisher findet man eine Rechtsanwaltskanzlei im Haus.

Nachmieter für das Ladenlokal schnell gefunden: Schmuck von Josef Turgay
Für Broschks ließ dann auch ein neuer Mieter für das Schmuckgeschäft nicht lange auf sich warten. Ein für wenige Tage geschaltetes Inserat reichte und es konnte mit Josef Turgay, der neben Filialen in Bad Ems und Hennef auch eine eigene Goldschmiede mit Werkstatt in Pohlheim bei Gießen betreibt, ein Mieter für das Ladenlokal gefunden werden.

Der neue GeschäftsinhabeJosef Turgay wird auch zukünftig ein Schmuck- und Juweliergeschäft in der „Kreits Ecke“ betreiben.


Für die bekannte Kreits Ecke bedeutet dies, dass wie bisher ein Schmuck- und Juweliergeschäft Einzug hält bzw. bleibt. Gerade in diesen Tagen wird die Schaufensterauslage mit besonderem Schmuck neu bestückt und nach Turgays Vorstellungen hergerichtet. Neben Sonderanfertigungen und Trauringen aus eigener Herstellung, bietet Turgay zudem Uhrenservice auch für Standuhren Reparaturen aller Art, Sonderanfertigungen, Schmuck An- und Verkauf und vieles mehr an.

Das bekannte und vertraute Gesicht von Salome von Weschpfennig, die seit 21 Jahren bei Schneiders angestellt war, wird man auch zukünftig im Geschäft sehen. Sie bleibt und freut sich wie bisher über viele Kunden.

Fragt man Josef Turgay, wie er denn von Pohlheim , was ja nicht gerade mal um die Ecke ist, dazu kommt ein Geschäft in Wissen zu führen, noch dazu wo gerade die Rathausstraße quasi auf links gedreht wird, antwortet er prompt: Das Haus mit seinem besonderen Flair habe ihm gefallen und auch die Baustelle vor der Tür schrecke ihn nicht ab, sondern begeistere ihn eher und er gibt dem mit den Worten: „Ich sehe die Dinge, wie sie werden können und nicht wie sie sind“ Ausdruck.

Dem stimmen auch die Broschks zu: „Auch wenn die Straßenbauarbeiten rund ums Haus das Bild momentan beeinträchtigen, sind wir sicher, dass es nach Fertigstellung in der Rathausstraße umso schöner sein wird“ und: „Mehr Zentrum als an der Kreits Ecke geht nicht“. Zentral gelegen, nahe am Regiobahnhof in der zukünftig neu gestalteten Rathausstraße, gibt es für Broschks im Moment keine schönere Immobilie, in die es sich zu investieren lohnt.

Ein Rückblick in die Historie der „Kreits Ecke“
Bevor das heutige Gebäude stand, fand man an der Kaiserallee (heute Rathausstraße) Ecke Mittelstraße (damals noch Klemensgasse) ein kleines weißes Haus, welches um 1840 entstand und Jakob Bender (Kürten-Jakob) gehörte.

Der Landwirt und Lederhändler Wilhelm Kreit (*1857 + 1921), der das kleine Haus erwarb, ließ es abreißen. Kreit, der während des 1. Weltkrieges ein beliebter Gemeindevorsteher in Wissen war, fühlte sich während dieser Zeit verpflichtet ein besonderes Bauwerk zu errichten, zumal viele die Kaiserallee als die schönste Straße im Kreis ansahen und bereits mehrere große prächtige Häuser erbaut waren.

Eine Anzeige aus dem Jahr 1923 zeigt, was es damals in der Kreits Ecke alles zu kaufen gab. (Quelle: Kreisarchiv Altenkirchen)


1913 erhielt er die Bau-Erlaubnis dazu, es entstand das Eckhaus mit seiner besonderen Ausstrahlung. Kreits Schwiegersohn, Baumeister Oskar Hallerbach, plante das Bauwerk und Kreits Sohn Robert führte darin eine Medizinal-Drogerie und wohnte im Haus. Während des 2. Weltkrieges wurde das prächtige Gebäude teils zerstört, Hallerbach, der zu diesem Zeitpunkt Eigentümer gewesen sein soll, ließ das Vorzeigestück, welches auf vielen Postkarten und Fotos zu finden ist, wieder aufbauen.

Bevor die Broschks nun Eigentümer des Hauses wurden, hatte das Haus nach Hallerbach zumindest noch drei weitere Eigentümer, so Zeitzeugen: Burkhard Müller aus Birken-Honigsessen, dann für nur kurze Zeit Rainer Wäschenbach aus Kirchen bis Frank und Beate Schneider es 1986 erwarben.
Während der Zeit befand sich die Medizinal-Drogerie von Kreits, später nur noch Drogerie genannt im Gebäude, die den Namen „Kreits Ecke“ gaben.

Für einige Jahre, bis zum Einzug des Juweliergeschäfts, hatte dort das Compass-Reisebüro Einzug genommen, welches unter anderem von Josef Becker (in Wissen bekannt als „Sepp“) geführt wurde. Das Reisebüro zog später in die Marktstraße um.

Mit dem kurzen Rückblick kann keine Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit gegeben werden, da viele der Angaben lediglich mündlich übermittelt wurden und teils aus dem Buch „Wissen früher – Wissen heute“ von 1999 entnommen sind. (KathaBe)


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