Werbung

Nachricht vom 18.01.2021    

Warum können Vögel giftige Beeren fressen?

Aktuell kann dem Naturbeobachter auffallen, dass die eigentlich giftigen Früchte des Ilex-Strauches verstärkt von Amseln gefressen werden. Hierauf macht Diplom-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent des Umweltverbandes Naturschutzinitiative (NI) aufmerksam.

Männliche Amsel in einem noch viele Früchte tragenden Ilex-Strauch am 9. Januar 2019. Foto: Immo Vollmer, NI

Quirnbach. „Ein täglich von mir beobachteter Strauch leuchtete seit dem Herbst voller roter Früchte. Aber erst nach Neujahr sah man Amseln in solcher Menge am Strauch fressen, dass er schon vor dem 15.Januar leergefressen war“.

Wie ist das zu verstehen? In der toxikologischen Literatur liest man, dass 20 bis 30 der beerenähnlichen Steinfrüchte für den Menschen tödlich sein können.

„Wenn aktuell jede Amsel pro Tag mehr als 30 Früchte frisst, zuvor aber nicht, zeigt das, dass die Früchte zuerst auch für die Amseln ungenießbar waren. Frost und auch der zeitliche Abbauprozess von Giftstoffen bringt es mit sich, dass die schon zuvor verführerisch lecker für die Vögel aussehenden Früchte erst nach einiger Zeit essbar sind“, erläuterte Biologe Vollmer.

Ähnliche Effekte kennen wir auch von anderen Früchten. Viele Menschen wissen noch, dass auch Schlehen, Eberesche oder Weißdorn-Früchte erst nach dem Frost besser genießbar sind und für Marmelade zu verarbeiten sind.

Andere Früchte tragende Sträucher
Es ist aber nicht nur der Frost, weiß Immo Vollmer zu berichten. Beim Gang am letzten Wochenende durch eine winterliche Heckenlandschaft fielen keine Schlehen mehr auf. Holunderbeeren gibt es schon lange nicht mehr. Hagebutten waren nur noch wenige zu sehen, aber der Weißdorn und der Wasser-Schneeball waren noch voller roter Früchte. Die schwarzen Früchte des Efeus sind zurzeit noch grün. Erst zum Ausgang des Winters sind diese schwarz und werden dann auch von verschiedenen Vögeln gefressen. Ginge es nur nach dem Frost, würden alle Früchte gleichzeitig genießbar und die Vögel lebten zwei Wochen im Übermaß, bevor der Rest irgendwann verfault und das große Hungern einsetzt.
Man könnte fast den Gedanken bekommen, ein fürsorglicher Geist würde die Früchte nacheinander reifen lassen, damit die Vögel bei uns durch den ganzen Winter versorgt sind.

Gesetze der Evolution
Hier sind vermutlich die Gesetze der Evolution die Triebkraft. Pflanzenarten, die die gleiche Verbreitungsstrategie verfolgen, sollten besser nicht zur gleichen Zeit ihre Früchte anbieten. Denn die Pflanze hat ja einen Vorteil von der energieaufwändigen Früchteproduktion. Meist sind die Samenkerne widerstandsfähig gegen die scharfen Verdauungssäfte in den Vogelmägen. Der Vogelklecks in vielleicht einem Kilometer Entfernung lässt dann wieder einen neuen Strauch entstehen.

Hinweise zum richtigen Vogel füttern
Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) nimmt die Beobachtungen zum Anlass, um auf Grundanforderungen zur Vogelfütterung hinzuweisen: Grundsätzlich ist für die Vögel, die den ganzen Winter bei uns bleiben (sogenannte Standvögel) zu jeder Jahreszeit Nahrung vorhanden, wenn eine entsprechend vielgestaltige und artenreiche Landschaft noch erhalten ist. Weitere Informationen auf der Homepage der NI.

Wir berichteten mehrfach über richtige Vogelfütterung:
Vögel füttern und beobachten
NABU: Vögel füttern nicht nur im Winter
Vogelfütterung: Futterhäuschen, Meisenknödel oder Streufutter?


Mehr zum Thema:    Naturschutz   
Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Selters auf Facebook werden!


Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


30 neue Corona-Infektionen – 7-Tage-Inzidenz steigt wieder

Gegenüber Donnerstag steigt die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten im Kreis Altenkirchen am Freitag, 5. März, erneut: Es gibt 30 neue Infektionen, damit sind seit Beginn der Pandemie insgesamt 2622 Menschen positiv getestet.


