Winter im Kreis Altenkirchen: Mancherorts wird das Streusalz knapp
Von Regina Morkramer
Die Straßen sind weiß, teilweise vereist - ein Glück, dass sich insbesondere Autofahrer in großen Teilen der Region auf den Winterdienst verlassen können. Aber was, wenn das Streusalz ausgeht? Wir haben nachgefragt, wie es aktuell um die Vorräte steht.
Kreis Altenkirchen. Zuständig für den Winterdienst und damit auch für das Räumen der Straßen von Schnee sowie das Streuen von Salz gegen Glätte sind in der Regel die Bauhöfe der Gemeinden. Und die kümmern sich entsprechend um ihre Streusalz-Vorräte. Im benachbarten Siegerland meldet jedoch aktuell die Gemeinde Burbach, dass das Streusalz für die Straßen knapp wird: Der Lieferant der Burbacher Verwaltung habe am Dienstag mitgeteilt, dass es auf dem Markt aktuell nicht ausreichend Salz gebe, um den Bedarf zu decken. Wie sieht es bei uns im Kreis Altenkirchen aus? Wir haben nachgefragt.
In Kirchen und Umgebung "ist die Salzknappheit kein Thema", versichert Christoph Behner vom städtischen Bauhof. "Bei uns ist die Lage entspannt". Der Bauhof in Kirchen ist für das Streuen in der Stadt Kirchen und den umliegenden Ortsteilen zuständig. "Dass es bei uns um die Salzvorräte so gut steht, liegt vor allem an benachbarten Firmen, die uns mit Streusalz beliefern", erklärt Behner. Ähnlich sehe es in Niederfischbach aus. "Wir stehen in engem Austausch mit dem Bauhof dort. Auch bei ihnen ist das Salz nicht knapp." Behner führt aus, dass es in Kirchen, Niederfischbach und Umgebung auch vor allem der Spedition Wolfgang Hermann zu verdanken sei, dass immer genug Streusalz für die Bauhöfe vorhanden ist. "Die Firma lagert und besorgt auch Salz für uns. Von daher fühlen wir uns gut versorgt."
Anja Hauske, bei der der Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen-Flammersfeld zuständig für den Bauhof, versichert ebenfalls, dass "aktuell noch genug Salz da" ist. Sie räumt aber ein, dass sich die Situation ändern kann, wenn der Schneefall weiter so anhalte und das Salz durchaus knapp werden könne. "Aber noch kann man keinesfalls von Knappheit sprechen", betont Hauske. "Mit unseren Vorräten kommen wir gut übers Wochenende und auch noch ein bis zwei Wochen weiter. Wir haben einiges bestellt." Mit Streusalz beliefert wird die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld von einem Salzbergwerk in Baden-Württemberg. "Für die nächsten Tage sind weitere Lieferungen geplant", erfährt man von Anja Hauske.
Ähnlich entspannt blickt man in Betzdorf auf die kommende Zeit. "Wir haben genug Salz", ist sich Bauhofleiter Oliver Brato sicher. "Anfang des vergangenen Jahres haben wir schon Streusalz geordert. Das liegt für uns bereit und darauf können wir zurückgreifen. Für den normalen Bedarf reicht das auf jeden Fall aus." Brato erklärt aber auch, dass die Streubedingungen anders seien als beispielsweise im vergangenen Jahr. "Dadurch, dass es dauerhaft kalt ist, streuen wir auch mehr. Sonst hatten wir zwischendurch immer mal Tauwetter, aber zurzeit streuen wir durchgehend." Die Gefahr, dass das Streusalz ausgeht, sieht Brato dennoch nicht. "Die Leute müssen sich keine Sorgen machen. Wir haben noch."
