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Nachricht vom 08.02.2021    

Wissener Stadtwald Köttingsbach soll teilweise aufgeforstet werden – Spender gesucht

Es tut sich was "in der Köttingsbach" in Wissen. Nachdem hier viele Fichten gefällt werden mussten, soll der Stadtwald auf zwei großen Teilflächen wieder aufgeforstet werden. Der Hauptweg für Spaziergänger ist mittlerweile wieder frei gegeben.

Zwei größere Flächen möchte der Bürgermeister auf Vorschlag des Forstamtes in der Köttingsbach aufforsten lassen. Berno Neuhoff sucht dazu Paten, die für Stadtwald-Gutscheine von beispielsweise 10, 100 und 1000 Euro spenden, um den Eigenanteil der Stadt Wissen zu finanzieren. (Foto: Verwaltung)

Wissen. Auf Anfrage von Dr. Matthias Reuber informierte VG-Bürgermeister Berno Neuhoff, der zugleich Stadtbürgermeister ist, ihn vor Ort über die Zukunft des Stadtwaldes in der Köttingsbach. Der Hauptweg vom Schützenplatz bis zur Köttingerhöhe ist ab sofort für jedermann wieder frei zugänglich, so die gute Nachricht. Man muss aber weiter aus Sicherheitsgründen auf dem Hauptweg bleiben. Ein Teil der Flächen soll als „Mischwald“ wieder aufgeforstet werden, wenn der Stadtrat zustimmt.

Bürger, Kindertagesstätten, Sportbegeisterte und die Franziskus-Grundschule Wissen nutzen „die Köttingsbach“ schon immer und gerade im Lockdown ist der nahe Stadtwald ein beliebtes Ziel.

Zwei größere Flächen möchte Neuhoff in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Forstamt Altenkirchen, das den Bereich betreut, für die Bürger und künftigen Generationen aufforsten lassen und hier Lehrtafeln aufstellen. Das will er dem Stadtrat im Rahmen des Haushaltes 2021 vorschlagen. Für den „Netto-Eigenanteil“, nach Abzug von Zuschüssen geschätzt rund 10.000 Euro, sucht er Paten und Spender für das Zukunftsthema Wald aus der Bevölkerung.

Mischwald auf zwei großen Teilflächen wieder aufforsten
Beim Ortstermin mit Dr. Matthias Reuber informierte Bürgermeister Neuhoff über die für den Herbst diesen Jahres angedachte Wiederaufforstung, die nach dem Fällen des Fichtenbestandes notwendig wird. Darüber wird in den städtischen Gremien in Kürze beraten. Beim Spaziergang nahmen beide den aktuellen Zustand des Waldes in Augenschein und diskutierten über die verschiedenen Möglichkeiten zur Wiederaufforstung. Der Stadtbürgermeister möchte im Stadthaushalt 2021 dem Stadtrat vorschlagen, zwei Teilflächen des Stadtwaldes wieder aufzuforsten und den Rest der natürlichen Sukzession zu überlassen. Dies hat auch das Forstamt Altenkirchen vorgeschlagen und es wird im Privatwald so gehandhabt. Bei der Wiederaufforstung soll eine breite Vielfalt an heimischen Baumarten zum Einsatz kommen. Der zuständige Revierförster Weber, so Neuhoff, habe gute Vorschläge für die Baumarten. Ein Mischwald mit standortgeeigneten Bäumen soll dort in den kommenden Jahren entstehen.

„Es ist wichtig, dass der Stadtwald durch den Aufbau von klimabeständigen Mischwaldstrukturen wieder aufgeforstet wird und so auch nachfolgenden Generationen erhalten bleibt“, so Matthias Reuber. Neuhoff formuliert die Wichtigkeit des Projektes: „Nicht nur an der Vielzahl der Spaziergänger sieht man, dass der Wissener Stadtwald eine wichtige Erholungsfunktion erfüllt. Gerade in den aktuellen Zeiten in denen sich das Landschaftsbild als Folge des Klimawandels an vielen Orten ändern wird, ist es wichtig, dass wir die grünen Flächen im Stadtgebiet von Wissen erhalten und nachhaltig bewirtschaften. Dazu müssen wir im Rahmen unserer schwachen finanziellen Möglichkeiten einen Beitrag leisten und die Köttingsbach zukunftsfähig machen. Er ist unsere ‚grüne Lunge‘ inmitten der Stadt.“

Der Wissener Bürgermeister möchte zudem die Möglichkeit für sogenannte Baumpatenschaften für ganze Bereiche oder markante Bäume schaffen. Heimische Firmen, Kindertagestätten, Schulen aber auch Kleinspender sollen die Möglichkeit erhalten, sich aktiv an der zukunftsorientierten Wiederaufforstung mit „Gutscheinen“ zu beteiligen. Berno Neuhoff und Matthias Reuber freuten sich über die erste Spende von zwei Bäumen durch einen Wissener Pflanzenhof. Diese werden im Frühjahr im Stadtwald „Köttingsbach“ gepflanzt um das Konzept einer klimabeständigen und natürlichen Mischwaldstruktur symbolisch zu starten. Den Ort bestimmt der Förster und die größere Wiederaufforstung soll zum Herbst/Winter erfolgen wenn es mehr regnet.

