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Nachricht vom 23.02.2021    

MSF Kirchen nimmt als einziger Verein im Kreis am ADAC-Digital-Cup teil

Sebastian Vettel hat sich schon versucht, Lewis Hamilton, Max Verstappen und viele andere mehr der Formel-1-Szene ebenfalls. Ein Wechsel von der realen in die digitale Welt des Automobilrennsports bildet selbst für Asse der Königsklasse eine Herausforderung, wie deren Resultate bisweilen zeigen. Dank modernster Technik gehören Wettfahrten, die der Wirklichkeit sehr, sehr nahe kommen, am heimischen PC oder in Simulatorenzentren in eigens geschaffenen Konkurrenzen unter dem Oberbegriff "Simracing" zum Alltag.

Arbeitsplatz Cockpit im Simracing: Das Eintauchen in die Welt des realen Motorsports bietet die digitale Variante. (Foto: ADAC)

Kirchen. Es ist ein Hobby, das Motorsportbegeisterte in seinen Bann zieht: sich einmal auf die Spuren der Großen des Geschäfts zu begeben und die Rennstrecken dieser Welt selbst zu "erfahren", ohne ein reales Auto auch nur einen einzigen Meter zu bewegen. Der digitale Fortschritt und die immer größer werdende Zahl an (Hobby)Fahrern bedingten, dass "Simracing" seit dem Jahr 2018 sogar eine Heimstatt unter dem Dach des ADAC Mittelrhein gefunden hat. "Wir waren von Anfang an dabei", sagt Ralf Schmidt von den Motorsportfreunden (MSF) Kirchen, dem einzigen Verein im Kreis Altenkirchen, der den virtuellen und organisierten Rennsport mit ins Leben gerufen hat, ihn nach wie vor betreibt und dessen Fahrer am "ADAC Digital Cup" teilnehmen. Aber, und die Einschränkung folgt auf dem Fuß: "Die vergangene Wintersaison musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden." Denn auch für die Zentren, in denen die Simulatoren für die Rennen um den "Pott" stehen, galten und gelten nach wie vor die von oben verordneten Nutzungseinschränkungen. Die Fahrersitze der MSF-Piloten stehen in erster Linie bei der Firma Simulationstechnik Lingnau in Windeck. Sind es bei der Premiere der Serie vor nunmehr fast drei Jahren nur rund ein Dutzend Klubs aus dem ADAC Mittelrhein, die sich auf die Online-Hatz machen, so wächst die Zahl inzwischen auf rund 55 aus dem gesamten Bundesgebiet mit über 70 Mannschaften. Der Boom wirkt parallel auf organisatorischer Seite nach: Gemeinsam leiten inzwischen der ADAC Mittelrhein und der ADAC Nordrhein die Geschicke der Serie.

Übung macht den Meister
Schmidt, in der Anfangszeit mitunter auch am Steuer eines von einer Software erzeugten Wagens, ist nach wie vor Feuer und Flamme für diese extrem sichere Variante des schnellen Fahrens um Siege und Platzierungen. "Nach nur zehn Minuten hinter dem Bildschirm hat man das Gefühl, man sitzt in einem richtigen Rennwagen", beschreibt er seine Eindrücke und kennt die Herausforderungen: "Gas zu richtigen Zeit geben, die Bremspunkte vor Kurven finden." Dabei helfen Testfahren und das Qualifying auf den Strecken, die für viele die Welt bedeuten. Übung mache halt den Meister, die Konzentration aufrecht zu erhalten, sei ein wichtiger Aspekt. Für ihn bietet die Rennsoftware wie beispielsweise Assetto Corsa die Grundlage für eine "tolle Performance". Können die Kirchener in der Premierensaison zunächst noch ein knappes Dutzend Fahrer an den Start bringen, schrumpft die Zahl auf aktuell drei. "Zeitlich sind einige stärker eingebunden. Eine berufliche Ausbildung hat eben Vorrang", weiß Schmidt und verdeutlicht, dass sich die Simracing-Aktivitäten des Vereins eher an Jugendliche richtet, die ihre ersten motorsportlichen Erfahrungen im Kartslalom gemacht haben. Für sie ist und bleibt Schmidt, der auch schon als Jugendleiter im Klub gearbeitet hat, der Ansprechpartner, der Betreuer, der sie zu den Auftritten im Simulatorenzentrum begleitet.

