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Nachricht vom 28.02.2021    

Biohof Hachenburg: Garant für tierisches und menschliches Wohlergehen

Von Wolfgang Tischler

Ein freundlicher Hund begrüßt schwanzwedelnd alle Besucher des Bioland-Hofs der Familie Mies, auch Sandra Köster, Vorständin der Regionalmarketing-Initiative „Wir Westerwälder“, die Kuriere und Wirtschaftsförderer Jörg Hohenadel, Spezialist für Natur-Genuss.

Die Jungbullen sind im Winter im Laufstall. Fotos: Wolfgang Tischler

Hachenburg. Der Anspruch der drei Landräte Hallerbach (NR), Dr. Enders (AK) und Schwickert (WW) „Mehr Regionalität auf den Tisch bringen“ deckt sich mit der Philosophie des Hachenburgers Christoph Mies „Wissen, wo es herkommt: Bio erleben, Bio genießen!“

Seit 1960 ist der landwirtschaftliche Betrieb Mies am heutigen Standort in Hachenburg in direkter Nachbarschaft zum Landschaftsmuseum und der Forstverwaltung tätig. Anfänglich als klassischer Betrieb mit Milchviehhaltung, Schweinen und Geflügel, wurde der Betrieb 1990 mit erfolgreichem Abschluss der forstwirtschaftlichen Ausbildung von Christoph Mies in neue Bahnen geführt. Durch einen Auslandsaufenthalt beim Stadtforst in Zürich wurde der Grundstein für eine neue Ausrichtung des Betriebes gelegt. Neben Forst- und Landwirt ist Christoph Mies auch gelernter Metzger. Seine Frau ist Köchin, die gern auch Kochtipps gibt.

Beide Söhne wollen die Landwirtschaft weiterbetreiben, einer nach seiner Ausbildung zum Metallbauer, ein Handwerk, das ebenfalls dem Hof nützlich ist. Das bringt das Luxus-Problem mit sich, dass Einkommen für drei Familien erwirtschaftet werden müssen. Daher wurde im September 2020 mit der Vermarktung der Hachenburger „BeefBox“ begonnen. Förderlich für die Vermarktung ist, dass durch die Corona-Pandemie ein Bewusstseinswandel in Richtung regionale und qualitativ hochwertige Lebensmittel stattgefunden hat. Das Fleisch ist hochpreisig, aber auch hochwertig. Die Kundschaft kommt aus allen Alters- und Einkommensgruppen, zum Teil auch aus dem Kölner Ballungsraum. Das Feedback der Verbraucher ist absolut positiv. Sie schätzen die Transparenz der Lebensmittelerzeugung.

Der Biohof ist ein in sich geschlossenes System, in dem drei Generationen nach derselben Maxime handeln. Grundlage für die Landwirtschaft sind gesunde Böden ohne Einsatz von Kunstdünger, daher wird auf dem Hof eigener Biokompost hergestellt. Grüngut, auch von Privathaushalten, wird in der betriebseigenen Anlage kompostiert und verkauft, ebenso Rindenmulch und Hackschnitzel aus Wäller Holz. Der Einsatz des Bio-Komposts als biologischer Nährstoff zahlt sich mittlerweile aus: Am 25. Februar wurde der Betrieb für besondere Naturschutzleistungen im Projekt „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ ausgezeichnet.

Die Artenvielfalt des Bewuchses auf den Flächen kommt direkt den Tieren zu Gute, denn die Mutterkuhherden der französischen Rinderrasse Limousin (teilweise gekreuzt mit Wagyu) sind ganzjährig im Familienverbund im Freien. Lediglich die Mastbullen sind im Winter im Stall, da die männlichen Tiere empfindlicher sind als die weiblichen. Sie ernähren sich ausschließlich von bio-logischem Futter, ohne Gentechnik und ohne Antibiotika. Da die Rinder Gras fressen, regen sie durch ihren Verbiss das Wachstum des Grases an, das im Wurzelwerk CO2 speichert. Es werden nur soviel Tiere gehalten wie die Fläche ernährt, das sind zwischen 250 und 300 Stück aus eigener Nachzucht. Auch das ist ein geschlossenes System. Dass die Rinder artgerecht aufgezogen und zufrieden sind, sieht man daran, dass sie mit wehrhaften Hörnern in der Gruppe leben, ohne Aggression zu entwickeln.



Tierschutz und Fleischqualität sind nicht besser zu machen. Am Ende der Weidehaltung steht die Weideschlachtung, denn Christoph Mies folgt seinem Traum, dass kein Tier den Hof lebend verlassen soll: Ein Metzger mit Jagderfahrung erschießt ein Rind vom Hochsitz aus, die Herde sieht nur das umfallende Tier, bringt den Knall damit aber nicht in Verbindung. Die Idee ist, dass die Bio-Tiere nicht am Ende das gleiche Schicksal haben sollen wie konventionelle Tiere. Das Veterinäramt begleitet jedes Mal das Pilotprojekt Weideschlachtung.

Durch die stressfreie Schlachtung direkt auf der Weide wird kein Adrenalin in das Fleisch abgegeben. Dann wird das Rind mit dem Frontlader hochgehoben und in eine Wanne ausbluten lassen. Anschließend nimmt der Metzger das Tier zum Zerlegen mit. Er lässt das Fleisch drei Wochen lang abhängen, bevor er es per Hand zuschneidet und küchenfertig vakuumiert.

Der Metzger bringt freitags die Fleischpakete im Kühlanhänger zum Hof. Dann ist der Einsatz der gesamten Familie beim Konfektionieren gefragt. Es werden Boxen in der Version Classic (drei Kilogramm) oder Premium (sieben Kilogramm) gepackt und etikettiert. Der darauffolgende Samstag ist der Abholtag für die Kundschaft, an dem auch viele persönliche Gespräche geführt werden. Der nächste Verkaufstermin für die Bioland-zertifizierte Hachenburger „BeefBox“ mit diesem einzigartigen bio-logischen Fleisch von Filet und Steaks bis hin zu allen Zutaten für schmackhafte Schmorgerichte und leckere Burger, ist der 27. März. Es werden noch Bestellungen per E-Mail unter mail@biohof-hachenburg.de dafür entgegengenommen. Wer gerne weitere Informationen über den Biohof wünscht, bekommt sie auf der Homepage.
woti


Mehr zum Thema:    Regionale Erzeuger   
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