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Nachricht vom 28.01.2026    

"Die Station" am Bahnhof Au (Sieg): Im April startet der Testbetrieb - mit Toiletten und Café

Von Regina Morkramer

Dass sich was tut am Bahnhof Au, ist längst kein Geheimnis mehr. Seit Monaten renoviert, saniert, überlegt, plant und werkelt die Crew rund um die Verantwortlichen der Initiative "Wir-Dorf" in dem roten Gebäude, um daraus einen einladenden Ort zu machen. In wenigen Monaten soll die Testphase starten.

Am Bahnhof in Au (Sieg) "entsteht etwas Neues". (Foto: rm)

Au (Sieg). Ein gemeinnütziger Verein namens Stationista e.V. wurde gegründet, die Toilettenräume werden gestaltet und die Suche nach Mitwirkenden für das Stationscafé läuft auf Hochtouren: Es wird zunehmend konkreter am Bahnhof Au. Und ab April will man das auch der Öffentlichkeit zeigen. Wie die Macher der "Station" nun bekannt gaben, soll ab dem 16. April der Testbetrieb am Bahnhof starten. Was das bedeutet? "Testen! Was das Zeug hält. Tage. Uhrzeiten. Öffnungszeiten. Produkte. Beziehungen. Workflows.", heißt es aktuell im Newsletter der "Station". Interessierte sind demnach weiterhin eingeladen, Teil der Mannschaft zu werden, sei es im Café oder im Kiosk, als Mit-Unternehmerin, angestellt oder im Ehrenamt. Derzeit denken die Initiatoren eigenen Angaben zufolge zum Beispiel über das Konzept einer "Gastro-WG" nach, das mehrere Teilzeit-Gastronomen vereint. Dabei würde die "Station" die großzügig ausgestatteten Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, die die jeweiligen Gastronomen an festen Tagen nutzen können - "inklusive eigenem Style und eigener Handschrift". Der Umsatz soll solidarisch unter allen Mitwirkenden verteilt werden, während sich die Gäste über "breite Öffnungszeiten und die Abwechslung im Menü freuen" können. Gleichzeitig soll das "Fenster zum Gleis" als eine Art Kiosk für Bahngäste entstehen. Auch hier werden weiterhin Mitwirkende gesucht, Interessierte sind zu den Arbeitstreffen eingeladen.

Was dem Bahnhof in Au seit Jahren fehlt, sind Toiletten. Und die wird es offenbar in Zukunft wieder geben, denn der Internetseite der "Station" zufolge "entstehen im Ostflügel der STATION gerade die sweetesten Toiletten, die die Welt je gesehen hat." An den Wänden wird demnach eine Kunst-Installation in Form eines Mosiaks unter dem Motto "Hommage an das Wasser" zu sehen sein. Und auch hier gilt wieder: Mitmachen! Am Fliesentisch der Künstlerin Tanja Corbach haben bereits mehr als 270 Menschen Wasserwesen gestaltet, die Teil der kunstvollen Toiletten werden. "Tägliche Bahnreisende, Menschen aus Au und Umgebung sind herzlich willkommen sich hier zum Ausdruck zu bringen!", betonen die Initiatoren.

Erinnerungen teilen, neue Formate schaffen
Im neu eröffneten Quartiersbüro sind ab Februar jeden Mittwoch zwischen 16 und 18 Uhr Interessierte eingeladen, ohne Voranmeldung vorbeizukommen und Erinnerungen, Fotos und Anekdoten rund um den Bahnhof in Au zu teilen. "Denn tatsächlich kennen viele von Euch den Bahnhof viel länger als wir. Erzähl uns bitte davon!", heißt es im aktuellen Newsletter. Im Herbst 2026 soll daraus eine Ausstellung entstehen, "die den Bahnhof und sein Quartier aus möglichst vielen unterschiedlichen Perspektiven erzählt".



Jeden zweiten Montag steht die "Station" beim Kreistreffen "Kultur & Begegnung" allen offen, die Lust haben, sich mit einem eigenen Format einzubringen. Denn die "Station" sei ein Ort von Vielen für Viele, so die Idee dahinter. Sie sei damit grundsätzlich offen für eine breite Palette von Veranstaltungen. "Wir wünschen uns insbesondere Menschen in unserem Kreis, die nicht nur mit eigenen Ideen kommen, sondern auch mit Zeit und Lust, diese Ideen möglichst selbständig umzusetzen. Ob, was, wie und wann was davon geht - das entscheiden wir einfach gemeinsam im Kreis", heißt es von den Köpfen hinter der "Station".

Von der Idee zur "Station"
"Die Station" ist entstanden aus der Initiative "Wir-Dorf", ursprünglich ein LEADER-Projekt der Lokalen Aktionsgruppe Westerwald-Sieg und Teil eines EU-Förderprogramms zur Stärkung ländlicher Räume. Ziel des "Wir-Dorfs" war von jeher die Schaffung lebendiger Begegnungsorte im ländlichen Raum. Anfang des Jahres 2024 war das Projekt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen als einer von 28 "Dritten Orten" ausgewählt worden, mit denen das Land "in ländlichen Räumen (…) die Entwicklung kultureller Begegnungsorte und ihren nachhaltigen Betrieb" unterstützt. Damit verbunden waren zunächst für die einjährige Konzeptphase Fördermittel in Höhe von 50.000 Euro; seit April 2025 fließen bis zum Jahr 2028 weitere 450.000 Euro für die Umsetzung. Im März 2025 gaben die Initiatoren des "Wir-Dorf" bekannt, aus dem Bahnhof "Die Station" machen zu wollen: Ein Ort, der von der Mitgestaltung der Gemeinschaft lebt.

Weitere Informationen zu Möglichkeiten und Terminen: www.diestation.org/programm


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