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Nachricht vom 03.01.2021    

CDU-Betzdorf fordert: Kita-Standort in Bruche erhalten

Die Betzdorfer CDU-Stadtratsfraktion befürchtet eine Schließung der Kita „Haus Nazareth" in Bruche. Die aktuelle Diskussion hat die Christdemokraten dazu veranlasst, sich öffentlich für den Erhalt einer Kindertageseinrichtung in Ortsteil auszusprechen. Wie reagiert der Stadtbürgermeister?

Die aufwendige Sanierung von zwei Gruppenräumen, in denen Schimmelbefall nachgewiesen worden ist, hat die Pfarrei Bruche veranlasst, das Gebäude der Kita "Haus Nazareth" der Stadt zum Kauf anzubieten. (Foto: ddp)

Betzdorf-Bruche. Die CDU-Stadtratsfraktion setzt sich in einer Pressemitteilung uneingeschränkt für den Erhalt des Kindergartenstandortes Bruche ein. Es müsse auch in Zukunft möglich sein, dass Kinder aus Bruche und den angrenzenden Regionen wohnortnah ihre Kindertagesstätte (Kita) besuchen können, so Fraktionssprecher Werner Hollmann.

In der im Dezember ausgefallenen Stadtratssitzung sollte darüber entschieden werden, ob die Stadt das Gebäude der jetzigen Kita in der Johannes-Krell-Str. kauft. Die aufwendige Sanierung von zwei Gruppenräumen, in denen Schimmelbefall nachgewiesen worden sei, hätte die Pfarrei Bruche veranlasst, das Haus der Stadt zum Kauf anzubieten. Die kirchliche Trägergesellschaft sei bereit, die katholische Kindertageseinrichtung „Haus Nazareth" weiter zu führen. Vom Bistum sollte laut CDU zu den Sanierungskosten ein Zuschuss von 35 Prozent gezahlt werden.

Die jetzige Diskussion über die Umverteilung von Kindergartenplätzen auf die noch im Umbau befindliche Kita in der Schützenstraße und den Kindergarten in der Martin Luther-Str., mit einer Schließung des Standorts Bruche, hat die Fraktion veranlasst, sich öffentlich für eine KiTa in Bruche auszusprechen.

„Wir möchten nicht, dass den Kindern, die derzeit die Einrichtung besuchen und den ihnen nachfolgenden Generationen, die Fahrt in eine andere, weiter entfernte KiTa der Stadt zugemutet wird“, heißt es in dem CDU-Statement. Bisher nutzten das „Haus Nazareth“ fast ausschließlich Kinder aus der näheren Umgebung. „Würde man, wie geplant, den Standort schließen und die Kinder auf andere Einrichtungen verteilen, müssten die Eltern weitere Anfahrtswege in Kauf nehmen“, befürchten die Christdemokraten.

Auch wenn nach der derzeitigen Rechtsprechung, Wege von bis zu fünf Kilometer zumutbar seien, hält es die CDU für eine zu große Belastung, die den Eltern hier aufgebürdet werden soll. Aus ökologischer Sicht mache es keinen Sinn, eine nahegelegene Kita zu schließen und die Kinder täglich auf die Reise in eine mehrere Kilometer entfernte zuschicken.

Ein Bustransfer erscheint der CDU aufgrund des Alters nicht möglich. „Es würde also dazu kommen, dass viele Eltern ihre Kinder täglich von Bruche über die ‚Simagbrücke‘ und durch die Innenstadt fahren müssten. Für Berufstätige, die ein Auto zur Verfügung haben, bei dem allmorgendlichen Verkehrsaufkommen in Betzdorf, eine Herausforderung.“ Sollte kein Fahrzeug zur Verfügung stehen, sei es unzumutbar, den Weg täglich zweimal zu gehen. Warum wolle man von dem Grundsatz „Kurze Beine, kurze Wege“ jetzt abrücken, fragen die Christdemokraten.

Immerhin betonten alle Parteien bisher, die Innenstadt vom Pkw-Verkehr zu entlasten. Der tägliche Pendelverkehr zur und von der Kita würde aber das Gegenteil bewirken, prognostiziert die CDU. Es sei seit langem bekannt, dass die „Simagbrücke“ in absehbarer Zeit neu gebaut werden muss. Doch: „Wie soll dann der Verkehr fließen?“

Die Stadt plane ein Neubaugebiet am Brucher Scheuerberg. Dort würden besonders junge Familien mit Kindern ihr Eigenheim bauen. Die Planungen zum Baugebiet und zur Schießung des Kindergartens würden synchron betrieben, erklären die Christdemokraten in der Pressemitteilung. Nach ihrer Auffassung passe das nicht zusammen. Eine nahegelegene Kita wirke sich attraktivitätssteigernd für junge Familien aus.



Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung in Bruche leisteten seit Jahren gute Arbeit, seien hoch qualifiziert und motiviert, so die CDU – und fragt rhetorisch: „Will man die sehr gut funktionierende, gewachsene Einheit zerstören und auf andere Standorte verteilen?“ Ob bei einer Verteilung auf weiter entfernte Kitas das Fachpersonal erhalten bleibt, sei ungewiss. Bei dem herrschenden Fachkräftemangel bedeute dies einen großen Verlust. Der Kindergarten in Bruche genieße in der Bevölkerung seit vielen Jahren einen hervorragenden Ruf und sei in das öffentliche Leben voll integriert. Die Eltern möchten laut CDU eine Sanierung der vom Schimmel betroffenen Gruppenräume. Doch, so die Christdemokraten: „Sie wollen ganz bestimmt nicht, dass ihr Kindergarten in Bruche geschlossen wird.“

Die CDU-Stadtratsfraktion hat die Verwaltung gebeten, zu prüfen, wenn der Kauf des Gebäudes von der Kirchengemeinde sei zu teuer sein sollte, ob ein Erwerb in Erbpacht günstiger wäre.
Ab 1. Juli würden sich voraussichtlich die Richtlinien für die Betriebserlaubnis von Kitas ändern. Die daraus entstehenden Kosten würden aber auch an den neuen Standorten anfallen. Sollte sich aus der Neuregelung ergeben, dass die Kita Bruche zu einem vertretbaren Preis baulich nicht umgebaut werden kann, bittet die CDU-Fraktion die Verwaltung zu prüfen, ob im Bestand oder auf dem Gelände des Klosters Bruche die Möglichkeit besteht, einen neuen Kindergarten zu schaffen.

„Es muss alles dafür getan werden, dass unseren Kindern auch weiterhin ein wohnortnaher Kindergartenplatz zur Verfügung steht“, heißt es in der Pressemitteilung abschließend. (PM)

So reagiert der Stadtbürgermeister von Betzdorf, Benjamin Geldsetzer, (SPD) auf die Mitteilung der CDU:

„Es ist leider wie so oft: Betriebs- und auch Bauträger sind nicht in der Lage, unseren Erzieherinnen und Kindern einen adäquaten und gesunden Platz zur Verfügung zu stellen und sofort ertönt der Hilfeschrei in Richtung Staat, in diesem Fall Stadt Betzdorf, recht schnell. Ich bin mir der Verantwortung für unsere Kinder, Erzieherinnen und Eltern aber sehr wohl bewusst und daher arbeite ich seit vielen Monaten mit Hochdruck und Kompromissbereitschaft daran, eine Lösung in der für mich schwer zu ertragenden Situation ‚Haus Nazareth‘ zu finden.

Es geht mir nicht darum, eine ‚sehr gut funktionierende, gewachsene Einheit zu zerstören‘, wie es die Kolleginnen und Kollegen der CDU schreiben, sondern darum, für unsere hochverschuldete Stadt zumutbare Verhältnisse zu schaffen. Aus diesem Grunde werde ich versuchen, dem gesamten Rat der Stadt, wenn coronabedingt wieder möglich, die Möglichkeit zu geben, sich im Vorfeld der nächsten Präsenzsitzung einen Überblick direkt vor Ort zu verschaffen, um sich selber einmal ein besseres Bild über die baulichen Zustände des Gebäudes machen zu können.

Unabhängig davon:
Wenn die CDU behauptet, die Kita werde recht schnell geschlossen, falls die Kommune die Bauträgerschaft nicht übernehme, dann weiß sie anscheinend mehr als ich. Ich hoffe hier nur stark, dass auch Betriebs- und Bauträger einen Plan-B in der Tasche haben, wie ihn die Stadt Betzdorf hat.
Denn auch ich bin der Meinung, dass eine Kita im kurzläufigen Bereich Bruche erhalten oder notfalls neu errichtet werden muss.“


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