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Nachricht vom 24.09.2010 - 11:25 Uhr    

Die Energiekosten senken - es geht doch

Energiekosten sparen scheint ein Thema zu sein, dass die Menschen interessiert. Mehr als 450 Besucher füllten das Kulturwerk Wissen, um die Vorträge der Experten zum Thema Energie sparen zu hören. Das Einsparpotenzial bei energetischer Sanierung von Immobilien liege bei rund 85 Prozent, wenn man klug und mit Konzept die Modernisierung vornehme. Den steigenden Kosten für Energie kann man mit sinnvollen energieeffizienten Sanierungen und Modernisierungen Paroli bieten.

Hochzufrieden mit der Resonanz auf die Veranstaltung zeigte sich KSK-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Reingen (rechts) angesicht von mehr als 450 Gästen. Fotos: Helga Wienand

Wissen. Mehr als zufrieden mit der Besucherresonanz zur Informationsveranstaltung im Kulturwerk Wissen zeigten sich der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Altenkirchen, Dr. Andreas Reingen und der Vorstandsvorsitzende der Landesbausparkasse (LBS) Mainz, Max Aigner. Mehr als 450 Besucher folgten den Vorträgen zum Thema: "Energiepreise: Kostenlawine ausbremsen!"
Unter der Moderation von SWR-Wirtschaftsredakteur Gerhard Hohmann gab es den Einstieg ins Thema. Jeder kenne den Spritverbrauch seines Autos, aber den Energieverbrauch ihres Hauses würden die wenigsten Immobilienbesitzer kennen. Der Energieverbrauch der privaten Haushalte resultiere zu dreiviertel aus den Heizkosten. Hier liege das Einsparpotenzial bei 85 Prozent. „Es gibt eine Faustformel: Sie kaufen ein Haus, sie verheizen ein Haus“, sagte Aigner. Eine energetische Sanierung könne in 30 Jahren bei einer jährlichen Preissteigerung der Energiekosten von 6 Prozent immerhin bis zu 193.000 Euro einsparen.

Im Interview standen Landrat Michael Lieber, Bürgermeister Michael Wagener und Horst Keller von Architektenkammer Rheinland-Pfalz. Lieber zeigte auf, dass der Landkreis mit einem guten Konzept die energetische Sanierung seiner Liegenschaften vorantreibe. Als Beispiel nannte er den Nahwärmeverbund Glockenspitze, wo das heimische Holz zum Einsatz komme. Wagener betonte, dass der Erhaltung und Modernisierung in der Verbandsgemeinde eine wichtige Bedeutung zukomme. Als Beispiel für gelungene Projekte der energetischen Sanierung nannte er das Kulturwerk und das Siegtalbad. Keller riet den Besuchern dringend, vor einer geplanten Maßnahme an einer Gebrauchtimmobilie sorgfältig zu planen und vor allem Expertenrat einzuholen.
Mit Missverständnissen und Ängsten im Bereich energetischer Sanierung von alten Häusern räumte Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz auf. Es sei ein Irrtum, dass Wärmedämmung Schimmel anziehe, auch behindere Wärmedämmung nicht den Luftaustausch. Er riet dazu, die kostenlosen Energieberatungen zu nutzen und zeitgleich auch die Beratungen zum barrierefreien Wohnen. Am Beispiel dreier typischer Wohnhäuser der Region erläuterte Architekt Dirk Korbach-Wirz die Schwachstellen und möglichen Sanierungsansätze mit Energieeinsparmöglichkeiten. Dabei zeigte er auch die wirtschaftlich sinnvollen Maßnahmen auf, denn es gebe Möglichkeiten mit sorgfältigen Planungen und Konzepten Sanierungen in Teilschritten durchzuführen. „Jedes Haus sollte individuell geplant und konzipiert werden, damit es tatsächlich wirtschaftlich sinnvoll ist“, so der Architekt. Martin Ploß, Architekt und Bauforscher aus Vorarlberg, zeigte am Beispiel von Altbauten auf, dass mit fachgerechter energetischer Sanierung ein extrem geringer Energiebedarf möglich ist.
Um zu modernisieren und zu sanieren braucht es Geld. Die Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogramme stellte Dr. Andreas Reingen vor. Reingen skizzierte verschiedene Bausteine, wo es die staatlichen Fördermittel gleich mit eingebaut gibt. Dies spiele bei den Beratungsgesprächen einer immer größere Rolle, so Reingen.
Um einen Anreiz für eine energetische Sanierung zu geben verlost die LBS und die Kreissparkasse Altenkirchen 50 Gebäude-Thermografieaufnahmen im Wert von 10.000 Euro. Ergänzend erhält jeder Gewinner eine Auswertung der Aufnahme und eine erste Empfehlung zur Energieeinsparung. Teilnahmekarten gibt es in allen Geschäftsstellen der Sparkasse, Einsendeschluss ist der 4. Oktober. Die Veranstaltung hatte die Kreissparkasse Altenkirchen, die LBS Mainz, in Kooperation mit dem Finanzministerium, der Architektenkammer, der rheinland-pfälzischen Verbraucherzentrale, dem Landkreis Altenkirchen und der Verbandsgemeinde Wissen durchgeführt. Und wie sich anhand der Besucherzahlen zeigte, damit einen Nerv getroffen, der bei vielen Haus- und Wohnungsbesitzern derzeit blankliegt. (hw)



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