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Nachricht vom 04.02.2021    

SBR appelliert: Das Sportsystem braucht dringend Hilfe

Der organisierte Sport im Rheinland steht still. Sporthallen und Sportplätze sind geschlossen, Corona hat auch die 3050 Vereine des Sportbundes Rheinland (SBR) fest im Griff.

SBR-Jahrespressekonferenz unter Corona-Bedingungen: Präsidentin Monika Sauer und Geschäftsführer Martin Weinitschke präsentieren das Jahresprogramm. Foto: SBR

Koblenz. Unter diesem Eindruck stand auch die Jahrespressekonferenz des SBR, die wegen der Pandemie virtuell durchgeführt wurde. Trotz aller Sorgen und Unwägbarkeiten machte SBR-Präsidentin Monika Sauer den 610.000 Mitgliedern Mut und zeigte sich zuversichtlich, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Von der Landesregierung forderte Sauer dafür die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Im Zentrum ihrer Kritik stand der Rettungsschirm des Landes für die Vereine.

Die Anforderungen, um Gelder aus dem Rettungsschirm zu erhalten, spiegelten nicht die tatsächliche Situation der Vereine und Verbände wider. „Die Bedingungen müssen entsprechend angepasst und die gesamten 3 Millionen Euro an die Vereine ausgezahlt werden“, forderte Sauer.

Mit Beginn des ersten Lockdowns im März vergangenen Jahres habe der Sportbund alles getan, um seine Mitglieder durch die Krise zu begleiten, sagte Sauer. Und dies nicht nur mit Beratungen, sondern auch mit der Neukonzeption von Aus- und Fortbildungen. „Wir haben in 2020 113 Web-Seminare mit insgesamt 4219 Teilnehmern durchgeführt. Für 2021 sind nochmals 134 Veranstaltungen in digitalen Formaten geplant.“

Nach den Worten von SBR-Geschäftsführer Martin Weinitschke haben besonders große Vereine einen Mitgliederrückgang von durchschnittlich fast sechs Prozent zu beklagen. Dies zeichne sich ab, nachdem rund 80 Prozent der SBR-Vereine ihre Bestandsmeldung eingereicht hätten. „Je größer der Verein, desto mehr Verluste“, so Weinitschke. Bisher hätten rund 17.500 Mitglieder ihren Verein verlassen, was einem Rückgang von 3,2 Prozent entspreche. Nach den Worten von Weinitschke besteht die Gefahr, dass sich diese Tendenz auch über das Jahr hinaus fortsetzt. Corona könne somit nach der Pandemie noch als „Beschleuniger“ wirken. „Das Sportsystem braucht dringend Hilfe, um nicht geschwächt aus der Krise hervorzugehen“, so der Appell des SBR-Geschäftsführers in Richtung Politik.



Vor diesem Hintergrund gewinne das SBR-Jahresmotto „Mehr Verein im Sport“ immer mehr an Bedeutung. In diesem Zusammenhang erwähnte Weinitschke das SBR-Vereinsdashboard, das aufgrund einer Befragung der SBR-Vereine zur Mitgliederentwicklung in Zusammenarbeit mit der Hochschule Koblenz entstanden sei. Hier seien alle relevanten Faktoren für die Entwicklung der Vereine zusammengefasst - ein wertvoller Datenschatz nicht nur für strategische Entscheidungen im Verein, sondern auch für Vorstandsklausuren unter der Moderation der SBR Management-
Akademie. Erfreut zeigt sich Weinitschke, dass auch die regionalen Sportbünde aus der Pfalz und Rheinhessen an dem Dashboard partizipieren und deren Vereine für einen Beitritt motivieren wollen.

Dass der Zusammenhalt der Vereine in Zeiten von Corona von existentieller Bedeutung ist, zeigt auch das neue SBR-Projekt „SPORTvereint@home“, das SBR-Abteilungsleiter „Bildung Sportpraxis, Breitensport“, Matthias Poeppel, vorstellte. Mit Unterstützung von Lotto Rheinland-Pfalz sollen auf der Plattform Online-Sportangebote der SRR-Vereine zusammengeführt und allen Mitgliedern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Bisher sind mit dem TV Oberstein, dem FSV Trier-Tarforst, der TG Konz und der TuS Horchheim vier Vereine mit 27 Kursen vertreten - an allen Werktagen von morgens bis in den Abend hinein.

Zu einem starken Zeichen der Solidarität in schweren Zeiten soll auch der Trikot-Tag des Sports in Rheinland-Pfalz am 9. Juni werden. An diesem Tag sollen sich die Sportvereinsmitglieder mit ihren Vereinstrikots auf den Social-Media Kanälen präsentieren und für ihren Sport im Sportverein werben. Auch hier wird die SBR-Initiative aus 2020 auf das gesamte Land ausgeweitet. (PM)


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