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Nachricht vom 02.06.2026    

Waschbären bleiben ein Problem - Kreisverwaltung spricht von "Daueraufgabe"

Von Regina Morkramer

Waschbären sorgen für Probleme: Da kann man noch froh sein, wenn sie nur über die Mülltonnen herfallen und nicht gleich das Dach eines Wohnhauses zerstören. Die Kreisverwaltung unterstützt nach eigenen Angaben den Kampf gegen die Tiere. Andere halten das für "Augenwischerei".

Waschbären sehen nicht nur süß aus, sondern sind auch problematisch. (Foto: Pixabay)

Kreisgebiet/Wissen. Von einer Zunahme von plus 3600 Prozent (!) berichtet die Kreisverwaltung aktuell, wenn es um die Jagdstrecke bei den Waschbären geht: von 27 Stück im Jagdjahr 2015/16 (Erstnachweis) über 435 (2023/24) auf aktuell 999 (2025/26). "Das zeigt leider sehr eindrucksvoll, wie sehr sich der invasive Räuber inzwischen auch bei uns ausgebreitet hat", so Christian Heidtmann von der Unteren Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung Altenkirchen.

Die Kreisverwaltung Altenkirchen unterstützt dabei eigenen Aussagen zufolge die heimische Jägerschaft "seit geraumer Zeit in ihrem Kampf gegen den Waschbären". Denn Waschbären sehen nicht nur putzig aus, sondern können zu einem echten Problem werden (wir berichteten hier kürzlich ausführlich). "Dieser Tage wurden erneut zehn elektronische Fallenmelder an Jägerinnen und Jäger ausgegeben. An Lebendfallen angebracht, übermitteln sie in Echtzeit den Status aufs Smartphone, damit schnell reagiert werden kann", erklärt die Kreisverwaltung. Insgesamt sind nach Angaben von Heidtmann in den vergangenen drei Jahren 20 Fallen und 40 Fallenmelder seitens des Kreises ausgegeben worden. Bei der Auswahl der teilnehmenden Reviere standen demnach naturschutz- und artenschutzfachliche Kriterien im Vordergrund. "Wir haben uns über jede einzelne Anfrage beziehungsweise Bewerbung gefreut. So wird nicht nur der Bedarf deutlich, vielmehr ist es ein Beleg dafür, dass die Jägerschaft im Kreis ihrer Verpflichtung nachkommt", betont der Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde.

Waschbären dürfen in der Schonzeit nicht gejagt werden
Von den 999 Waschbären im letzten Jagdjahr wurden 128 mithilfe der zur Verfügung gestellten Ausrüstung erlegt (12,81 Prozent). Das ändere allerdings nichts an der Tatsache, dass die Problematik insbesondere im befriedeten Bereich - wo die Eingriffsmöglichkeiten von Jägern aufgrund der Gesetzeslage begrenzt sind - stark gestiegen sei, räumt die Kreisverwaltung ein. Von dieser "Problematik" ist auch Ute Stahl aus Wissen-Schönstein weiterhin betroffen. Sie hatte bei der Kreisverwaltung und anderen Stellen schon mehrfach um Hilfe gebeten. Bislang ist diese Hilfe allerdings daran gescheitert, dass die Muttertiere in der Schonzeit vom 1. März bis zum 31. Juli nicht gejagt werden dürfen - genau in der Zeit, in der die erwachsenen Waschbären mit ihrem Nachwuchs (nicht nur) bei Ute Stahl regelrecht zur Plage werden.



Die aktuelle Mitteilung der Kreisverwaltung bezeichnet die Schönsteinerin daher als "Augenwischerei und "Verschiebetaktik". Denn die von der Kreisverwaltung herausgegeben Fallen machten nur Sinn, wenn Jagdpächter und Jagdaufseher sie auch einsetzen dürfen und eine entsprechende Genehmigung bekommen. Die gibt es aber in der Schonzeit nicht. In einem aktuellen Schreiben der Kreisverwaltung an Ute Stahl gibt die Untere Jagdbehörde an, Kontakt zur Oberen Jagdbehörde in Mainz Kontakt aufgenommen zu haben. Auch hier heißt es: "Die Obere Jagdbehörde teilt unsere Auffassung, wonach eine Bejagung mit einer Falle in der Schonzeit verboten ist." Ute Stahl fordert daher eine geänderte Gesetzeslage, nach der auch in der Schonzeit gejagt werden darf, und "ein Waschbär-Management, das parallel Bejagung ohne Schonzeiten und Kastration gefangener Mütter erlaubt".

Hinweis: Die Kreisverwaltung appelliert an alle Bürger, dass Wachbären auf keinen Fall gefüttert werden und auch Katzenfutter oder die Mülltonne vor dem Zugriff der Kleinbären gesichert sein sollten.


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