Werbung

Nachricht vom 27.02.2021    

Offener Brief aus Altenkirchen: Ministerium antwortet auf Kritik an Impfverteilung

Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium hat auf den offenen Brief des Betriebsrates im Krankenhaus Altenkirchen an Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler reagiert. Der Betriebsrat hatte die aus seiner Sicht nicht nachvollziehbare Impfverteilpraxis kritisiert.

(Symbolbild: Pixabay)

Kreis Altenkirchen. Der offene Brief an die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium sollte ein „Hilferuf“ der Beschäftigten im Gesundheitssystem sein. Dabei wurde vor allem die Vergabe des Impfstoffes von Astra Zeneca an die Mitarbeiter im Gesundheitswesen in Frage gestellt, da diesem im Vergleich zu den Impfstoffen von Biontech/Pfizer sowie Moderna eine geringere Wirkung vor allem gegen Mutationen des Coronavirus‘ nachgesagt wird. Der Betriebsrat fragte daher unter anderem in seinem offen Brief: „Sollte man nicht dafür absolutes Verständnis haben, die Bedenken ernst nehmen und sich weiterhin für den Impfstoff mit der deutlich höheren Akzeptanz einsetzen?“

Darauf folgte nun die Reaktion aus dem Gesundheitsministerium. Die Antwort von Ministeriumsmitarbeiter Jochen Metzner im Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Badiu, sehr geehrte Damen und Herren Betriebsratsmitglieder, Frau Ministerin Bätzing-Lichtenthäler hat mich gebeten, Ihnen auf Ihren Offenen Brief vom 24.02.2021 zu antworten.

Mir ist bewusst, dass das Thema Impfen gerade in den Krankenhäusern, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit nunmehr über einem Jahr täglich mit dem Corona-Virus und seinen Auswirkungen konfrontiert werden, einen ganz hohen Stellenwert hat. Ich finde es gut, dass Sie sich intensiv damit beschäftigen und dass Sie angesichts der hohen Belastungen und der erhöhten Ansteckungsgefahr, der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter speziell auch im DRK-Krankenhaus Altenkirchen ausgesetzt sind, den bestmöglichen Impfschutz wollen.

Ich teile allerdings Ihre Bedenken gegen den Impfstoff von AstraZeneca nicht und das gilt auch für Frau Ministerin Bätzing-Lichtenthäler wie auch für die übrigen 15 Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder sowie Herrn Bundesgesundheitsminister Spahn. Die ganz große Mehrheit der Experten ist der Auffassung, dass dieser Impfstoff hoch wirksam ist und vor allem vor schweren Verlaufsformen einer COVID-19-Erkrankung schützt. - 2 - Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, hat hierzu am 18.02.2021 folgende Aussage getroffen: ‚Der COVID-19- Impfstoff von AstraZeneca ist hochwirksam. Er verhindert in der Mehrzahl der Fälle eine COVID-19-Erkrankung oder mildert bei Erkrankungen die Symptome. Keiner der zweimal geimpften Studienteilnehmenden der Zulassungsstudie musste nach einer AstraZeneca-Impfung mit einer Coronavirus-2-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert werden. Von der erwarteten Schutzimpfung profitiert jeder einzelne Geimpfte‘.



Eine aktuelle Studie der schottischen Gesundheitsbehörde hat ergeben, dass das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung nach der ersten AstraZeneca-Impfung bereits um 94% niedriger ist, bei Biontech/Pfizer waren es nach der ersten Impfung 85%. In die Studie wurden immerhin 490.000 Menschen, die mit AstraZeneca geimpft waren und 650.000, die den Biontech/Pfizer-Impfstoff erhalten haben, einbezogen. Auch bei Mutationen desVirus wirkt AstraZeneca gut gegen die britische Variante B117 sehr gut und scheint auch bei den anderen Mutationen Schutz vor schweren Verläufen zu bieten, dazu liegen aber noch keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Aus rechtlichen Gründen ist es zudem nicht möglich, sich den Impfstoff auszusuchen. In der Impfverordnung des Bundes (CoronaImpfV) ist in § 2 Abs. 2 für Personen, die mit höchster Priorität Anspruch auf eine Schutzimpfung haben, geregelt: ‚Sofern Impfstoffe von der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut ausschließlich für Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet und das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, empfohlen werden, sollen diese Personen vorrangig mit diesen Impfstoffen versorgt werden.‘ Diese Regelung zur Impfstoffpriorisierung gilt auch für die weiteren priorisierten Gruppen nach §§ 3 und 4 der CoronaImpfV.

Von einer gesetzlichen Sollvorschrift darf nur in atypischen Fällen abgewichen werden, hier etwa aus nachgewiesenen medizinischen Gründen. Der bloße Wunsch, einen - 3 - vermeintlich wirksameren Impfstoff zu erhalten, zählt nicht dazu. In der Begründung zu § 1 Corona-ImpfV heißt es dazu: ‚Darüber hinaus beinhaltet der Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 nicht das Recht, den Impfstoff eines bestimmten Herstellers zu wählen.‘ Insofern kann und darf ich Ihrem Wunsch, dass Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DRK-Krankenhauses Altenkirchen mit einem mRNA-Impfstoff geimpft werden, nicht nachkommen. Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer stehen derzeit nur für diejenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung, die mindestens 16 Jahre und noch unter 18 Jahren sind (für diese Altergruppe ist nur der Pfizer/Biontech-Impfstoff zugelassen) oder für Personen, die 65 Jahre und älter sind. Abschließend appelliere ich an Sie, sich mit AstraZeneca impfen zu lassen und dies auch allen Kolleginnen und Kollegen im DRK-Krankenhaus in Altenkirchen zu empfehlen. Im Laufe des März wird allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus ein Impfangebot gemacht werden können! Der Impfstoff ist hochwirksam! Eine Impfung, gleich mit welchem der zugelassenen Impfstoffe, ist die wirksamste Waffe im Kampf gegen das Coronavirus!“ (red/PM)


Mehr zum Thema:    Coronavirus   
Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Altenkirchen-Flammersfeld auf Facebook werden!


Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Corona: Ausnahmen für vollständig Geimpfte in Rheinland-Pfalz

Am Freitag, den 9. März hat der rheinland-pfälzische Ministerrat Änderungen der Corona-Bekämpfungsverordnung sowie der Absonderungsverordnung beraten und beschlossen.


Corona im Kreis Altenkirchen: Zwei Todesfälle, 39 Neuinfektionen

Die Inzidenz steigt auf 128,9: Es gibt zwei weitere Todesfälle im Zuge der Pandemie. In der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld verstarb ein Mann im Alter von 76 Jahren, in der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain eine Frau im Alter von 79 Jahren. Landrat Dr. Peter Enders fordert indes Impfungen für die Feuerwehr.


Polizei warnt vor betrügerischen SMS und Rückrufaufforderungen

Momentan melden sich bei der Polizei viele verunsicherte Handy- und Smartphone-Besitzer und erkundigen sich über SMS, die von scheinbar bekannten Unternehmen stammen.


VG-Bürgermeisterwahl Kirchen: Kandidaten jetzt offiziell – Conrad (CDU) gegen Hundhausen (SPD)

[ERGÄNZT] Zwar stand die formelle Nominierung noch aus, doch seit Wochen ist klar: Kirchens Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen tritt für die SPD als Nachfolger des verstorbenen VG-Bürgermeisters Maik Köhler an. Nun hat auch die CDU ihren Kandidaten bekanntgegeben und - genauso wie aktuell die SPD - offiziell bestätigt.


Wenn die Thuja-Hecke zum offenen Feuer wird...

Endlich wieder ein sonniger Freitag im Bindweider Land. Kein Wunder, wenn man sich dann auf ein saftiges Stück Fleisch freut, den Grill entzündet und die Feuerwehr ruft, die in Windeseile zur Stelle ist. Die Feuerwehr? Naja: Eine nahestehende Thuja kann einem das Grillen ziemlich vermiesen.




Aktuelle Artikel aus Region


Leserbrief zu Corona-Regeln für Kindergärten

Region. Der Leserbrief hat folgenden Wortlaut: „Mein Name ist Stephan Kurenbach, ich bin Pädagoge und leite seit zwei Jahren ...

Krad-Unfall und zwei Fahrerfluchten auf der B256

Kreis Altenkirchen. Am Freitag, 9. April, kam es auf der B 256 zwischen Eichen und Bruchermühle zu einem Verkehrsunfall mit ...

Corona: Ausnahmen für vollständig Geimpfte in Rheinland-Pfalz

Region. Insbesondere wurden für vollständig geimpfte Personen Ausnahmen von der Testpflicht und von der Absonderungspflicht ...

Wenn die Thuja-Hecke zum offenen Feuer wird...

Malberg. Ein Thuja-Brand in der Bornstraße in Malberg löste am Freitag Nachmittag gegen 16.30 Uhr Großalarm bei den umliegenden ...

Umzug der Martin-Luther-Grundschule: Ab Sommer in der ehemaligen „Bertha“

Betzdorf. Für die Martin-Luther-Grundschule öffnet sich wenige Fußminuten entfernt zum neuen Schuljahr ein neues Kapitel. ...

Westerwaldwetter: Regnerisches Wochenende steht bevor

Region. Nach einem sommerlich anmutenden Märzende zeigt sich der April nun von seiner klassischen Seite. Mit der von Norden ...

Weitere Artikel


Vogel des Jahres: Horch mal, wer da singt

Mainz/Holler. „Frühling kommt, der Sperling piept“, sang schon Marlene Dietrich. Kaum etwas verbinden wir so sehr mit dem ...

Volksbank Gebhardshain: Leiter im Ruhestand nach 41 Jahren Betriebszugehörigkeit

Gebhardshain. Über einen personellen Wechsel an der Spitze der Gebhardshainer Volkbank informiert nun eine Pressemitteilung. ...

250 Jahre alte Eiche gefällt: Baumfrevel im Katzwinkeler Forstrevier macht fassungslos

Katzwinkel/Region. Am Freitag (25. Februar) zeigte die Hatzfeldt-Wildenburg`sche Forstverwaltung Sachbeschädigungen durch ...

Bestattungshaus Heer: Würdevoller Abschied ganz individuell auch in der Pandemie

Wissen. Im Jahr 2005 übernahmen Belinda und Ralf Kohlhaas das damals seit über 70 Jahre bestehende Bestattungshaus Heer und ...

LFV stellt klar: Schnelltest-Einsatz muss freiwillig sein!

Region. Eine Aufgabenzuweisung an die Wehren als solche zur Errichtung, Organisation und Betrieb solcher Teststationen wird ...

Eine neue Zooschule entsteht in Neuwied

Neuwied. Die alten Räumlichkeiten der Zooschule waren in die Jahre gekommen und nicht mehr zeitgemäß. Viele Versuche seitens ...

Werbung