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Nachricht vom 29.01.2021    

Tauwetter und Dauerregen: Erste Überschwemmungen in der Region

Der schmelzende Schnee und der anhaltende Regen der vergangenen Tage haben dafür gesorgt, dass vielerorts im Kreis Altenkirchen die Flüsse und Bäche wie Wied, Holzbach, Mehrbach oder Sieg über die Ufer getreten sind. Und aufgrund der Wetterlage ist damit zu rechnen, dass die Pegel weiter steigen.

Überflutung in Mehren (Fotos: kkö)

Mehren/Region. Der von den Wetterdiensten vorhergesagte Temperaturanstieg und die starken Regenfälle sorgten bereits am Donnerstagabend, 28. Januar, bei den Feuerwehren für viel Arbeit. Der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld konnte am späten Abend über Einsätze in Mehren, Neitersen und Oberlahr berichten. Gegen 17.30 Uhr begann für die freiwilligen Feuerwehren der VG Altenkirchen-Flammersfeld der „Kampf“ gegen das Hochwasser. Die Einheiten Oberlahr und Neitersen mussten zu überfluteten Strassen (B 256 Neitersen) und weiteren Einsätzen ausrücken.

In Mehren trat der Mehrbach über die Ufer. Die Kräfte des Löschzuges fuhren alle Fahrzeuge aus der Halle, da das Wasser auch in das Gerätehaus zu laufen drohte. Hier musste auch ein Stromverteiler geschützt werden. Diese Verteilung versorgt auch das benachbarte Seniorenzentrum. Zunächst wurden Sandsäcke eingesetzt. Im Verlauf des Einsatzes wurde, in Absprache der Wehrleitung und des Kreisfeuerwehrinspekteurs, Ralf Schwarzbach, eine Einheit des Landkreises alarmiert.

Spezialeinheit des Landkreises alarmiert
Hierbei handelt es sich um eine Teileinheit des Gefahrstoffzuges. Stationiert ist diese Einheit im Bereich der VG Daaden-Herdorf. Die anrückenden Kräfte brachten Sonderausstattung zur Einsatzstelle nach Mehren. Hierbei handelt es sich um eine Lösung, die zum Zurückhalten von dekontaminiertem Löschwasser eingesetzt wird. Dieses Einsatzmittel besteht aus einem sogenannten Doppelkammerschlauch und wird mit Wasser gefüllt. Durch die Konstruktion kann dieser als Rückhaltebecken oder als Barriere eingesetzt werden. Wie der Wehrleiter, Matthias Theiss, erläuterte, werden die beiden unterschiedlich großen Schläuche gefüllt und können so nicht verschoben werden. Das Material sei in gleicher Weise bei den Feuerwehren der Nachbarn im Kreis Neuwied sowie im Westerwaldkreis vorhanden, so Schwarzbach. Dies sorge dafür, dass in den drei Kreisen auch größere Lagen beherrschbar seien. Mit diesem Einsatzmittel konnte ein Wassereinbruch in das Gerätehaus sowie den Stromverteiler verhindert werden.

Wieder Alarm am Freitagmorgen
Am Freitagmorgen (29. Januar) wurde die Wehrleitung der VG Altenkirchen-Flammersfeld gegen 6 Uhr erneut alarmiert. Der Löschzug Oberlahr ist derzeit noch im Einsatz im Bereich „Flachswieschen“. Hierbei handelt es sich um ein Gebiet mit zahlreichen Wochenendhäusern. Bei diesem Einsatz mussten mehrere Personen evakuiert werden. Die Feuerwehr hat im Gerätehaus Flammersfeld eine Einsatzleitug eingerichtet um alle anfallenden Einsätze abarbeiten zu können. Die Hochwasserlae wird, so die Feuerwehren und die Wetterdienste, noch bis zum Samstag anhalten. Es kommt auf die Regenmengen und die Schneeschmelze an, ob es zu einer Verschärfung der Situation kommt, so Wehrleiter Stürz. Im Laufe des Freitags sind die Feuerwehren weiter im Einsatz.



Anwohner sind in der Pflicht
Welches Ausmaß die Hochwasserlage annehmen wird, sei noch nicht abzusehen, heißt es bei der Feuerwehr Oberlahr: „Wir beobachten die Entwicklung der Lage rund um die Uhr und werden eine eventuell eintretende Gefahrenlage entsprechend bewerten.“ In diesem Zusammenhang weist die Feuerwehr darauf hin, dass die Hochwasservorsorge Aufgabe eines jeden Eigentümers ist, der in der Nähe der Gewässer wohnt. Die Feuerwehr empfiehlt daher:

Verfolgen Sie die aktuellen Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen aufmerksam.
Räumen Sie frühzeitig Sachwerte aus Kellern, Garagen und tieferliegenden Räumlichkeiten.
Informieren Sie sich über die Position Ihrer Hauptversorgungsanschlüsse im Gebäude (Strom, Gas, Wasser etc.). Schalten Sie diese frühzeitig bei einer anstehenden Überflutung ab.
Lagern Sie keine wassergefährdenden Substanzen wie Öle, Lacke, Kraftstoffe etc. in Räumen, die überflutet werden könnten.
Begeben Sie sich nicht in überflutete Räume. Hier kann Lebensgefahr durch Stromschlag bestehen!
Bei einer unmittelbaren Gefahrenlage oder einem Schadenseintritt fordern Sie die Feuerwehr über den Notruf 112 an. Die Wehrleitung in der VG Altenkirchen-Flammersfeld bittet betroffene Bürger zudem, sich an das Info-/Bürgertelefon unter der Nummer 02685 989394 zu wenden, da die Notrufnummer 112 aufgrund der vielen Anrufe teilweise blockiert wird.

Die Warn-Apps Katwarn und NINA informieren ebenfalls über eventuelle Gefahren durch die Hochwasserlage. Aktuell gibt es dort Gefahreninformationen für die Hochwasserlage Holzbach, Mehrbach und Wied. (kkö/red)


Mehr zum Thema:    Blaulicht   
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