1000 Festmeter Holz gefällt und Großteil vermarktet
Aufgrund des starken Borkenkäferbefalls im letzten Jahr musste die Köttingsbach fast komplett „durchforstet“ und auch der Hauptweg vom Schützenplatz bis hoch nach Köttingen vollständig geschlossen werden. Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Wissen hatte diese Maßnahme rechtzeitig beschlossen. Die Stadt hatte daraufhin den Bereich gesperrt und ein absolutes Betretungsverbot angeordnet. Diese Maßnahmen sind nun weitgehend abgeschlossen. Die Köttingsbach kann also wieder – wie das Landeswaldgesetz sagt: „zum Zwecke der Erholung“ – betreten werden. Bürgermeister Neuhoff: „Der Hauptweg von Wissen nach Köttingen ist unproblematisch. Die bisherigen Trampelpfade oder die früheren Trimmwege gehören nicht dazu und hier raten wir nach wie vor von der Benutzung ab.“



Rund 1000 Festmeter „Käferholz“ (Schadholz), dies entspricht ca. 35 vollbeladenen Langholz Lkws, wurden gerodet und aufgearbeitet. Davon gingen knapp 600 Festmeter in den Export. 200 wurden bereits privat verkauft und weitere 200 sollen folgen. Die Erlöse lagen bisher bei knapp 6000 Euro und decken nicht die Kosten der Abfuhr. Daher ist der Stadtwald auch unter Wirtschaftlichkeitsaspekten zu sehen. Wie überall sind die Preise am Boden und vieles an Restholz muss liegen bleiben. Es dient als Biomasse und Grundlage einer natürlichen Sukzession. Die Stadt Wissen weist darauf hin, dass der Waldbesucher, der auf eigene Gefahr die Köttingsbach betritt, unbedingt auf dem Hauptweg bleiben muss. Es könne nicht erwarten kann, dass der Waldbesitzer (die Stadt Wissen) Sicherungsmaßnahmen gegen waldtypische Gefahren an anderen Stellen ergreift. Mit diesen Gefahren müsse der Waldbesucher auf Wegen immer rechnen. Es befinden sich noch „schräg stehende Bäume“ sowie auch Bäume, die mit dem Borkenkäfer befallen sind, im Stadtwald. Weiterhin wird auch auf die derzeit bestehende Schneebruchgefahr in den Wäldern hingewiesen.

CDU-Stadtratsfraktion Wissen stellt Antrag zur Wiederaufforstung
Auch die CDU-Stadtratsfraktion Wissen holt das Thema Wiederaufforstung des Stadtwaldes in der Köttingsbach aktuell auf ihre Agenda und hat jüngst den Antrag beim Stadtbürgermeister gestellt, ein Wiederaufforstungskonzept für den Stadtwald in der Köƫngsbach zu entwickeln und mit der Wiederaufforstung noch in diesem Jahr 2021 zu beginnen. Sebastian Papenfuß, Fraktionssprecher der CDU im Stadtrat Wissen, sagt dazu: „Im Moment sind sowohl unsere Umwelt durch die Folgen der klimatischen Veränderungen, als auch die Menschen durch die Folgen der Corona-Pandemie hart getroffen. Wir möchten mit unseren Anträgen zur schnellen Wiederaufforstung des Stadtwaldes in Wissen und zur Förderung des Tourismus in unserer Heimatstadt positive Signale setzen!“ Und Michael Rödder, Vorsitzender des Stadtverbandes der CDU Wissen, ergänzt: „Jede Generation, hat mit Sicht auf die zukünftige Generation, die Aufgabe eine zukunftsfähige Umwelt zu schaffen, damit unsere nachfolgende Generation darauf aufbauen kann und neue Impulse setzen kann".

Der Stadtwald in der Köttingsbach soll nach Wunsch der CDU Wissen zudem eine höhere touristischere Bedeutung bekommen. Im Stadtwald in der Köƫngsbach bieten sich nach Ansicht der CDU die Themen „Natur, Umwelt und Tierwelt“ an. Entlang der Wegführung durch den Stadtwald könnte eine Baum-Allee ähnlich eines „Baum des Jahres Weg“ entstehen. „Besondere Baumarten“, die für die hiesigen klimatischen Bedingungen geeignet sind, könnten hier in einem größeren Abstand gepflanzt und mit entsprechenden Tafeln benannt und beschrieben werden. Die CDU Stadtratsfraktion Wissen beantragt daher, die Tourismusangebote in Wissen auszubauen, besser zu vernetzen und offensiver in der Öffentlichkeit zu bewerben, um die Attraktivität von Wissen zu steigern und den Tourismus in Wissen zu stärken. (PM/red)


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