Ein weiterer Corona-Todesfall, 47 neue Infektionen, kreisweit 215 Mutationen

Das Kreisgesundheitsamt meldet am Donnerstag, 4. März, einen weiteren und damit im Zuge der Pandemie den 70. Todesfall: In der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain ist eine 86-jährige Frau verstorben. Gegenüber Mittwoch gibt es 47 neue Infektionen, damit sind seit Beginn der Pandemie insgesamt 2662 Menschen positiv getestet.


Ausgangsbeschränkung und Schulschließungen: Das bedeutet die Allgemeinverfügung des Kreises

Mit Wirkung vom 4. März tritt eine Allgemeinverfügung zur weiteren Bekämpfung der Corona-Pandemie für den Kreis Altenkirchen in Kraft, die das öffentliche Leben bis inklusive 12. März stärker als die geltende 16. Corona-Bekämpfungsverordnung für Rheinland-Pfalz einschränkt. Die wichtigsten Fragen und Antworten.


Weitere Jungwölfe in der VG Altenkirchen-Flammersfeld identifiziert

In der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld konnten weitere Nachkommen des Leuscheider Wolfsrudels identifiziert werden. Das teilt das rheinland-pfälzische Umweltministerium aktuell mit. Die beiden weiblichen Tiere gehören demnach zum Wurf von 2020.


Im Wisserland gibt es mehr Start-Ups als man denkt - DigiBoost unterstützt

Derzeit beschäftigen sich viele mit dem Thema, wie das Wisserland eine Steigerung an Attraktivität erfahren kann. Doch es gibt viele junge Unternehmen, sogenannte „Start-Ups“, für die die Region des Wisserlandes und die Stadt Wissen selbst jede Menge Zukunftschancen bietet. Die drei Schulte-Brüder aus Wissen sind dafür ein gutes Beispiel. Der Fördertopf DigiBoost unterstützt mit bis zu 15.000 Euro die Digitalisierung auch des Einzelhandels.




Aktuelle Artikel aus Vereine


NI begrüßt neues Lagerkonzept „Wohnquartier“ auf dem Stegskopf

Quirnbach/Emmerzhausen. „Hiermit erscheint es uns endlich möglich, den von uns seit langem geforderten Natur- und Denkmalschutz ...

Corona: Wissener Schützenverein verschiebt Brings-Konzert erneut

Wissen. Alle Veranstaltungen konnten in 2020 leider nicht stattfinden. Man hoffte auf das Frühjahr 2021, dass alles wieder ...

Vogel des Jahres: Horch mal, wer da singt

Mainz/Holler. „Frühling kommt, der Sperling piept“, sang schon Marlene Dietrich. Kaum etwas verbinden wir so sehr mit dem ...

Amphibien suchen wieder Laichgewässer auf

Holler. Wenn im Frühjahr die Nächte wärmer werden, machen sich Kröten, Frösche und Molche wieder auf den Weg zu ihren Laichgewässern. ...

Naturschutzinitiative fordert mehr Naturschutz im Westerwald

Region. „Abgesehen von der noch nicht abgeschlossenen Erstellung von Managementplänen zu den EU-Schutzgebieten wird von der ...

Tag des Regenwurms: BUND zum Bodenschutz

Koblenz. Der Verband stellt sein aktuelles Hintergrund- und Positionspapier „Eine gute Bodenpolitik ist möglich“ nicht nur ...

Weitere Artikel


Aufregend und trostlos: Sänger von Destination Anywhere veröffentlicht Buch

Region. Sex and Drugs and Rock and Roll klingt wie ein unwiderstehliches Versprechen, wenn man 16 Jahre alt ist. Unzählige ...

Wieder ein Corona-Todesfall im Kreis Altenkirchen

Altenkirchen/Kreisgebiet. Die Gesamtzahl der Positiv-Fälle seit März 2020 steigt damit auf 1997, 1798 Menschen sind geheilt. ...

Spende ans Kulturwerk: Wissener Schützenverein zeigt sich solidarisch

Wissen. Keine Veranstaltungen, keine Messen, keine privaten Feiern oder ähnliches. Die weit über die Grenzen des Wisserlandes ...

Vorsicht beim Online-Shopping: Illegale Arzneimittel aus dem Netz

Koblenz. In zwei chinesischen Salben haben Fachleute des LUA nicht deklarierte kortisonähnliche Wirkstoffe nachgewiesen, ...

Corona: Personenbegrenzung in großen Lebensmittelmärkten nicht gleichheitswidrig

Koblenz. Dies entschied das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz in einem Eilrechtsschutzverfahren. Die Antragstellerin ...

IHK-Akademie bietet Online-Praxisforum an

Koblenz. Im Praxisforum Reisekosten- und Bewirtungsrecht steht die Problemlösung der aktuellen Fragen aus der laufenden Abrechnungsarbeit ...

Werbung