Wann endet die Rennpause?
Trotz Komplettstreichung der Winteraktivitäten bleibt Gunnar Miesen, Serienkoordinator ADAC Digital Cup beim ADAC Mittelrhein, optimistisch, dass die erzwungene Rennpause nicht mehr allzu lange währt. Die Planung für die Wiederaufnahme des Geschehens ist so gut wie abgeschlossen: Sommer-Endurance-Cup mit bis zu sechs und im Anschluss in der kalten und trüben Jahreszeit der Digital-Cup mit vier bis sechs Läufen. "Die Nachfrage ist da, der Zuspruch ungebrochen", verdeutlicht er die Situation. An der Abwicklung wird sich nichts ändern, so dass die Piloten die Hardware in den "Spielhallen" nutzen werden und sich nicht zuhause vor die Bildschirme setzen dürfen. Pro Gerät fallen für die Nutzung im Schnitt rund 40 Euro pro Stunde an. Laut Miesen können pro Saison und Team bis zu 1000 Euro inklusive Einschreibegebühr fällig werden, wobei der ADAC per Zuschuss einen Teil der Ausgaben auffängt.

Europäische Strecken sind gefragt
Die Streckenauswahl liegt in Händen des Organisators. "Vor allem europäische Strecken sind gewünscht", erläutert Miesen, dazu zählt er den Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings (mit Kurzanbindung), Monza, Imola oder den Red-Bull-Ring am Spielberg in Österreich. Leguna Seca oder Watkins Glen (beide USA) seien nicht auf sehr viel Gegenliebe gestoßen. Rund zehn Routen bilden das Rückgrat der Betätigungsfelder, auf denen beim Digital-Cup dann in unterschiedlichen Ligen mit Auf- und Abstieg gewertet wird (Stand zur Saison 2020/21): Liga 1 mit GT3-Fahrzeugen wie Audi R8 LMS 2019 oder McLaren 6505 GT3, Liga 2 mit GT4-Fahrzeugen wie Ford Mustang GT4 oder Posche Caymann GT4 und Liga 3 mit Tourenwagen (Seat Leon Cupra, Mercedes A45 AMG). Pro Kategorie sind maximal 36 Fahrzeuge zugelassen. Laut Schmidt darf sich jeder Verein aus einem Pool von Autos pro Klasse das aussuchen, das dem Team den größtmöglichen Erfolg verspricht. Die Renndauer variiert zwischen 120 und 150 Minuten, Boxenstopps mit Mindeststandzeit und Fahrerwechsel sind obligatorisch. Der Start erfolgt rollend wie in Indianapolis.

Eine Menge Vorgaben
Vorgeschrieben werden zudem die Anforderungen, die die "Arbeitsplätze" der Fahrer, für deren Ausrüstungen ebenfalls Kriterien gelten, aufzuweisen haben. Sie beginnen beim Sichtsystem, schließen das Motion Systen, die Pedalerie und das Lenkrad ein und enden bei der Sicherheit. Die Simulatoren werden technisch abgenommen, ehe der erste Start erfolgt. Darüber hinaus darf jedes Fahrzeug in den Vereinsfarben lackiert werden, darf es Schriftzüge von Sponsoren erhalten, was laut Reglement "ausdrücklich erwünscht" ist. Für die Vorbereitung der Renner gelten unterschiedliche Voraussetzungen. Während es für Liga 1 und 2 in puncto Fahrzeugeinstellungen keine Beschränkungen gibt, dürfen bei Kategorie-3-Fahrzeugen nur die Bremsbalance, die Bremskraft, die Traktionskontrolle, das Antiblockiersystem und der Reifendruck angepasst werden. Schmidt hebt einen weiteren interessanten Aspekt hervor, der die ganze Digital-Cup-Serie noch näher an die Wirklichkeit heranführt: Live-Streaming mit Kommentar von "rennerfahrenen Leuten".

Neue Mitglieder gewinnen
Und warum legt der ADAC sich so ins Zeug? Das Vorwort zur Rahmen-Ausschreibung für Rundstrecken-Serien im Simracing beantwortet diese Frage; "Der ADAC-Digital-Cup richtet sich an ADAC-Ortsclubs und bietet den Vereinen die Möglichkeit, digitalen Motorsport in einem professionellen Umfeld zu betreiben. Hierfür kommen Motion-Simulatoren zum Einsatz, welche den Vereinen in Simulatoren-Centern zur Verfügung gestellt werden. Die Wettbewerbe werden in mehreren Ligen ausgetragen, wobei ein Auf- und Abstiegssystem zum Tragen kommt, wie es aus anderen Sportarten bekannt ist. Insbesondere soll den Vereinen mit dem ADAC-Digital-Cup die Möglichkeit geboten werden, ihr Leistungsangebot gegenüber bestehenden Mitgliedern zu erweitern und darüber hinaus neue Mitglieder mit einem modernen Angebot zu gewinnen." Bliebe noch, den Begriff Simracing zu erklären (siehe www.earlygame.com): "Simracing ist die Kurzform von ,simulated racing' (Deutsch: simulierte Rennen) und bezeichnet eine eigene E-Sport-Kategorie. Wie der Name bereits vermuten lässt, dreht sich in diesem Genre alles darum, den realen Rennsport möglichst akkurat widerzuspiegeln – und das inklusive möglicher Variablen wie Benzinverbrauch, Reifenabnutzung und Fahrzeug-Setup." (vh)


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