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Nachricht vom 01.03.2021    

Ausgangssperre und Schulschließungen: „Wir müssen uns zusammenreißen, aber kritisch bleiben“

Von Daniel-David Pirker

MEINUNG | Die verschärften Lockdown-Maßnahmen im Kreis Altenkirchen bedeuten: Es wird schlimmer, bevor es besser wird. Verantwortlich ist nicht nur die Politik - auch wir selbst, meint unser Redakteur Daniel Pirker. Wir müssen nun noch mehr Verzicht üben, dürfen aber dabei das eigene Denken nicht aufgeben.

Die 7-Tage-Inzidenz-Werte im AK-Land, die in den zurückliegenden Tagen immer die Marke von 100 überschritten hatten, bleiben nicht ohne Konsequenzen. Unser Redakteur Daniel Pirker kommentiert: "Es wird schlimmer, bevor es besser wird." (Fotos: Pixabay, Matthias Ketz)

Kreis Altenkirchen. Die Inzidenz-Werte im Kreis Altenkirchen sind durch die Decke geschossen. Und so weh es tut: Manche müssen anfangen, sich zusammenzureißen, oder sich zumindest wieder zusammenreißen. In keinem anderen rheinland-pfälzischen Landkreis gibt es so viele aktuelle Corona-Fälle wie bei uns. Kein Weg führte an den Verschärfungen des Lockdowns und der Rücknahme der Schul-Öffnungen vorbei. Natürlich kann man über Einzelmaßnahmen diskutieren. Mir fällt da etwa die Maskenpflicht in unseren auch in normalen Zeiten eher wenig frequentierten Fußgängerzonen ein. Aber die Verantwortlichen haben im Großen und Ganzen richtig entschieden.

Was sind nun die Gründe für die gefährlich hohen Corona-Werte im Norden des Landes? Klar, das Infektionsgeschehen ist diffus, wie es so schön heißt. Keine einzelne Baptistenhochzeit kann diesmal verantwortlich gemacht werden. Stattdessen muss sich jede und jeder fragen, ob er oder sie in den letzten Wochen richtig gehandelt hat. Was damit gemeint ist? Das muss an dieser Stelle nicht detailliert ausgeführt werden. Was hilft, die Verbreitung des Virus in Zaum zu halten, muss man noch nicht einmal gezielt recherchieren. Man muss blind und taub zugleich sein, um die Regeln nicht zu kennen.

Doch darf uns diese von oben erzwungene Übung zur Selbst-Reflexion nicht davon abhalten, politische Entscheidungen kritisch zu hinterfragen. Immerhin werden Grundrechte eingeschränkt. Freiheit muss mehr sein als ein Wort in Parteitagsprogrammen. Und die Bundesrepublik kann stolz sein auf ihre liberalen Grundsätze, besonders mit Blick auf etwa Russland oder China. Umso mehr schmerzt es, wie es die Verantwortlichen schlicht verbockt haben, die Freiheitsbeschränkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Die Brexit-Briten lachen sich über unser Impf-Versagen kaputt. Und genauso schlimm: Die Politik hat darin versagt, unsere Schutzbedürftigsten, Kinder und Senioren, zu schützen. Wieso man die Schulen öffnen wollte, ohne jeden Morgen zu testen, bleibt ein Rätsel. Österreich, das bei weitem auch nicht alles richtig gemacht hat, gelingt dies. Dabei darf der Lockdown-Hammer immer nur das letzte Werkzeug sein, wenn cleverere Alternativen nicht funktioniert haben.



Aber die Lockdown-Verschärfungen regen auch an, den Blick auf andere Kommunen zu richten. Natürlich fällt einem hier direkt Tübingen ein, das einfach „sein Ding durchzog“. Weitere Beispiele? Der Landkreis Böblingen, der erfolgreich Infektionsketten durchbrechen konnte, indem er auf eigene Kosten Schnelltests für alle anbietet. Im Kreis Borken hat man einfach ein eigenes Impf-Management etabliert. In dem Wahlkreis von Jens Spahn geht man nun eigene Wege bei der Termin-Vergabe. Offenbar effektiv.

Alles in allem heißt es nun besonders für uns AKler: Es wird schlimmer, bevor es besser wird. Nämlich auch das dürfen wir nicht vergessen: Der Wendepunkt ist greifbar. Für uns leider nun später als für andere. Wir müssen uns weiterhin zusammenreißen. Doch müssen wir dabei auch kritisch bleiben und dürfen das eigene Denken nicht einstellen. Oder wie es der große englische Premier Winston Churchill jedem Zuhörer seiner letzten Rede in den Kopf hämmerte: „Gib niemals auf! Nie! Nie! Nie!”. (ddp)


Mehr zum Thema:    Coronavirus   
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