Auch in Wissen kann man noch auf ausreichend Vorräte an Streusalz zurückgreifen, obwohl es auch hier bereits zu Lieferverzögerungen gekommen ist, wie Bauhofleiter Martin Buchen berichtet. "Wir hätten in dieser Woche eine neue Lieferung Streusalz bekommen sollen. Heute rief der Zulieferer an und erklärte, dass er erst am Montag wieder liefern kann, weil sie nicht hinterher kommen." Das sei aber kein Problem, so Buchen. "Wir haben frühzeitig vorgesorgt und wir haben diese Woche bereits eine Lieferung erhalten. Unser Vorteil ist, dass wir zwei Silos mit Vorräten an Streusalz haben. Damit kommen wir auf jeden Fall bis Montag hin."
Hier gehen die Vorräte an Streusalz zur Neige
Anders sieht es in der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) aus. Hier sind die Streusalzvorräte in den vergangenen Tagen zur Neige gegangen, wie der Bauhof aktuell auf Nachfrage mitteilt. "Der Bauhof der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) hatte frühzeitig Bestellungen für neues Streusalz aufgegeben, es kommt derzeit jedoch zu Lieferschwierigkeiten seitens des Zulieferers", erklärt die Verwaltung. Zwei große Streusalzlieferungen des Bauhofs seien am Mittwoch (7. Januar) noch ausstehend. Mitarbeiter des Bauhofs haben den Angaben zufolge mit Ausblick auf die Wetterlage im Eilverfahren palettenweise Streusalz beschafft. Diese Menge allein bilde aber keinen ausreichenden Vorrat. Dennoch blickt die Verbandsgemeindeverwaltung zuversichtlich auf die kommenden Tage: "In enger Zusammenarbeit mit den umliegenden Verbandsgemeinden geht die Verwaltung Hamm (Sieg) derzeit unter Vorbehalt davon aus, den Räum- und Streudienst bis zum Ende dieses Wochenendes im Wesentlichen - wenn auch gegebenenfalls nicht vollumfänglich - aufrecht erhalten zu können, sollten die Wetterbedingungen nicht von den aktuellen Vorhersagen abweichen." Der Bauhof streut dabei nach einem festgelegten, mehrstufigen Räum- und Streuplan, der nach Dringlichkeiten abgestuft ist. Die oberste Prioritätsstufe betrifft Straßen der öffentlichen Infrastruktur. Die Verbandsgemeindeverwaltung in Hamm (Sieg) weist in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf die allgemeine Streupflicht der Bürger hin, die für die Gehwege entlang des eigenen Grundstücks gilt: Bei Glätte sollte zum Beispiel mit Sand, Asche oder Sägemehl gestreut werden. Wenn kein ausgewiesener Gehweg am Grundstück besteht, bezieht sich die Streupflicht in der Regel auf einen 1,5 Meter breiten Streifen, der an das Grundstück angrenzt.
Ähnlich beschreibt Simon Stötzel, Mitarbeiter der Verbandsgemeindewerke Daaden-Herdorf die Situation. "Bei uns wird der Vorrat knapp. Es gibt Engpässe beim Zulieferer und dann sind die Prioritäten klar: Erst werden die Autobahnen gestreut, dann geht Salz an die Kommunen." Laut Stötzel ist derzeit nicht absehbar, wann die nächste Lieferung Streusalz die Verbandsgemeinde erreicht. Die wurde zwar bereits am 2. Januar bestellt. Aber bisher gebe es keinen Liefertermin, auch keine Prognose. "Wir versuchen gerade, woanders Streusalz zu organisieren, telefonieren rum und hoffen, dass wir noch etwas auftreiben." Bis dahin verfährt man im Bereich Daaden und Herdorf so, dass mit dem Restvorrat an Streusalz gefährliche und steile Straßen gestreut werden, die weiteren Straßen können vorerst lediglich vom Schnee geräumt werden. "Wir bekommen deswegen auch schon mal Beschwerden von Anwohnern", so Stötzel. "Wir wollen ja streuen. Aber ohne Nachschub geht es gerade nicht. In den vergangenen Jahren hatten wir diese Probleme nicht, weil die Wetterlage eine andere war."
Feedback: Hinweise an die Redaktion
























